Jedermann RennenKino: Andreas Niedrig – Sein Leben im Film

Unbekannt

 · 28.02.2008

Kino: Andreas Niedrig – Sein Leben im Film

Triathlet Andreas Niedrig ist nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge (u.a. Dritter beim Ironman Roth 1998) über die Dreikampf-­Szene hinaus bekannt. Der Sportler, der 2006 als Profi zurücktrat, machte auch wegen seiner persönlichen Geschichte – er war drogenabhängig – von sich reden, die er im Buch “Vom Junkie zum Ironman” verarbeitete. Nun wurde das Buch neu überarbeitet und seine Geschichte unter dem Titel “Lauf um dein Leben!” verfilmt. Kinostart: 24. April

Triathlet Andreas Niedrig ist nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge (u.a. Dritter beim Ironman Roth 1998) über die Dreikampf-­Szene hinaus bekannt. Der Sportler, der 2006 als Profi zurücktrat, machte auch wegen seiner persönlichen Geschichte – er war drogenabhängig – von sich reden, die er im Buch „Vom Junkie zum Ironman“ verarbeitete. Nun wurde das Buch neu überarbeitet und seine Geschichte unter dem Titel „Lauf um dein Leben!“ verfilmt. Kinostart: 24. April

TOUR hat mit Niedrig über den Fillm und das Buchprojekt gesprochen.

TOUR: Herr Niedrig, worum geht es in dem Film „Lauf um dein Leben!“?
Der Film wird das Leben meiner Familie zeigen, mit vielen Höhen und vor allem vielen Tiefen. Wir haben mit dem Film aber in erster Linie versucht, eine Parabel aus dem Leben zu erzählen, wo es um die heute leider zu oft verloren gegangenen Werte der Liebe, Loyalität und Freundschaft geht. Wir möchten zeigen, dass man mit Selbstverantwortung und konsequenten Lebensvorstellungen sein Leben immer verändern kann.

Wie hat sich der Haupt­darsteller vorbereitet?
Max Riemelt stellt mich vor allem in meiner ­Jugend und im jungen ­Erwachsenenalter dar. Ich glaube, diese Vorbereitung war eine echte Heraus­forderung für ihn. Durch ­meine Abhängigkeit hatte ich damals einen wahnsinnigen Gewichtsverlust, was den Schauspieler zu einer Diät zwang. Max war aber schon so austrainiert, dass er ganz schön beißen ­musste, um noch mehr abzunehmen. Er wurde mit mir beim Ironman auf Lanzarote für die Aufnahmen mit ins Starterfeld integriert. Gefinisht hat er aber nicht.

Es gibt bereits ein Buch von Ihnen: „Vom Junkie zum Ironman“. Warum die Neuauflage?
Das erste Buch hatte ich auf Druck der Medien herausgegeben, als im Zuge ­meiner sportlichen Erfolge immer mehr Details aus meiner Vergangenheit bekannt wurden. Meine Frau und ich hatten uns entschlossen, in die Offensive zu gehen. Das Problem: Meine Junkie-Zeit war damals bereits sieben Jahre vorbei und ich wollte mich mit der Vergangenheit eigentlich nicht mehr befassen. Also überließ ich das Schreiben dem Autor Jörg Schmitt-Kilian. Im Buch ist alles wahr, aber es fehlte auch vieles. Ich konnte mich damit nie identifizieren. Das neue Buch habe ich zum großen Teil selbst geschrieben.

Wie erleben Sie Jan Ullrich und andere Profis, die mit Dopingvorwürfen umgehen müssen?
Ich glaube nicht, dass man mein Verhalten und meine Vergangenheit mit der ­Dopingproblematik, die es wohl in allen Sportarten gibt, vergleichen sollte. Ich kann aber mir nicht vorstellen, dass ein Sportler, der gespürt hat, wie er mit Doping leistungsstärker ist, jemals den Schritt schaffen kann, ohne an den Start zu gehen. Es ist keine wirkliche Einsicht bei überführten Sportlern zu erkennen. Genau so habe ich mich verhalten, als meine Abhängigkeit aufgefallen ist. Ich hatte nie das Gefühl, abhängig zu sein oder etwas Unrechtes getan zu haben – das gehört zum Krankheitsbild. Und was ist mit den Funktionären, Trainern, Sponsoren, der Gesellschaft? Keiner schafft es, eine ­erkennbare Einstellung zum ­Doping zu haben. Es muss sich mehr verändern als der Sportler. Sonst wird es so verlogen weitergehen. Leider!

(Interview: Carola Felchner/Andreas Kublik, Foto: Picture Alliance/DPA)