Neu am StartDiese neun Räder feiern ihr Tour de France-Debut

Jens Klötzer

 · 03.07.2026

Neu am Start: Diese neun Räder feiern ihr Tour de France-Debut
Die am Samstag beginnende Tour de France ist auch eine Werbebühne für die Rennradhersteller. Viele nutzen die Aufmerksamkeit, um neue Modelle zu präsentieren - andere haben sich schon ein paar Renntage bewährt, wieder andere sind noch als Erlkönig unterwegs. Diese Modelle sind erstmals bei der diesjährigen Tour vertreten

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Bianchi Specialissima RC: Bahrain Victorious

Bianchi Specialissima für das Team Bahrain-VictoriousPhoto : BianchiBianchi Specialissima für das Team Bahrain-Victorious

​Die italienische Traditionsmarke Bianchi ist fester Bestandteil des Tour-Pelotons. In diesem Jahr geht sie zusammen mit dem Team Bahrain-Victorious an den Start, wo sie zum Saisonwechsel den vorherigen Ausstatter Merida ersetzte. Die Italiener stellten wenige Wochen vor der Rundfahrt eine neue Generation des Specialissima vor. Der ehemalige Leichtbau-Spezialist soll deutlich aerodynamischer geworden sein, auch von der Form erinnert die Neuheit nun eher an einen Allrounder für alle Etappen. Das Team Bahrain Victorious könnte bei der Tour de France daher verstärkt auf die Neuentwicklung als auf das Aero-Modell Oltre setzen.

Cannondale SuperSix Evo: EF Education EasyPost

Cannondale SuperSix Evo LAB71 für EF Education-EasyPostPhoto : Getty Images/Alex BroadwayCannondale SuperSix Evo LAB71 für EF Education-EasyPost

Schon seit der Tour Down Under absolviert das neue SuperSix Evo von Cannondale Renneinsätze bei den Profis des Teams EF Education-EasyPost. Offiziell eingeführt wurde das Modell im Februar und darf nun zum ersten Mal bei der Tour de France mitfahren. Eine Alternative zum Allrounder haben die Profis nicht, doch die Fahrer vom Bergtrikot-Aspiranten Richard Carapaz bis zum Etappenjäger Kasper Asgreen können sich auf absolutes Top-Material verlassen: Das SuperSix Evo LAB71 ist leicht, performt aerodynamisch top und bietet herausragenden Fahrkomfort - in unserem Test erarbeitete sich das Rad eine absolute Top-Note und gehört zu den vollkommensten Boliden im Peloton.

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​Cube Litening Aero: TotalEnergies

Neues Cube Litening Aero für TotalEnergiesPhoto : Getty Images/Luc ClaessenNeues Cube Litening Aero für TotalEnergies

Viel ist noch nicht bekannt über das neue Aero-Modell von Cube, mit dem das Team TotalEnergies die Tour de France bestreiten wird: Die offizielle Präsentation des Rades stand zum Zeitpunkt des Starts noch aus. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie noch während der Tour stattfinden, schließlich wird das Rad prominent zu sehen sein. Selbst bei der Teampräsentation fuhren die Fahrer schon damit auf die Bühne. Das bisherige Litening Aero wurde bereits 2019 eingeführt, ein Update steht also an. Der deutsche Hersteller stattet erstmals die französische Equipe aus, nachdem er das erfolgreiche Sponsoring der Mannschaft Intermarché-Wanty durch die Fusion mit dem belgischen Lotto-Team aufgeben musste. Im vergangenen Jahr fuhr TotalEnergies noch auf Rädern des US-Herstellers Enve.

​Giant Propel Advanced: Team Jayco-AlUla

Giant Propel Advanced SL für Team Jayco-AlUlaPhoto : Getty Images/Tim de WaeleGiant Propel Advanced SL für Team Jayco-AlUla

​​Das Giant Propel mutierte über die Jahre vom schweren, harten Aero-Boliden zum vielseitigen Race-Allrounder. Die neuste Auflage, die zusammen mit den Profis des Teams Jayco-AlUla entwickelt und in diesem Frühjahr enthüllt wurde, folgt diesem Anspruch weiter: Deutlich schneller wurde das Rad nicht – dafür unfassbar leicht. Ohne spezielle Tuningmaßnahmen sollten die Teambikes die 6,8 Kilogramm Mindestgewicht erreichen. Auch Fahrkomfort und Steifigkeiten sind top. Damit führt das Giant Propel (gemeinsam mit dem Specialized Tarmac SL9) aktuell die Bestenliste der TOUR-Tests für Wettkampfräder an. Über die Wahl zwischen mehreren Modellen müssen sich die Fahrer um GC-Contender Simon Yates, den deutschen Sprinter Pascal Ackermann und den frisch gebackenen deutschen Meister Felix Engelhardt also keine Sorgen machen. Aufs Material können sie fehlende Erfolge allerdings auch nicht schieben.

