Deutscher 24-Stunden-Höhenmeter-Rekord an der KalmitFoto: Fuhrbach

Jedermann RennenDeutscher 24-Stunden-Höhenmeter-Rekord an der Kalmit

Unbekannt

 8/26/2009, Lesezeit: 2 Minuten

Christoph Fuhrbach fährt auf der Pfälzer Kalmit-Stoppomatstrecke 17.615 Höhenmeter.

Christoph Fuhrbach fährt auf der Pfälzer Kalmit-Stoppomatstrecke 17.615 Höhenmeter.

“Nein, morgen fahre ich sie nicht”, nimmt sich Christoph Fuhrbach vor, nachdem er seine Hausstrecke, seine geliebte “geniale Kalmit”, gerade 24 Stunden nonstop rauf und runter geradelt ist. 42,5 Mal hat er es geschafft – das sind insgesamt 488 Kilometer und 17.615 Höhenmeter. Diese Leistung ist ein inoffizieller deutscher Rekord. 1996 war der Extremradsportler Rainer Klaus 15.458 Höhenmeter auf der schwäbischen Alb gefahren. Der 39-jährige Pfälzer Christoph Fuhrbach hat sich von Sonntag 18 Uhr bis Montag 18 Uhr seinem Lieblingsberg gewidmet: Die 5.750 m lange Auffahrt mit 415 Höhenmetern schaffte er zunächst elf Mal in jeweils 22 Minuten (nur wenige Radfahrer sind bei ihrem einmaligen Stoppomat-Bergsprint schneller), dann kam die Nacht und der “Durchhänger”. Ein Auto, mit Vater bzw. einem Freund am Steuer, fuhr voraus und beleuchtete die Straße.

Ab 8 Uhr war das Tief überstanden: “Die letzten zehn Stunden sind super gelaufen – keine Krise – keine Pause”. Ziel für nächstes Jahr ist der Höhenmeter-Weltrekord, die Kalmit-Rekordfahrt war nur ein Test dafür. Es war von vornherein klar, dass die Strecke nicht weltrekordfähig ist: zu kurvig und vor allem zu flach.

Fuhrbach sucht noch eine geeignete Strecke mit möglichst zehn Prozent Steigung und einem geraden Verlauf. Körperlich und mental ist er stark genug, den Weltrekord anzugreifen, den die Zwillinge Gernot und Horst Turnowsky 2007 mit 20.049,9 Höhenmetern aufgestellt hatten.

Fuhrbach ist ehemaliger Bergläufer (2002 beispielsweise Kandel-Berglauf gewonnen), hat dieses Jahr auf seinem ersten eigenen Rennrad nun 11.000 Radkilometer abgespult, darunter 316 Mal die Kalmit. Auf vier Stoppomat-Strecken steht er auf Rang eins. Seine Rekord-Leistung ist auf www.stoppomat.de nachzuverfolgen, denn für jede Fahrt wurde eine Karte gestempelt. Beruflich engagiert sich der “Referent für weltkirchliche Aufgaben” für die Entwicklungspolitik.

Daraus schöpft er Motivation für seinen Extremsport: “Wenn ich sehe, wie andere Menschen unter schweren Lebenssituationen leiden, dann relativiert sich meine kleine Quälerei über 24 Stunden.”

Seinen Rekord fuhr Fuhrbach übrigens in Birkenstocksandalen – warum, erfahren Sie in der Oktober-Ausgabe der TOUR im Exklusivinterview.