Richtig auftankenEssen & Trinken auf langen Radfahrten

Jan Timmermann

 · 16.05.2026

Ohne Kohlenhydrate geht nichts. Auf dem Foto ist der belgische Radprofi Maxim Van Gils vom Team Red Bull - BORA - hansgrohe während des Criterium du Dauphine 2025
Foto: Anne-Christine Poujoulat/AFP/Getty Images
​Vier Stunden im Sattel – ohne richtiges Essen und Trinken – und plötzlich ist die Energie weg. Damit dir auf langen Fahrrad-Touren nicht der „Hungerast“ den Spaß verdirbt, kommt es auf die Verpflegung an. Welche Getränke und Snacks dich konstant leistungsfähig halten, liest du hier.

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Vier Stunden plus auf dem Rad – sieht dein Wochenende auch so aus? Und kennst du den Moment, in dem plötzlich nichts mehr geht? Der besagte Hungerast liegt an falscher bzw. zu geringer Energiezufuhr, so wird selbst die schönste Tour zur Qual.

Leistungsabfall, Konzentrationsprobleme oder Krämpfe sind oft die Folge einer falschen Verpflegungsstrategie. Dabei lässt sich genau das mit der richtigen Planung vermeiden. ​Auf langen Rennrad- oder Gravel-Touren entscheidet nicht nur die Fitness, sondern auch die richtige Ernährung über Erfolg oder Frust.

Nur wer seinen Körper kontinuierlich mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Kohlenhydraten versorgt, bleibt leistungsfähig – und kann die Tour bis zum letzten Meter genießen. Denn eines ist klar: Der beste Ride beginnt schon bei der richtigen Verpflegung.

Energiebedarf beim Radsport: Was der Körper braucht

Auf einer mehrstündigen Tour arbeitet dein Körper konstant im aeroben Bereich – mit gelegentlichen intensiven Anstiegen. Dabei verbrennst du je nach Intensität und Körpergewicht zwischen 400 und 800 Kalorien pro Stunde, in Extremfällen auch mal mehr.

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Diese Energie muss zumindest teilweise während der Fahrt nachgeliefert werden, da die körpereigenen Glykogenspeicher begrenzt sind und je nach Trainingszustand und Verfassung nach etwa 90 bis 120 Minuten zur Neige gehen.

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Die wichtigste Energiequelle für Radsportler: Kohlenhydrate. Sie stehen dem Körper schnell zur Verfügung und sind entscheidend für eine konstante Leistungsfähigkeit.

Wer erst isst, wenn der Hunger kommt, ist meist schon zu spät dran. Die Energiezufuhr sollte regelmäßig und frühzeitig erfolgen. Faustregel für einen durchschnittlich trainierten Radfahrer: 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde. Das entspricht zum Beispiel:

  • einer Banane
  • einem Energieriegel
  • einem kleinen Sandwich
  • einem Gel

Die Mischung macht’s: Eine Kombination aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten (z. B. Gels, Trockenfrüchte) und etwas länger sättigenden Snacks (z. B. Riegel, Brot) sorgt für eine gleichmäßige Energieversorgung.

Marathon-Profis peilen eine Aufnahme von 90 bis 120 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde an, um dauerhaft auf langen Distanzen leistungsfähig zu sein. Diese Menge kann ein gewöhnlicher Radsportler ohne gezieltes Training nur schwer verarbeiten und riskiert Verdauungsbeschwerden. Auch das Timing ist entscheidend, damit die Energie im richtigen Moment zur Verfügung steht:

  • Vor der Tour: Kohlenhydratspeicher füllen (z. B. Haferflocken, Brot, Obst)
  • Während der Tour: alle 20 bis 30 Minuten kleine Mengen zuführen
  • Nach der Tour: Regeneration mit Kohlenhydraten und Proteinen unterstützen

Trinken: Die Basis jeder Ausdauerleistung

Flüssigkeitszufuhr ist der zentrale Faktor auf langen Touren. Schon ein geringer Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent des Körpergewichts kann die Leistungsfähigkeit deutlich reduzieren. Empfehlung:

  • 0,5 bis 0,75 Liter pro Stunde, je nach Temperatur und Intensität
  • Bei Hitze entsprechend mehr

Wasser allein reicht aber oft nicht aus. Mit dem Schweiß verliert der Körper wichtige Elektrolyte – vor allem Natrium. Isotonische Getränke oder entsprechende Zusätze für die Trinkflasche sind daher ideal: Sie liefern nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Elektrolyte und leicht verfügbare Kohlenhydrate. So wird die Energieaufnahme optimiert und Krämpfen vorgebeugt.

Getränke vs. feste Nahrung: Die richtige Balance

Gerade während anspruchsvoller Trainingseinheiten ist es nicht immer einfach, feste Nahrung aufzunehmen. Hier kommen Getränke ins Spiel: Flüssige Kohlenhydrate sind besonders leicht verdaulich und schnell verfügbar. Die beste Strategie ist eine Kombination aus beidem. Wer regelmäßig trinkt und zusätzlich kleine Snacks einplant, bleibt konstant leistungsfähig.

Vorteile von Energiegetränken:

  • schnelle Aufnahme
  • keine Kaupausen nötig
  • kombinieren Flüssigkeit und Energie

Vorteile fester Nahrung:

  • längeres Sättigungsgefühl
  • abwechslungsreicher Geschmack
  • stabilerer Blutzuckerspiegel

Fazit

Ich bekam den gefürchteten Hungerast auf langen Touren schon am eigenen Leib zu spüren. Deutliche Anzeichen sind Leistungseinbrüche und Tiefs in der eigenen Laune. Radfahrer sollten deshalb gut auf ihren Körper hören, ihren Energiebedarf immer im Blick behalten und vorausschauend versorgen. Die entsprechende Strategie lässt sich mit etwas Fleiß trainieren. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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