TOUR
· 17.07.2025
Am 27. Juli 2025 startet in Santiago de Compostela das Transcontinental Race (TCR), das laut Veranstalter größte unsupported Radrennen der Welt. Der österreichische Ultracyclist Christoph Strasser steht vor seinem vierten Start bei diesem Wettbewerb. Nach zwei Siegen und einem zweiten Platz in den Vorjahren peilt der 38-Jährige seinen dritten Triumph an. Die Strecke führt über rund 4.800 Kilometer von Spanien bis ans Schwarze Meer in Rumänien. Anders als bei betreuten Ultradistanz-Rennen wie dem Race Across America müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim TCR ohne Unterstützung auskommen. Verpflegung, Routenplanung und Reparaturen erfolgen in Eigenregie.
Die Route des TCR 2025 wurde komplett neu konzipiert. Nach dem Start in Santiago de Compostela absolvieren alle Fahrerinnen und Fahrer zunächst einen verpflichtenden Parcours entlang der Küste von Fisterra. Anschließend können die Teilnehmenden ihre Route frei wählen, müssen jedoch fünf vorgegebene Checkpoints passieren. Der erste befindet sich im Nationalpark Picos de Europa südlich von Santander. Es folgen Stationen in den Pyrenäen am Col de Tourmalet auf 2.000 Metern Höhe sowie in den italienischen Alpen bei Sestriere. Hier müssen die Radfahrenden über die Schotterpassage der Strada dell'Assietta zum Col del Finestre fahren. Der vierte Checkpoint liegt in der Toskana und führt über die Originalstrecke der Strade Bianche bei Siena.
Nach den ersten vier Kontrollpunkten stellt die Fährüberfahrt von Bari nach Durres in Albanien eine logistische Herausforderung dar. "Wenn man dort die Fähre knapp verpasst, hat man ein Problem, denn es könnte schnell ein Tag weg sein", erklärt Strasser. An manchen Wochentagen verkehrt nur eine Fähre pro Tag. Der fünfte und letzte Checkpoint befindet sich in den Bergen Albaniens. Das Ziel liegt schließlich im rumänischen Konstanta am Schwarzen Meer. Laut Strasser bieten sich auf der Gesamtstrecke viele Möglichkeiten zur Routenwahl, was über die Distanz von 4.800 Kilometern entscheidend sein könne.
Um seine Chancen auf den dritten Sieg zu erhöhen, hat sich Christoph Strasser im Vorfeld intensiven Tests gewidmet. Ein Fokus lag dabei auf der Aerodynamik, um möglichst wenig Energie zu verschwenden. "Ich habe heuer unterschiedliche Radtaschen getestet, um das Optimum herauszuholen", berichtet der Österreicher. So befestige er in diesem Jahr seine Vordertasche unter dem Lenker, was wertvolle Watt einspare. Dennoch bleiben laut Strasser viele Unwägbarkeiten wie mögliche Pannen, streunende Hunde in Südosteuropa oder Herausforderungen bei Navigation und Versorgung.
Neben Strasser gehen weitere starke Fahrerinnen und Fahrer an den Start. Die Deutsche Jana Kesenheimer, Siegerin des TCR 2024, nimmt erneut teil. Auch der Palästinenser Abdullah Zeinab, der im Vorjahr den vierten Platz belegte, ist wieder dabei. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 400 Teilnehmenden aus zahlreichen Nationen.
Das Transcontinental Race wurde 2013 vom verstorbenen Mike Hall ins Leben gerufen, einer Legende der Ultradistanz-Radsportszene. Es handelt sich um ein Etappenrennen quer durch Europa, bei dem die Radfahrerinnen und Radfahrer rund 4.000 Kilometer im self-supported Modus zurücklegen. Das bedeutet, sie dürfen keinerlei externe Unterstützung in Anspruch nehmen. Die exakte Streckenführung variiert von Jahr zu Jahr, wobei Start- und Zielort sowie die Checkpoints vorgegeben sind.