​Look 795 Blade RS 3: Cofidis

Look 795 Blade RS 3 für CofidisPhoto : LookLook 795 Blade RS 3 für Cofidis

​Rennerprobt ist es bereits: Alex Aranburu holte schon im April einen Etappensieg bei der Itzulia Baskenland-Rundfahrt auf dem neuen LOOK, bevor im Juni ein weiterer Sieg bei der Belgien-Rundfahrt folgte. Das Team Cofidis entwickelte das Rad von Beginn an mit und testete es unter Rennbedingungen. Wenige Wochen vor der Tour gelangte es auch offiziell in den Verkauf. Dass die Neuheit dennoch wenig Aufmerksamkeit erregte, liegt wohl am äußerlich sehr zurückhaltenden Facelift. Dafür wollen die Franzosen Gewicht gespart haben, auch aerodynamisch werden Verbesserungen versprochen.

Orbea Orca Aero: Lotto-Intermarché

Orbea Orca Aero für Lotto-InermarchéPhoto : OrbeaOrbea Orca Aero für Lotto-Inermarché

​Nur zwei Tage vorm Tour de France-Start stellte der baskische Hersteller Orbea in Barcelona ein neues Orca Aero vor, das als Arbeitsgerät des Teams Lotto-Intermarché in die Rundfahrt gehen wird. Die Neuheit soll aerodynamische Vorteile bringen, vor allem, weil der Fahrer besonders tief auf dem Rad sitzt. Im Aufgebot dürfte insbesondere der Franzose Arnaud de Lie davon profitieren, der als aussichtsreicher Kandidat für Sprintankünfte gilt. Auch der deutsche Georg Zimmermann wird auf dem neuen Orca Aero durch Frankreich rollen.

Specialized S-Works Tarmac SL9: Red Bull-Bora-hansgrohe & Soudal Quick-Step

Specialized S-Works Tarmac SL9 für Red Bull-Bora-hansgrohe und Soudal-QuickStepPhoto : Getty Images/Luc ClaessenSpecialized S-Works Tarmac SL9 für Red Bull-Bora-hansgrohe und Soudal-QuickStep

Wohl am meisten Aufmerksamkeit im kurzfristigen Vorfeld der Tour bekam die Neuvorstellung des Specialized S-Works Tarmac SL9. Das hat gleich mehrere Gründe, einer davon ist die ausgefeilte Marketing-Strategie des US-amerikanischen Herstellers, der es wie kaum ein anderer schafft, Begehrlichkeiten zu wecken und Neuheiten ins Rampenlicht zu rücken. Ein anderer ist die Liste prominenter Gesamtklassement- und Etappen-Favoriten, die in gleich zwei von Specialized ausgestatteten Teams mit dem neuen Tarmac an den Start gehen werden: Remco Evenepoel, Florian Lipowitz und Jay Hindlay für Red Bull-Bora-hansgrohe; Julian Alaphillipe und Kasper Asgreen bei Soudal Quick-Step. Nicht zuletzt ist auch die technische Qualität des Rades besonders: Als extrem leichter und konkurrenzfähig schneller Allrounder können sich die Fahrer auf Top-Material verlassen, neben dem Giant Propel erreichte auch das Tarmac SL9 im TOUR-Test die absolute bisherige Bestnote.

Van Rysel RCR-R Pro: Decathlon CMA CGM

Van Rysel RCR-R für Decathlon CMA CGMPhoto : Getty Images/Dario BelingheriVan Rysel RCR-R für Decathlon CMA CGM

Auf Senkrechtstarter Paul Seixas werden in diesem Jahr viele Augen gerichtet sein. Dass der junge Franzose aus dem Team Decathlon CMA CGM auf einem neuen Modell seines Ausrüsters unterwegs sein könnte, wird dabei fast zur Nebensache: Im Frühjahr war er in einigen Rennen auf einem schwarz lackierten Prototypen der Decathlon-Eigenmarke Van Rysel zu sehen. Allem Anschein nach ist es ein Nachfolger des Allrounders RCR Pro. Aerodynamische Optimierungen sind zu erkennen, für ein Update des schnellen Aero-Boliden RCR-F wirkt das Modell aber zu filigran. Offizielle Infos zum Rad gibt es bislang nicht, ob man im Lauf der Tour dazu mehr erfahren wird, ist ebenso unbekannt. Sicher dürfte sein, dass Seixas mit dem Gerät seine Chancen als Herausforderer nicht schmälern wird: Schon das aktuelle RCR-R Pro entpuppte sich in unserem Test als ausgewogene Rennmaschine für höchste Ansprüche.

​Wilier Filante ID2: Groupama-FDJ United

Wilier Filante ID2 für Groupama-FDJPhoto : WilierWilier Filante ID2 für Groupama-FDJ

​Der Race-Allrounder Filante ist für Wilier das wichtigste Modell: Es fährt als Arbeitsgerät der Groupama FDJ United-Profis im Rampenlicht der World-Tour und präsentiert die italienische Traditionsmarke damit auch bei der Tour de France. Das Anfang des Jahres erneuerte Flaggschiff bekam ein aerodynamisches Update, das auch die markanten Trinkflaschen samt Halter umfasst. Mit neuen Carbonspeichen-Laufrädern von Miche bleibt das Rad konkurrenzfähig leicht. In unserem TOUR-Test schnitt das Rad entsprechend gut ab und präsentierte sich als konkurrenzfähiges Renngerät.

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Jens Klötzer is a qualified industrial engineer and TOUR's expert for components of all kinds: brakes, gears, wheels and tyres - Jens puts everything through its paces. He collects historic racing bikes and owns both a modern time trial bike and a titanium gravel touring bike. When travelling, he likes to explore unknown roads in Eastern Europe - on wide but fast tyres.

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