Angriff auf 7-Tage-WeltrekordDeutscher will sieben Tage am Stück 547 km fahren

Kristian Bauer

 · 21.04.2026

Angriff auf 7-Tage-Weltrekord: Deutscher will sieben Tage am Stück 547 km fahrenFoto: Domingo Studio
Daniel Steinhauser
Der deutsche Ultracycling-Athlet Daniel Steinhauser startet am 25. April 2026 einen siebentägigen Weltrekordversuch auf dem Rennrad. Der 34-Jährige aus Bad Waldsee will den aktuellen 7-Tage-Weltrekord von 3.826,47 Kilometern übertreffen. Rechnerisch muss er 547 Kilometer pro Tag schaffen. Der Versuch findet auf mehreren Rundkursen in Oberschwaben und dem Allgäu statt.

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An einem Tag über 547 Kilometer mit dem Rennrad zu fahren ist eine harte Aufgabe - wie soll es gehen das sieben Tage hintereinander zu schaffen? Daniel Steinhauser nimmt vom 25. April bis 2. Mai 2026 einen Angriff auf den 7-Tage-Weltrekord im Rennradfahren. Der Ultracycling-Athlet aus Bad Waldsee muss dafür mehr als 3.826,47 Kilometer zurücklegen. Der Start erfolgt am 25. April um 9:00 Uhr auf der Grabener Höhe bei Bad Waldsee. Genau sieben Tage später, am 2. Mai um 9:00 Uhr, endet das Zeitfenster in der Innenstadt von Bad Waldsee.

Der Rekordversuch folgt den Regularien der internationalen Ultracycling-Verbände. Steinhauser fährt auf mehreren Rundkursen in seiner Heimatregion Oberschwaben und dem angrenzenden Allgäu. Ein Begleitfahrzeug begleitet ihn während der gesamten sieben Tage. Das Team umfasst medizinische Betreuer, technische Spezialisten und Orga-Helfer. Die komplette Fahrt wird dokumentiert und kann über Livetracking verfolgt werden. Zuschauer können den Start ab 8:30 Uhr auf der Grabener Höhe verfolgen. Ein Mitfahren beim Start ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

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7-Tage-Weltrekord Anforderungen

Beim 7-Tage-Rekord zählt die Gesamtdistanz innerhalb des festgelegten Zeitfensters. Steinhauser muss Pacing, Schlafmanagement und Energieversorgung über die gesamte Woche steuern. Die Materialkonstanz spielt eine entscheidende Rolle, da technische Probleme direkt auf die Gesamtdistanz durchschlagen. Die Teamabläufe müssen exakt abgestimmt sein, um Versorgungsstopps kurz zu halten. Ausdauer und Belastbarkeit bilden die Grundlage, reichen aber nicht aus. Der Athlet muss auch nach mehreren Tagen mit wenig Schlaf noch Leistung abrufen können.

Steinhauser betont die bewusste Entscheidung für seine Heimatregion als Austragungsort. Er räumt ein, dass es Orte mit besseren Bedingungen für einen solchen Rekordversuch geben könnte. Die Verbindung zu den Menschen vor Ort und das Spendenziel für das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach waren für ihn ausschlaggebend. Über die Website des Kinderhospizes können während des Rekordversuchs Spenden gesammelt werden.

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7-Tage-Weltrekord umkämpft

Der Rennrad-Rekord über sieben Tage hat sich erst vor wenigen Tagen verändert. Bisher lag der Rekord bei 3.814 Kilometern - vor zwei Wochen meldete Canyon-Athlet Alex McCormack, dass er 3826,47 Kilometer geschafft habe. Der Rekord ist zwar noch nicht offiziell anerkannt - ist aber beantragt bei Guinness World Records als auch der World UltraCycling Association. Der 28-jährige Brite McCormack absolvierte auf einer 150-km-Rundstrecke entlang der Mosel bei Koblenz insgesamt 3.826,47 Kilometer – und übertraf damit den bisherigen Rekord von 3.813,81 km um 12,66 km. McCormack saß durchschnittlich 18,5 Stunden täglich im Sattel. Die längste Etappe am siebten Tag: 727,75 km in 25:46 Stunden Fahrzeit. Für Regeneration, Ernährung und Schlaf blieben weniger als fünf Stunden pro Tag. Der tägliche Kalorienverbrauch lag bei etwa 14.000 Kalorien.

Extremwetter bei aktuellem 7-Tage-Weltrekord

​Die Wetterbedingungen stellten sich beim aktuellen 7-Tage-Weltrekord als deutlich härter heraus als erwartet. Alex McCormack kämpfte während der gesamten Woche mit Schnee, Hagel und Regen – besonders die Kälte setzte ihm zu. "Die Kälte war schlimmer als ich erwartet hatte", so McCormack nach dem Rekord in einer Pressemitteilung. Seine Ausrüstung wurde permanent durchnässt, was ihn vor das Dilemma stellte, zwischen aerodynamischer Position und Wärmeerhaltung zu wählen. Zeitweise fuhr er mit einer Wärmflasche im Trikot. Die häufigen Kleiderwechsel und zahlreichen heißen Duschen zum Aufwärmen kosteten erheblich Zeit – laut McCormack hätte unter besseren Bedingungen deutlich mehr Distanz erreicht werden können. Besonders in den Nachtstunden verschlechterten sich die Bedingungen dramatisch. Die vielen Kleidungsschichten beeinträchtigten die Aerodynamik erheblich.

Daniel Steinhauser Porträt

Der Athlet aus Bad Waldsee gehört seit mehreren Jahren zu den führenden deutschen Ultracycling-Fahrern. 2025 gewann er das Utrecht Ultra XL und das Race Across Italy 775. Bei der European Ultra Distance Championship, die als Race Around Niederösterreich ausgetragen wurde, belegte er 2025 den zweiten Platz und wurde Vize-Europameister. Bereits 2024 stellte Steinhauser einen 24-Stunden-Indoor-Rekord auf. Er fuhr dabei 962 Kilometer auf der Rolle.

Die Zielankunft ist für den 2. Mai 2026 um 9:00 Uhr in der Innenstadt von Bad Waldsee geplant. Fans sind zur Ankunft eingeladen.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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