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Bei der Tour de France 2025 bekamen viele Radprofis im Ziel von Betreuern eine Flasche mit rotem Saft der Sauerkirsche in die Hand gedrückt. Kirschsaftkonzentrat gemischt mit Kohlenhydraten waren das Thema im Peloton. Nach intensiver sportlicher Belastung entstehen mikrostrukturelle Veränderungen im Muskelgewebe, die von einer Entzündungsreaktion begleitet werden. Verschiedene Studien sahen eine verbesserte Erholung durch Kirschsaft bzw. Kirschsaftkonzentrat. Die Montmorency-Sauerkirsche wurde aufgrund ihres hohen Gehalts an Polyphenolen, insbesondere Anthocyanen, immer wieder wissenschaftlich untersucht. Die wichtigsten Regenerationsmaßnahmen sind eine schnelle Energiezufuhr, Kühlung bei Hitze und ausreichender Schlaf - aber auch ein Kohlenhydrat-Kirschsaft-Mix soll die Regeneration unterstützen.
Positive Wirkung könnte der rote Saft laut einer aktuellen Studie auch vor dem Rennen haben. Die Forscher Jimmy T. Wangdi, Mary F. O'Leary, Vincent G. Kelly, Jonathan C. Y. Tang und Joanna L. Bowtell untersuchten die Wirkung von Montmorency-Kirschkonzentrat auf die Ausdauerleistung. Die Ergebnisse erschienen im European Journal of Sport Science (DOI: 10.1002/ejsc.12187). Sie hatten 20 Probanden (13 männlich, 7 weiblich, Durchschnittsalter 29 Jahre) ein Zeitfahren über 15 virtuelle Kilometer auf dem Indoor-Smartbike (Wattbike) machen lassen. Jeder Teilnehmer absolvierte vier Testdurchgänge: einen ohne Supplementierung und drei mit 60 ml Montmorency-Kirschkonzentrat 30, 90 oder 150 Minuten vor der Belastung. Die Tests fanden im Abstand von mindestens sieben Tagen statt.
Die Einnahme von Montmorency-Kirschkonzentrat verbesserte die Zeitfahrleistung signifikant. Die größte Verbesserung zeigte sich 90 Minuten nach Einnahme: Die durchschnittliche Zeit beim Zeitfahren über 15 virtuelle Kilometer sank um 48,3 Sekunden – eine Steigerung um 2,83 Prozent. Trainierte Athleten zeigten eine besonders deutliche Leistungssteigerung durch das Konzentrat der Sauerkirsche. Die Herzfrequenz lag während des Zeitfahrens nach Kirschkonzentrat-Einnahme signifikant höher. Nach 90 Minuten Vorlaufzeit betrug die Herzfrequenz bei 5 km 172 Schläge pro Minute gegenüber 169 Schlägen ohne Supplementierung (p = 0,039). Bei 10 km zeigte sich ein ähnliches Muster (p = 0,035).
Die Autoren diskutieren mehrere mögliche Wirkmechanismen. Die erhöhten Laktatwerte und Herzfrequenzen nach Kirschkonzentrat-Einnahme deuten auf eine verbesserte Schmerztoleranz hin. Montmorency-Kirsch-Anthocyane reduzierten in Tiermodellen Schmerzen. Die Hemmung reaktiver Sauerstoffspezies durch Blockade von Superoxid-produzierenden Enzymen könnte redox-sensitive Prozesse wie die Kalziumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum schützen. Frühere Studien zeigten, dass Polyphenol-Supplementierung die F2-Isoprostan-Konzentration bei 60 bis 72 Prozent VO2max senkt. Die Autoren weisen darauf hin, dass die fehlende Placebo-Kontrolle eine Limitation darstellt. Zudem ist die Zahl der beteiligten Probanden überschaubar.
Auf dem Markt der Sportnahrung bieten mehrere Anbieter inzwischen Produkte an, die auf die Kraft der Kirsche setzen. In Deutschland bietet u.a. der Anbieter Cellavent seit 13 Jahren ein Konzentrat aus der Montmorency Sauerkirsche an. Das Produkt Cherry Plus wurde vergangene Saison u.a. vom belgischen Team Lotto-Intermarché benutzt.
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