Neue Köpfe, neue IdeenEurobike kämpft um ihre Zukunft

Thomas Musch

 · 06.02.2026

Neue Köpfe, neue Ideen: Eurobike kämpft um ihre ZukunftFoto: Eurobike/Silke Magino
Die Eurobike in Frankfurt steckt in der Krise
​Die Fahrrad-Messe Eurobike in Frankfurt kämpft gegen den Aussteller- und Bedeutungsschwund. Mitten in die Bemühungen um eine konzeptionelle Neuausrichtung platzt nun die Nachricht, dass mit Shimano eines der Branchen-Schwergewichte auch nicht mehr auf der Eurobike ausstellen will.

Die Fahrrad-Messe Eurobike sah sich zuletzt stürmischem Gegenwind ausgesetzt: Am Messeplatz Frankfurt sinken seit Jahren die Ausstellerzahlen. Die einst in Friedrichshafen gegründete Bike-Show, die sich im Laufe der Jahre zur internationalen Leitmesse der Fahrradindustrie entwickelt hatte, verliert immer mehr an Bedeutung. Zuletzt sagten die beiden Branchenverbände ZIV und Zukunft Fahrrad ihre Teilnahme ab und stimmten ein in den immer lauter werdenden Chor derer, die der Eurobike – einem Joint Venture der beiden Messegesellschaften in Frankfurt und Friedrichshafen – konzeptionelle Fehlentwicklungen und zum Teil auch überteuerte Standgebühren ankreideten.

Auch Shimano steigt aus

Jüngste Hiobs-Botschaft für die Fairnamic GmbH: Nun hat auch der japanische Komponenten-Hersteller Shimano seine Teilnahme abgesagt und die Formulierung lässt für die Zukunft nichts Gutes für eine mögliche Rückkehr hoffen: „Shimano wird ab 2026 nicht mehr auf der Eurobike ausstellen“, heißt es in der Pressemitteilung. Shimano ist eines der Branchen-Schwergewichte und als Teile-Lieferant einer übergroßen Mehrheit der Fahrradhersteller weltweit mit seinen Produkten auf der Eurobike natürlich trotzdem präsent – aber eben nicht mehr mit eigenem Stand. Zu den Hochzeiten der Eurobike in Friedrichshafen dominierte Shimano die Halle A1 und bildete so etwas wie das heimliche Epizentrum der Messe. Shimano ist seit einiger Zeit am Deutschland-Importeur Paul Lange & Co. beteiligt. Dessen Geschäftsführer Bernhard Lange gehört auch dem Präsidium des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) an. ZIV und Zukunft Fahrrad verhandeln derzeit mit der Eurobike über deren konzeptionelle Neuausrichtung.

Meistgelesene Artikel

1

2

3


Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Shimanos Erklärung für den Rückzug von der Eurobike ähnelt den Begründungen bzw. der Kritik anderer Hersteller. Man strebe an, „direkte und bedeutungsvolle Kontakte“ zu Partnern, Kunden und Radfahrern aufzubauen, so Shimano in einer Pressemitteilung und erläutert weiter: „Während sich die Branche weiterentwickelt, setzen wir verstärkt auf kunden- und verbraucherorientierte Veranstaltungen, bei denen wir persönliche Gespräche führen und praktische Erfahrungen ermöglichen können. Die Eurobike hat viele Jahre lang eine wichtige Rolle in unserer Branche gespielt, und wir schätzen die dort entstandenen Beziehungen. Allerdings haben sich veränderte Besucherströme, steigende Ausstellungskosten und neue Formen der Interaktion zwischen Marken und Fahrern dazu geführt, dass wir andere Ansätze verfolgen.“

Neues Eurobike-Hallenkonzept

Die Shimano-Absage platzte zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt in die Bemühungen der Eurobike, die Messe zu sichern und zukunftsfest umzugestalten. Zum 1. Januar hatte Philipp Ferger die Geschäftsführung der Fairnamic GmbH gemeinsam mit Stefan Mittag übernommen. Ferger war bislang Bereichsleiter und ersetzt den bisherigen Geschäftsführer Stefan Reisinger. Plan des neuen Managements sei es, „konzeptionelle Anpassungen am Messekonzept bereits für 2026“ vorzunehmen, so die Messe anlässlich des Wechsels in der Führung. Im Mittelpunkt der Bemühungen sollten insbesondere gemeinsame Gespräche mit wichtigen Branchenvertretern und Key-Ausstellern stehen, um sie in die strategische und konzeptionelle Anpassung der Eurobike einzubinden. Dass jetzt mit Shimano einer der weltweit wichtigsten Key-Aussteller der Messe den Rücken kehrt, stellt einen herben Rückschlag für die Bemühungen der Messe-Leitung dar. Der neue Geschäftsführer Philipp Ferger hatte jüngst unter Verweis auf ein neues Hallenkonzept in Frankfurt mit gebündelten Themenwelten davon berichtet, dass er im Rahmen der Gespräche ein „gemeinsames Interesse an einer starken, zukunftsfähigen Eurobike“ in der Branche wahrgenommen habe.

Meistgelesen in der Rubrik Event