Saisonrückblick 2024Das Radsportjahr der Deutschen

Andreas Kublik

 · 25.12.2024

Georg Steinhauser feiert beim Giro d’Italia 2024 seinen Durchbruch
Foto: dpa/pa; Massimo Paolone
Das Radsportjahr 2024 hatte einige Highlights zu bieten - auch für die deutschen Fahrer und Fahrerinnen. TOUR blickt auf ihre Saison zurück.

Georg Steinhauser - Fingerzeig

Georg Steinhauser feiert beim Giro d’Italia 2024 seinen DurchbruchFoto: dpa/pa; Massimo PaoloneGeorg Steinhauser feiert beim Giro d’Italia 2024 seinen Durchbruch

Georg Steinhauser feiert den Sieg auf der 17. Etappe des Giro d’Italia nach der Fahrt über rund 4100 Höhenmeter auf dem Passo Brocon. Es war der vielleicht größte Erfolg eines deutschen Radprofis in der vergangenen Straßensaison. Der mittlerweile 23-jährige Allgäuer bekam beim Team EF Education EasyPost quasi die Chance zur dualen Ausbildung – als Neuprofi absolvierte er zusätzlich eine Lehre als Metallbauer im Betrieb seines Vaters, dem Ex-Radprofi Tobias Stein­hau­ser. Onkel Jan Ullrich verfolgt die Karriere des Youngsters aufmerksam.



Pascal Ackermann - Fragerunde

Pascal Ackermann war bei der Tour de France nahe dran an einem EtappensiegFoto: dpa/pa; RothPascal Ackermann war bei der Tour de France nahe dran an einem Etappensieg

Im Alter von 30 Jahren war Strahlemann Pascal Ackermann im Trikot seines neuen Arbeitgebers Israel-Premier Tech erstmals bei der Tour de France dabei. Im Tagesziel, das er dreimal als Dritter erreichte, erläuterte der Sprinter stets gut gelaunt seine Erfahrungen. Er träumt weiter von einem Etappensieg in Frankreich – nach einem Jahr, in dem er nie Schnellster war.

Franziska Koch - Gold-Smiley

Franziska Koch wurde 2024 Deutsche MeisterinFoto: dpa/pa; Bernd WeißbrodFranziska Koch wurde 2024 Deutsche Meisterin
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Franziska Koch hat ihre Durststrecke beendet: Fünf Jahre lang hatte die 24-Jährige aus einer Radsportfamilie aus Mettmann kein Radrennen gewonnen, als sie im Sommer in Bad Dürrheim den Titel bei der Deutschen Meisterschaft holte. Sie siegte im Sprint gegen die Giro-Etappensiegerin, spätere WM-Vierte und Titelträgerin der vergangenen beiden Jahre, Liane Lippert. Koch agiert meist als wichtige Helferin beim Team dsm-firmenich ­PostNL. Goldene Momente wie bei der DM sind für sie selten.

Simon Geschke - Hebefigur

Simon Geschke beendete nach 16 Jahren seine Karriere als Radprofi beim Münsterland-Giro Anfang Oktober – im Beisein seiner Bulldogge Schimmi, gewürdigt von vielen Rennfahrerkollegen: Dominic Klemme, Fabian Wegmann, John Degenkolb, Marcel Kittel, Johannes Fröhlinger und Bastian Bürgel (v. l.).Foto: Getty Images; Christian Kaspar-BartkeSimon Geschke beendete nach 16 Jahren seine Karriere als Radprofi beim Münsterland-Giro Anfang Oktober – im Beisein seiner Bulldogge Schimmi, gewürdigt von vielen Rennfahrerkollegen: Dominic Klemme, Fabian Wegmann, John Degenkolb, Marcel Kittel, Johannes Fröhlinger und Bastian Bürgel (v. l.).

Niklas Behrens - Aufsteiger

Niklas Behrens wurde in Zürich U23-WeltmeisterFoto: dpa/pa; Arne MillNiklas Behrens wurde in Zürich U23-Weltmeister

Niklas Behrens war aus deutscher Sicht die Entdeckung der Saison. Der Rennfahrer, der in Physiognomie und Fahrweise an Mathieu van der Poel erinnert, gewann bei der WM in Zürich den Titel in der Klasse U23. Der 1,95 Meter große und 80 Kilogramm schwere Hüne ließ sich auf dem bergigen Rundkurs nie entscheidend abhängen. Im kommenden Jahr darf der dann 21-jährige Bremer sein Talent als Radprofi im Trikot von Visma | Lease a Bike zeigen.

Antonia Niedermaier - mit Seeblick

Antonia Niedermaier verteidigte bei der Rad-WM ihren Titel im Einzelzeitfahren der U23-KlasseFoto: dpa/pa; Arne MillAntonia Niedermaier verteidigte bei der Rad-WM ihren Titel im Einzelzeitfahren der U23-Klasse

Antonia Niedermaier stürmte am Ufer des ­Zürichsees im WM-Einzelzeitfahren zur Bestzeit in der Wertung der U23-Klasse. Die 21-jährige ehemalige Skibergsteigerin verteidigte damit den Titel im Kampf gegen die Uhr. In der Eliteklasse verpasste sie um weniger als neun Sekunden die Bronze­medaille.

Phil Bauhaus - schneller Mann

Phil Bauhaus gewann eine Etappe bei Tirreno-AdriaticoFoto: dpa/pa; Gian Mattia D'AlbertoPhil Bauhaus gewann eine Etappe bei Tirreno-Adriatico

Die einstige Sprinternation Deutschland sucht einen Nachfolger für Zabel, Greipel, Kittel und Co. Erfolgreichster deutscher Sprinter war im abgelaufenen Jahr Phil Bauhaus (Team Bahrain-Victorious). Der mittlerweile 30-Jährige aus Bocholt feierte zwei Saisonsiege, einen davon beim World-Tour- Rennen Tirreno-Adriatico (im Bild). Bei der Tour de France belegte er einmal Etappenrang zwei.

Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.

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