Georg Steinhauser feiert den Sieg auf der 17. Etappe des Giro d’Italia nach der Fahrt über rund 4100 Höhenmeter auf dem Passo Brocon. Es war der vielleicht größte Erfolg eines deutschen Radprofis in der vergangenen Straßensaison. Der mittlerweile 23-jährige Allgäuer bekam beim Team EF Education EasyPost quasi die Chance zur dualen Ausbildung – als Neuprofi absolvierte er zusätzlich eine Lehre als Metallbauer im Betrieb seines Vaters, dem Ex-Radprofi Tobias Steinhauser. Onkel Jan Ullrich verfolgt die Karriere des Youngsters aufmerksam.
Im Alter von 30 Jahren war Strahlemann Pascal Ackermann im Trikot seines neuen Arbeitgebers Israel-Premier Tech erstmals bei der Tour de France dabei. Im Tagesziel, das er dreimal als Dritter erreichte, erläuterte der Sprinter stets gut gelaunt seine Erfahrungen. Er träumt weiter von einem Etappensieg in Frankreich – nach einem Jahr, in dem er nie Schnellster war.
Franziska Koch hat ihre Durststrecke beendet: Fünf Jahre lang hatte die 24-Jährige aus einer Radsportfamilie aus Mettmann kein Radrennen gewonnen, als sie im Sommer in Bad Dürrheim den Titel bei der Deutschen Meisterschaft holte. Sie siegte im Sprint gegen die Giro-Etappensiegerin, spätere WM-Vierte und Titelträgerin der vergangenen beiden Jahre, Liane Lippert. Koch agiert meist als wichtige Helferin beim Team dsm-firmenich PostNL. Goldene Momente wie bei der DM sind für sie selten.
Niklas Behrens war aus deutscher Sicht die Entdeckung der Saison. Der Rennfahrer, der in Physiognomie und Fahrweise an Mathieu van der Poel erinnert, gewann bei der WM in Zürich den Titel in der Klasse U23. Der 1,95 Meter große und 80 Kilogramm schwere Hüne ließ sich auf dem bergigen Rundkurs nie entscheidend abhängen. Im kommenden Jahr darf der dann 21-jährige Bremer sein Talent als Radprofi im Trikot von Visma | Lease a Bike zeigen.
Antonia Niedermaier stürmte am Ufer des Zürichsees im WM-Einzelzeitfahren zur Bestzeit in der Wertung der U23-Klasse. Die 21-jährige ehemalige Skibergsteigerin verteidigte damit den Titel im Kampf gegen die Uhr. In der Eliteklasse verpasste sie um weniger als neun Sekunden die Bronzemedaille.
Die einstige Sprinternation Deutschland sucht einen Nachfolger für Zabel, Greipel, Kittel und Co. Erfolgreichster deutscher Sprinter war im abgelaufenen Jahr Phil Bauhaus (Team Bahrain-Victorious). Der mittlerweile 30-Jährige aus Bocholt feierte zwei Saisonsiege, einen davon beim World-Tour- Rennen Tirreno-Adriatico (im Bild). Bei der Tour de France belegte er einmal Etappenrang zwei.

Redakteur