Bericht von der Cape Argus Tour

Unbekannt

 · 31.05.2009

Bericht von der Cape Argus TourFoto: Uwe Geißler

Radmarathons und Jedermann-Rennen boomen in Europa. Doch das größte Radrennen der Welt startet seit vielen Jahren in Südafrika – mit bis zu 35.000 Teilnehmern. TOUR hat die berühmte Cape Argus Pick n Pay Cycle Tour Anfang März 2009 in Kapstadt besucht.

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens – wenige Minuten vor Sonnenaufgang. Zwei riesige Flutlichtstrahler auf einer Fußgängerbrücke beleuchten die acht Spuren des Hertzog Boulevards im Zentrum von Kapstadt. Zwischen den Hochhäusern warten Tausende bunter Radler, gebändigt von Ordnungskräften in neonfarbenen Westen. Sie schicken die Biker hinter Absperrgitter und teilen sie mit langen Seilen in Gruppen von jeweils 400 bis 500 Fahrern ein.

Vor-Start-Stimmung wie jedes Jahr bei der Cape Argus Pick n Pay Cycle Tour. Doch etwas ist anders in diesem Jahr: Die Starter sind nervöser als sonst, die Atmosphäre wirkt fast bedrohlich. Windböen mit bis zu 100 Stundenkilometern pfeifen durch die Häuserschluchten. Palmen biegen sich, Werbebanner flattern laut im Sturm und reißen sich Stück für Stück aus ihren Befestigungen. Toilettenhäuschen kippen und krachen zu Boden.

Verlagssonderveröffentlichung

Dennoch fällt um Punkt 6.15 Uhr der Startschuss. Die Startgruppen werden in Abständen von drei Minuten auf den 109 Kilometer langen Kurs geschickt. Im ersten Block gehen die Fahrer von 28 internationalen Profiteams auf die Strecke. Unter ihnen das achtköpfige “German National Team” mit Fahrern wie Robert Bartko, Olaf Pollack und Patrick Gretsch.

Mehr als vier Stunden dauert es, bis der letzte Teilnehmer auf der Strecke ist. Die Bedingungen sind extrem: Von 73 Startblöcken schaffen es gerade einmal zwei, die ersten hundert Meter ohne (Massen-)Sturz zu überwinden. Hinter einer Unterführung bläst der Sturm so stark, dass viele Fahrer einfach umgeweht werden. In den Böen können sich die Radler oft nur mit Hilfe von Zuschauern auf den Beinen halten. Sie umklammern ihr Rennrad, das wie eine Fahne im Wind weht. “Das waren die heftigsten Wetterbedingungen in der Geschichte der Argus Tour”, resümiert Rennleiter David Bellairs am Tag danach. Und das will etwas heißen: Die erste Austragung liegt bereits 32 Jahre zurück.

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  73 Startblöcke mit bis zu 500 Teilnehmern gehen auf die Strecke. Zwischen den Gruppen liegen jeweils drei Minuten.
73 Startblöcke mit bis zu 500 Teilnehmern gehen auf die Strecke. Zwischen den Gruppen liegen jeweils drei Minuten.
  »Viele Menschen in Europa können sich nicht vorstellen, dass wir in Südafrika ein Radrennen mit 35.000 Teilnehmern haben.«David Bellairs, Rennleiter Argus Tour
»Viele Menschen in Europa können sich nicht vorstellen, dass wir in Südafrika ein Radrennen mit 35.000 Teilnehmern haben.«David Bellairs, Rennleiter Argus Tour

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