Sebastian Lindner
· 05.05.2026
Es waren nur noch 2200 Meter bis ins Ziel, das schwierigste eigentlich überstanden. Doch als Kerbaol antrat, reagierte hinter ihr niemand. Das entstandene Loch rettete sie über den Zielstrich zu ihrem zehnten Sieg der Karriere. Auf ähnliche Weise hatte sie vor zwei Jahren eine Etappe der Tour de France Femmes gewonnen, auch wenn der Weg bis ins Ziel dort etwas weiter war. Für ihr Team ist es bereits der zweite Sieg bei der Spanienrundfahrt in diesem Jahr. Nachdem Auftaktsiegerin Noemi Rüegg gestern im Führungstrikot aus dem Rennen gestürzt war, bleibt es damit bei einer Achterbahnfahrt für die amerikanische Mannschaft.
Das sagte Kerbaol dann auch in ihrem Siegerstatement. “Wir waren so glücklich, als Noemi ins Rote Trikot gefahren war, und so down, als sie gestern aufgeben musste. Wir haben heute viel an sich gedacht. Es war einen Tag mit vielen Emotionen”, so die 24 Jahre französische Zeitfahrmeisterin.
Den Sprint der Verfolgerinnen gewann Lotte Kopecky (SD Worx - Protime) vor Sarah Van Dam (Team Visma | Lease a Bike) und Liane Lippert (Movistar Team). Auch Koch war Teil der Gruppe und verteidigte damit die Gesamtführung, wenn auch hauchdünn. Kopecky liegt durch Bonifikationen nur noch zwei Sekunden zurück. Genau wie die Belgierin war aber auch die Deutsche Meisterin zwischenzeitlich nicht mehr Teil der Spitze und hatte Mühe, nach 121 Kilometern von Padrón nach A Coruña ohne kategorisierte Bergwertung, aber mit giftigen Wellen im Finale, den Anschluss zu den Favoritinnen wiederherzustellen.
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Begannen die ersten beiden Tage eher verhalten, wurde auf der 3. Etappe von Beginn an attackiert. Kurz nach dem Start rissen Felicity Wilson-Haffenden (Lidl - Trek) und Sterre Vervloet (Lotto Intermarché Ladies) aus. Ein Trio um Katia Ragusa (Human Powered Health) kämpfte danach um den Anschluss, bekam die Lücke aber nie geschlossen. Während das Spitzenduo seinen Vorsprung nach 35 Kilometern auf dreieinhalb Minuten ausgebaut hatte, fielen die Verfolgerinnen ins Feld zurück.
Als die erste Hälfte des Tages zurückgelegt war, war der Abstand wieder unter zwei Minuten gesunken. Auf den nächsten 20 Kilometern blieb der Abstand dann konstant. Vervloet konnte dann aber nicht mehr mit Wilson-Haffenden mitfahren. Das Peloton hatte die Ausreißerin aber jederzeit unter Kontrolle. Die Junioren-Weltmeisterin im Zeitfahren von 2023 schaffte es aber noch geradeso über den Zwischensprint 17 Kilometer vor dem Ziel. Koepcky und Koch sammelten dort die weiteren Bonussekunden ein.
An einer Welle 14 Kilometer vor dem Ziel drückte Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM zondacrypto) richtig aufs Tempo und verkleinerte das Feld damit auf 20 Frauen. Auch Koch verlor den Anschluss an die erste Gruppe, kam aber wie weitere Frauen wieder zurück. Auf der anderen Seite wurde Kristen Faulkner (EF Education-Oatly) zurückgeholt, die sich ein paar Meter Vorsprung herausgefahren hatte.
Es blieb wellig im Finale, immer wieder wurde attackiert. Den richtigen Moment fand dafür dann Kerbaol, als sie sich 2200 Meter vor dem Ziel mit Schwung aus der Gruppe fuhr. Es gab keine Reaktion. Und so sollten die 100 Meter, die sich die Französin schnell herausgefahren hatte, bis ins Ziel reichen.