Schon mal vom eigenen Start an der Tour de Swiss geträumt? Das könnte jetzt wahr werden, denn die Schweizer haben ihre Radsportevents für 2026 ordentlich umgekrempelt. So wurde zum Beispiel die Tour de Suisse selbst auf fünf Etappen verkürzt, dafür aber um ein Jedermann-Rennen erweitert. Auch der Herbstevent “Gravel Ride & Race Bern” hat ein Facelift bekommen: Es heißt nun “Gravel Festival Bern” - weil es um einige Ausstellerplätze und Programmpunkte erweitert wurde. Hier alle wichtigen Schweizer Events samt Terminen und Infoadressen.
Egal, ob mit Gravel-, Mountain- oder E-Bike - in jedem Fall aber im eigenen Tempo: Die Gravel Trans Jura ist eine 400 Kilometer lange Challenge mit rund 12.000 Höhenmetern. Die Route klettert von Baden über die sehr landschaftlich abwechslungsreichen Juraketten und durchquert dabei sieben Schweizer Kantone. Den höchsten Punkt markiert der Chasseral-Grat (1606 m) mit seinem sensationellem 360-Grad-Panorama. Am Creux du Van geht’s durch eine riesige Felsenarena mit über 160 Meter hohen senkrechten Felswänden, in welchen gern Gämsen und Steinböcke herumklettern, und der Lac de Joux sorgt für sommerliche Abkühlung. Kurz nach Saint-Cergue beginnt schließlich der letzte, teils anspruchsvolle Aufstieg auf die La Barillette (1528 m). Von hier oben blickt man am Ende über den Genfersee und sieht die weiße Spitze des Mont Blanc am Horizont strahlen, bevor man das Erlebte der letzten Tage auf der langen Abfahrt nach Nyon Revue passieren lässt.
6 Tage hat man Zeit für diese Challenge, auf der man sich komplett selbst versorgen muss. Die Route ist aber so gelegt, dass man immer wieder bikerfreundliche Unterkünfte und Restaurants passiert. So kann man sich seine Etappenlängen individuell einteilen. Die GPS-Daten und alle wichtigen Informationen zur Tour gibt’s in einer detaillierten Roadmap und in der eigens entwickelten App.
Von April bis November kann man die Tour aber auch individuell angehen. Die GPS-Daten dazu und die Roadmap mit allen Adressen gibt es ebenfalls über Ride Gravel.
Die größte Radrundfahrt der Schweiz präsentiert sich dieses Jahr in einem völlig neuen Format: Statt neun werden Mitte Juni fünf Etappen ausgefahren. Jeweils Rundkurse mit Start und Ziel am selben Etappenort. Das Rennen der Frauen wird zeitversetzt an den gleichen Tagen ausgetragen. So lohnt sich die Anreise als Zuschauer umso mehr. Zumal die Tour de Suisse nach der Grand Tours, der Tour de France, dem Giro d’Italia und der Vuelta a España zu den wichtigsten Etappenrennen des Straßenradsports zählt.
Ebenfalls neu in diesem Jahr: die “Tour de Suisse Explorer”. Hobbyfahrer können sich hier von April bis September registrieren und erhalten die GPS-Daten der Original-Rennstrecke zum Nachfahren. Per Checkpoints weist man seine abgespulten Kilometer nach und nimmt am Ende an einer exklusiven Verlosung teil.
Von Zürich durchs Glarnerland und über den Klausenpass bis nach Andermatt - diese klassische Rennroute einmal durch die Brille des zweimaligen Olympia-Siegers Fabian Cancellara erleben. An diesem Tag ist das möglich in vier Kategorien: Single, Relay (zwei Team-Partner wechseln sich ab), “Happy Threesomes” und Couples (Teams, fahren aber gemeinsam). Abends auf der Piazza Gottardo in Andermatt mit kleinem Festival mit Food und Musik für die ganze Familie.
Die Aletsch Arena richtet zusammen mit Bellwald einen Enduro-Worldcup vor der großen Kulisse des Großen Aletschgletschers aus. Hier mit zwei Rennen am Samstag und Sonntag. Die Strecke: Von der Riederalp und Bettmeralp über Fiesch-Eggishorn bis hinüber nach Bellwald. Samstag findet außerdem ein Rennen der Swiss Enduro Series statt. Die besten Zuschauer-Spots verrät die Homepage des Veranstalters.
Zum 5. Mal starten dieses Jahr auch die Frauen zur Tour de France (1.-9. August). Zum Auftakt in Lausanne am Genfersee dürfte das wieder ein großes Spektakel für die Zuschauer werden. Zumal die erste Etappe um den Genfersee führt und das Ziel in Lausanne gefeiert wird. Startschuss in der Avenue de Rhodanie in Lausanne-Ouchy.
Von insgesamt 115 Kilometern der Strecke geht’s 40 nur bergauf - der Granfondo klettert von Ambri über Gotthardpass (2106 m), Furkapass (2429 m) und Nufenenpass (2478 m). Das wird in den Beinen brennen, aber die Augen fahren ja auch mit - und deren Aussichten sind großartig: Tremola-Passstraße, Rhonegletscher, Galenstockkamm und die 4000er-Gipfel des Berner Oberlandes stehen Spalier. Es gibt auch eine kürzere, 52 Kilometer lange Strecke für weniger Ambitionierte.
Ausverkauft: Für den Klassiker unter den Schweizer Radmarathons muss man schon bei der Anmeldung früh dran sein. Aber man kann sich für 2026 noch auf die Warteliste setzen lassen. Hier geht es nicht um den Wettkampf, sondern um das Erlebnis auf den schönsten Schweizer Alpenpässen. Dazu stehen unterschiedlichen Eventformate für jedes Leistungsniveau bereit. Darunter auch die “Extended”-Version und die “Tremola by night”, für die es noch Restplätze gibt! Start in Andermatt.
Der autofreie Tag am Albulapass (2312 m) feiert 20. Jubiläum! Im vergangenen Jahr pilgerten 8000 Radfahrer, aber auch Rollskifahrer und Skateboarder an diesem Tag über die kurvenreiche Verbindungsstraße zwischen Albulatal und Oberengadin. Wer sich den kompletten Pass nicht zutraut, kann die Strecke mit der Rhätischen Bahn sogar abkürzen. Es gibt sogar Leute, die kommen vor allem wegen der diversen Verpflegungsstände. Sie versorgen mit Alpenkebab, vegetarischen Gerichten in Bergün, Kaffee und Kuchen an der Alp Weissenstein, Ghackes und Hörnli mit Apfelmus beim Albula Hospiz, feiner Gerstensuppe auf der Alp Alesch und großem Kuchenbuffet in La Punt.
Die Gstaad Velo Classic in und um Gstaad ist eine genussvolle, gemeinsame Ausfahrt unter Gleichgesinnten. Hier werden nicht nur Landschaft und Schlaglöcher in der Straße gefeiert, sondern auch die Bikes und Outfits mit Retrolook. Das lockt auch immer wieder ehemalige Rennfahrer an. Doch es gewinnt, wer den authentischsten Auftritt hinlegt.
Gravel Festival Bern - klingt nach einem neuen Event. Tatsächlich handelt es sich dabei um das ehemalige “Gravel Ride & Race Bern”, das bereits seit 2018 als “Letzte große Party des Jahres” gefeiert wird. Aber ein paar Unterschiede gibt es doch: Die Expo-Area wurde deutlich vergrößert und das Event-Programm um einige Familienangebote erweitert.