Rekordfahrt bei der TOUR - Stoppomat - Challenge

EventRekordfahrt bei der TOUR - Stoppomat - Challenge

Unbekannt

 7/22/2008, Lesezeit: 4 Minuten

13.000 Höhenmeter – vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung

Beim Stichwort Stoppomat beginnen die Augen vieler Rennradfahrer zu glänzen und die Waden zu zucken. Stoppomat ist momentan das beliebteste Thema, wenn sich Rennradfahrer, insbesondere in der Region Rhein-Neckar, unterhalten. Was ist das?

An einigen Bergstraßen – Kalmit, Königsstuhl, Hirschorn – stehen die TOUR-Stoppomaten: Zu Beginn des Anstieges kann man eine Karte ziehen, diese mit Name, Adresse, Alter usw. ausfüllen, dann wird sie wie ein Busticket abgestempelt – und los geht´s. Jetzt läuft die Zeit und man versucht, so schnell wie möglich den Berg hochzuradeln. Oben steht wieder so ein Stoppomat. Man stempelt ab, die Zeit ist registriert. Die Karte wird in einen Briefkasten an der Station geworfen. Später tragen ehrenamtlich Helfer (Danke!) die Werte in einer Internettabelle ein: Auf www.stoppomat.de kann man dann seinen Platz in der Rankingliste erfahren. Einige haben schon abgestempelt, andere trainieren noch heimlich, um dann am Ende der Saison eine schnelle Zeit hinlegen zu können.

Drei Stoppomat-Fans haben nun einen Rekord aufgestellt, der es in sich hat: Sie sind einen ganzen Tag lang die Kalmit-Strecke rauf- und runtergebrettert. Christoph Fuhrbach, Christian Englert und Klaus Freyburger haben jeweils 270 bis 320 Kilometer und 10.000 bis 13.000 Höhenmeter abgespult. Morgens um 4.22 Uhr ging die erste Fahrt los, abends um 21.45 Uhr machte der letzte Feierabend.

Die Idee zur Rekordfahrt hatte Christoph Fuhrbach. Er ist erfolgreicher Bergläufer, hat auch schon eine elfmonatige Weltumradelung sowie ultralange Radfahrten – oft zu einem guten Zweck – unternommen. „Wie fühlt es sich an, einen ganzen Tag auf dem Rad zu sitzen und Höhenmeter abzuspulen? Was ist der 24-Stunden-Weltrekord für eine Leistung?“ Darüber wollte Christoph nicht theoretisch nachdenken, sondern es einmal ausprobieren.

Fünf Tage vor dem geplanten Stoppomat-Tag sprach der 37-jährige Neustadter Fuhrbach seinen 44-jährigen Freund Christian Englert aus Mutterstadt an. Er sagte nicht „Was hältst du von der Idee…?“, sondern er stellte ihn vor vollendete Tatsachen: „Du, ich fahre nächsten Mittwoch 18 Stunden lang die Kalmit hoch – machst du mit?“ Nach einigem Zögern sagte Englert, früher Triathlet der deutschen Spitzenklasse und Race-Across-America-Teamsieger 2004, zu. Dann war auch noch der 45-jährige Klaus Freyburger(Schwetzingen) begeistert. Der Radmarathon-Freak (Ötztaler unter 8 Stunden) schaufelte sich den Mittwoch von Terminen frei und erschien im Morgengrauen am Start.

Nun jagten die drei ab kurz vor halb fünf in der Frühe in flottem Tempo die Kalmit ( 5,8 Kilometer einfache Streckenlänge und 415 Höhenmeter) hoch – schneller als so mancher bei einer einmaligen Bestzeit-Fahrt… Freyburgers Wattmesser zeigte konstante Werte an: Die 260 Watt wurden im Laufe des Tages nur minimal weniger. Jeder durchlebte seine Krise, fuhr sich aber doch in einen Rausch.

Das Besondere an Christoph Fuhrbachs Leistung ist sein Outfit – an den Füßen: Er mag keine Radschuhe, da er Probleme mit der Ferse hat, und fährt daher in Birkenstock-Sandalen. Damit hängt er fast alle ambitionierten Rennradler am Berg ab, die dann kurz davor sind, ihr Rennrad in den Wald zu schmeißen oder den Zuschauern zu schenken…

Papa Dankmar Fuhrbach kam später noch hinzu und versorgte die drei Radler. Er hatte den nahegelegenen Supermarkt „leergekauft“, weil die Jungs Durst auf Cola und Hunger auf alles mögliche bekamen. Ein typisches Radmarathon-Buffet stand dann an der Talstation zur Verfügung.

Freyburger wollte eigentlich nur 15 Runden mitfahren, machte aber schließlich erst nach 24 Runden und 270 Kilometern Schluss: „Jetzt habe ich die 10.000 Höhenmeter voll.“ Zum Vergleich: Der berüchtigte Ötztaler-Radmarathon hat 5.000 Höhenmeter, die Tour-de-France insgesamt 30.000. Ideengeber Fuhrbach erreichte 27 Mal den Kalmit-Stoppomat und Christian Englert schließlich machte die 30 Runden, fast 13.000. Höhenmeter, voll. Englert wurde im Laufe des Abends immer schneller – seine letzte Bergfahrt war die schnellste. Anschließend ließ er es sich nicht nehmen, auch noch das letzte Stück zum Gipfel zu radeln – und im Dunkeln die Aussicht zu genießen.

Der 24-Stunden-Weltrekord liegt bei knapp über 20.000 Meter, 2007 aufgestellt von den Österreicher Zwillingen Gernot und Horst Turnowsky. Nach dem TOUR-Stoppomat-Rekord-Tag stellten die drei Pfälzer fest, dass dieser grandios ist: „Was müssen das für Teufelskerle sein, so etwas zu schaffen!“, bewundert Freyburger die sportliche Leistung. Außerdem ist die Kalmit zu flach und die Abfahrt zu kurvig, um Höhenrekorde auf Zeit aufzustellen. Dennoch haben alle drei Radler gezeigt, was man aus der Stoppomat-Idee machen kann. So einen Tag, an dem man am Berg vor der Haustür die Höhenmeter von etwa zehn Alpenpässen radelt, werden die drei Extremradler nicht vergessen.

(Text und Bilder: Birgit Schillinger)

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  Auch der Ötztaler-Spezialist Klaus Freyburger aus Schwetzingen konnte für die Höhenmeter-Rekordjagd gewonnen werden
Auch der Ötztaler-Spezialist Klaus Freyburger aus Schwetzingen konnte für die Höhenmeter-Rekordjagd gewonnen werden
  ...sowie Christian Englert aus Mutterstadt, der schon beim Race Across America seine Ausdauer beweisen konnte
...sowie Christian Englert aus Mutterstadt, der schon beim Race Across America seine Ausdauer beweisen konnte
  Damit die Höhenmeter-Jäger durchhielten, wurde flugs in eigener Regie eine Verpflegungsstation am Stoppomaten herbeigezaubert
Damit die Höhenmeter-Jäger durchhielten, wurde flugs in eigener Regie eine Verpflegungsstation am Stoppomaten herbeigezaubert