TOUR Transalp 2022 - Etappe 7: Im Schatten der BrentaFoto: visitchiese.it

EventTOUR Transalp 2022 - Etappe 7: Im Schatten der Brenta

Marc Schneider

 6/3/2022, Lesezeit: 5 Minuten

TOUR-Transalp-Streckenchef Marc Schneider hat für 2022 eine Route voller Herausforderungen und Panoramen zusammengestellt. Viel zu Schade, nur für das Rennen. Deswegen stellen wir die sieben Etappen zum Nachfahren vor.

Etappe 7: Von Valle del Chiese nach Riva del Garda

Der Sella Giudicarie bildet die Wasserscheide der beiden Flüsse Chiese und Sarca. Und auf dieser Wasserscheide liegt die gleichnamige Gemeinde, die aus der Zusammenlegung der Orte Bondo, Breguzzo, Lardaro und Roncone entstanden ist. Rund 2.900 Einwohner hat die Gemeinde und wenn einer ein Glas Wasser ausschüttet, dann fließt es noch in den Idrosee. Nur ein kurzes Stück weiter, über dem Sattel in Richtung Tione, würde das Wasser schon in den Gardasee fließen, denn hier rauscht die Sarca durch, die sich nach nicht einmal 50 Kilometern bei Torbole in den Gardasee ergießt. Und genau in diese Richtung, zunächst nach Tione, startet die letzte Etappe der TOUR Transalp 2022.

Weit kann es also nicht mehr sein zum Ziel dieser Transalp und wer von der Sehnsucht nach dem Gardasee zerfressen wird, kann hier abkürzen. Aber der kleine Schlenker, der dieser Etappe noch etwas Würze verleiht, lohnt sich. Wenn man jetzt in Tione der Sarca entgegen der Fließrichtung nach Norden folgt, kommt man über Pinzolo in den berühmten Skiort Madonna di Campiglio. Der liegt zu Füßen der Brenta, des mächtigen Bergmassivs mit seinem höchsten Gipfel, dem 3.173 Meter hohen Cima Tosa. Durch dieses Massiv gibt es keine Straße und wer es umrunden würde, hätte am Ende rund 140 Kilometer auf der Uhr und zudem das Val di Sole, das Val di Non und den Molvenosee kennengelernt.

Passo Daone bietet attraktive Abfahrt

Nur hier, ganz unten im Südwesten, zwischen Tione und Pinzolo, gibt es eine versteckte Bergstraße, die das große Kuchenstück ein ganz klein wenig anschneidet: die Straße über den Passo Daone. Mit einer Gipfelhöhe von nicht einmal 1.300 Metern dringt diese Passstraße aber nicht wirklich in das Bergmassiv ein, sondern spielt allenfalls ein wenig mit dessen südlichsten Ausläufern. Ein attraktiver Rennradpass ist der Daone aber allemal, weil die geschwungene Abfahrt auf der Südseite wieder hinab ins Sarca-Tal Spaß macht.

Jetzt ist der Passo Duron die direkteste Verbindung hinüber ins Val Lomasone, das sich weit und offen eher als eine Hochebene zu erkennen gibt, als ein Tal. Diesem Bauernland, das von Äckern und Feldern bestimmt wird, stattet diese Etappe aber nur einen kurzen Besuch ab, weil bald der Passo del Ballino überwunden ist. Danach geht alles ganz schnell. In der Abfahrt rauscht der türkis leuchtende Tennosee vorbei, einen Augenblick später raubt einem der Blick über den Gardasee den Atem und schwups sitzt man bei einem Getränk in einer Bar im Ziel in Arco. Es spricht aber nichts dagegen, diese letzten Kilometer nicht im Renntempo hinabzurasen, sondern sich Zeit zu nehmen und die Eindrücke zu genießen.

Ein Abstecher zum Tennosee mit kurzer Pause am See-Ufer, mindestens ein Fotostop im Gardasee-Panorama – diese letzten Kilometer sind einfach zu schön, um sich nur auf die Straße zu konzentrieren. Am Ende ist Schaulaufen angesagt bis hinein in die Magnolienallee in Arco, die einem auch ohne Zielbogen und Zuschauer ein wenig das Gefühl gibt, auf dem roten Teppich einzulaufen.

Am Ziel der TOUR TransalpFoto: Uwe Geissler
Am Ziel der TOUR Transalp

Hier kann man einkehren

Einkehrmöglichkeiten sind auf dieser Etappe rar gesät. Wer nach dem Passo Daone Durst oder Hunger verspürt, kann in den Orten Preore und Zuclo nach einer Bar oder einem Restaurant Ausschau halten. Das gleiche gilt für den Ort Fiave im Val Lomasone nach dem Passo Duron. Vom Tennosee bis nach Arco ist Verdursten und Verhungern dann aber unmöglich.

Abkürzungen / Varianten zur Original-Strecke

Wer es ganz kurz mag, fährt in Bondo am Kriegsdenkmal rechts und auf einer kleinen Straße im Wald bis Zuclo, wo der Anstieg zum Passo Duron beginnt. So wird der Passo Daone ausgelassen. Sinnvolle Varianten in der gleichen Kategorie gibt es nicht.

Die Etappe als Kurztrip

Wer die Etappe an einem Tag fahren will, muss ein Taxi zurück nehmen. Adressen für Taxiunternehmen sind unter gardatrentino.it zu finden.

Die Etappe als Teil einer Rundtour (2 bis 4 Tage)

Wer die verkehrsreiche Straße mit den Tunnel-Galerien am westlichen Ufer des Gardasee, die Gardesana Occidentale, nicht scheut, kann auf dieser nach Süden starten. Nach Limone biegt die Strada della Forra, eine Traumstraße, rechts ab und führt hinauf nach Tremosine. Dann geht es wieder bergab bis man kurz vor Gargnano wieder in die Gardesana einbiegt. Von Gargnano führt eine Straße durch die Berge über den Lago di Valvestino zum Südufer des Idrosee. Wenn man diesen umrundet hat, ist man wieder im Chiesetal.

Marc Schneiders Tipp

Gegen einen Aperol Spritz in der Bar Centrale neben der Kirche in Arco, am Ziel dieser Etappe, ist gar nichts einzuwenden. Das beste Eis gibt es in der Gelateria Artigianale Tarifa (Via Giovanni Segantini 51) im Ortszentrum.

Allgemeine Info

Wer übernachten will oder auf der Suche nach anderen touristischen Angeboten ist, wird fündig unter visitchiese.it und gardatrentino.it. Wer einen Service für sein Fahrrad braucht, findet diesen hier und hier. Am nördlichen Gardasee gibt es Bike Shops wie Sand am Meer.

Die 7. Etappe vom Valle del Chiese nach Riva del Garda, 70,20 km und 1.497 Höhenmeter.

TOUR Transalp 2022 Etappe 7 HöhenprofilFoto: Veranstalter
TOUR Transalp 2022 Etappe 7 Höhenprofil

Die GPS-Daten gibt es nach der TOUR Transalp 2022, die vom 19.-25. Juni stattfindet, auf der TOUR-Website zum Download.

Wer es sich doch noch überlegt vom Touri- in den Race-Modus umzuschalten, findet alle Details zum Jedermann-Rennen über die Alpen unter www.tour-transalp.de.