So schlugen sich die Top-Talente 2024Nicolas Vinokourov - noch Luft nach oben

Sebastian Lindner

 · 19.11.2024

Nicolas Vinokourov hat seine erste Saison als Radprofi hinter sich. Nach dem Saisoneinstieg bei der Ruta de la Ceramica folgten noch 70 weitere Renntage und damit ein dickes Programm für einen Neo-Profi. | Dario Belingheri
Foto: Getty Images
Zu Beginn der Saison 2024 hatte TOUR den Blick auf zehn Youngster geworfen, die gute Chancen auf einen Durchbruch im Peloton der Profis haben. So lief das Jahr für Nicolas Vinokourov.


Nicolas Vinokourov hat seine erste Saison als Berufsradfahrer hinter sich. Der 22 Jahre alte Kasache, der in Nizza geboren wurde, hat dabei allerdings ein Jahr absolviert, das nicht ganz seinen Erwartungen entsprochen haben dürfte. Und wahrscheinlich auch nicht denen seines Teams Astana Qazqastan unter der Führung seines Vaters Alexandre Vinokourov. 71 Renntage mit rund 9500 Rennkilometern stehen für ihn zu Buche. Ein solides Programm für einen Neo-Profi, wenngleich er auch nicht alle davon mit dem den Profis, sondern zum Teil auch im Devo-Team von Astana absolvierte, in dem er noch bis zur letzten Saison beheimat war.

War Vinokourov mit der WoldTour-Equipe unterwegs, blieben Ergebnisse aus. Das ist nicht zwingend ungewöhnlich für Neo-Profis, die im ersten Jahr Erfahrungen sammeln, lernen und ihre Kapitäne unterstützen müssen. Doch sticht beim Kasachen kaum ein Ergebnis heraus, dass auf ein Formhoch hindeuten könnte. Am ehesten taugt hierfür noch Rang 24 bei der Presidential Tour of Turkey (2.Pro) bei der schweren Bergankunft am Spil Dagi.

Vinokourov wird Asienmeister in der U23

Bei Rennen im Devo-Team lief es derweil besser für Vinokourov, vor allem bei der Tour of Japan (2.2). Die 5. Etappe auf einem welligen Rundkurs beendete er als Sieger. Auch wenn er als Solist den Zielstrich überquerte - streng genommen ist es zwar sein erster Sieg als Profi, aber nicht sein erster Sieg in einem Profi-Rennen, da die Teilnahme Kontinental-Teams und Klub-Mannschaften vorbehalten ist. Dennoch verkaufte sich Vinokourov in Japan gut, wurde zudem Vierter der Gesamtwertung hinter drei Fahrern, die allesamt schon Erfahrungen auf der WorldTour gemacht haben.

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Doch was in Asien passiert, findet radsporttechnisch nur wenig Beachtung in Europa. Das gilt auch für die kontinentalen Meisterschaften. In der U23-Kategorie wurde Vinokourov im Juni Asienmeister, ein paar Tage später Fünfter im Straßenrennen. Bei den sich anschließenden Kasachischen Meisterschaften wurde er ebenfalls Fünfter auf der Straße und gegen die Uhr, jeweils allerdings in der Elite-Klasse.

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Vinokourov präsentiert sich bei der Vuelta

Mehr war für Vinokourov allerdings nicht drin. Dennoch durfte er in der zweiten Saisonhälfte seine erste Grand Tour bestreiten. Bei der Vuelta ging er als Berghelfer für Kapitän Lorenzo Fortunato an den Start, erarbeitete so mit einen 16. Platz in der Endabrechnung für den Italiener. Er selbst beendete die Rundfahrt als 128. Nur sieben Fahrer waren langsamer.

An zwei Tagen präsentierte sich der Kasache dennoch weiter vorn, schaffte auf der 13. und der 18. Etappe den Sprung in die Ausreißergruppe und konnte dort eine geraume Zeit mitfahren, wenn auch nicht in die Entscheidung um den Etappensieg eingreifen.

Dass er in die Spuren des erfolgreichen Vaters treten könnte, davon scheint Vinokourov weit entfernt zu sein. Zumindest momentan. Mit 22 Jahren war Alexandre Vinokourov allerdings noch kein Radprofi, sondern Student an der Pädagogischen Hochschule in seiner Heimat für Sport und Biologie, wobei er auch ganz andere Voraussetzungen hatte. Doch vielleicht will Nicolas Vinokourov auch gar nicht den Weg des Vaters, unter anderem auch überführter Doper, gehen.

Beloki mit ersten Achtungserfolgen

Mit Markel Beloki war ein weiterer Sohn eines prominenten Ex-Profis 2024 Profi geworden. Der Spross von Joseba Beloki, der um die Jahrtausendwende dreimal bei der Tour de France und einmal bei der Vuelta aufs Podium fuhr, ist bei EF Education EsayPost in die WorldTour aufgestiegen. Der 19-Jährige konnte dabei vor allem im Zeitfahren erste Duftmarken setzen. So verpasste im er Juni als Zweiter - allerdings mit einer halben Minute Rückstand auf Sieger David de la Cruz - nur knapp den Coup, Spanischer Zeitfahrmeister der Elite zu werden. Die Europameisterschaft der U23 beendete er im Kampf gegen die Uhr als Zwölfer.

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