Dans cet article, nous utilisons des liens d'affiliation. À chaque achat via ces liens, nous recevons une commission du commerçant. Tous les liens pertinents sont marqués avec . En savoir plus.
Die ewige Gewichtsfrage: Beim Rennrad ist die Sache ziemlich klar – leicht gewinnt. Beim Mountainbike wird es schon differenzierter. Downhill- und Enduro-Racer arbeiten teilweise sogar mit Zusatzgewichten unter dem Unterrohr, um den Schwerpunkt zu senken und die Fahrstabilität zu erhöhen.
Hobby-Downhiller und Enduristen greifen dagegen oft lieber zu leichteren Bikes, weil sie sich im Handling agiler und verspielter anfühlen. Bei Cross-Country-Bikes bis hin zu All-Mountain-Modellen ist geringes Gewicht wiederum nur vorteilhaft.
Und wie sieht es beim Gravelbike aus? Das haben wir uns angeschaut und einmal in der Szene nachgefragt.
Ein leichteres Gravelbike beschleunigt spürbar schneller (besonders leichte Laufräder), reagiert direkter auf Antritte und lässt sich auf wechselndem Untergrund agiler manövrieren – ein Vorteil, wenn du häufig zwischen Schotter, Waldwegen und Asphalt wechselst.
Gerade bei längeren Anstiegen oder Touren mit vielen Höhenmetern macht sich ein geringeres Gewicht deutlich bemerkbar, ebenso bei Gravel-Situationen wie kurzen Trage- oder Schiebepassagen über Hindernisse. Auch klar: Bei Bikepacker mit schweren Taschen und gefüllten Trinkflaschen spielt es keine große Rolle, ob das Gesamtgewicht des Bikes bei 9,8 Kilo liegt statt bei 9 Kilo.
Weniger Gewicht erleichtert die Bike-Kontrolle in technischen Abschnitten, etwa in Kurven auf losem Untergrund oder beim schnellen Ausweichen.
Gleichzeitig darf das Gewicht nicht zulasten von Stabilität, Komfort und Haltbarkeit gehen – breitere Reifen, ein robuster Rahmen und etwas “Substanz” sorgen auf rauem Untergrund für mehr Sicherheit und Fahrkomfort.
Ein leichtes Gravelbike bringt klare Vorteile bei Dynamik und Kletterleistung, doch entscheidend ist eine ausgewogene Balance aus Gewicht, Robustheit und Komfort, die zum jeweiligen Einsatzzweck passt. Die Reifen machen meist mehr Unterschied, als 300 Gramm beim Gesamtgewicht. Zudem gilt es zu unterscheiden, ob Race-Gravelbike oder Allround/Abenteuer-Bike.
Die Experten unterscheiden zwischen Race-Gravelbike und Allrounder-Abenteuer-Gravelbike. Die Gewichts-Angaben beziehen sich auf das Bike ohne Pedale.
Jürgen Schlender: “Wenn du dir beim Budget überhaupt keine Sorgen machen musst, ist ein 7-Kilo-Gravelbike faszinierend. Geringes Gewicht sorgt einfach für spürbar mehr Vortrieb.
Für Gravel-Biker, die zur Arbeit pendeln, am Wochenende längere Touren zum See unternehmen und ein bis zwei Overnighter pro Jahr planen, lohnt es sich jedoch meist nicht, so tief in die Tasche zu greifen.
Etwa 8,5 Kilo sind ein guter Richtwert bei Carbon-Gravelbikes, knapp unter 10 Kilo bei Aluminium-Modellen. Wir bringen bald ein Modell für 1.800 Euro auf den Markt – es liegt bei 9,8 Kilo. Viel mehr Preis-Leistung geht kaum.”
Jens Klötzer: “Bei Race-Gravel-Bikes setze ich die Obergrenze bei 8,5 Kilo – darunter ist leicht, darüber ist's nicht mehr race-tauglich. Bei Allround- und Abenteuer-Gravel-Bikes liegt meine persönliche Grenze bei 10 Kilo. Darüber machts einfach keinen Spaß mehr.
Das Gewicht fällt vor allem im Gelände auf – beim Beschleunigen, in engen Kurven, über Hindernisse. Da ist das Rad in seinem natürlichen Habitat und da zählt hohe Gewicht echt als Spaßfaktor.
Auf der Straße oder dem Radweg ist es ziemlich egal. Das Gute: Selbst im Einstiegssegment ab 1.300-1.500 Euro bekommst du problemlos ein Rad unter 10 Kilo. Wenn dir jemand für diesen Preis ein 11-12 Kilo schweres Gravel-Bike andrehen will – Finger weg! Das ist mit billigem Alurahmen und schweren Reifen völlig unnötig schwer gebaut. Für das gleiche Geld findest du definitiv was unter 10 Kilo.”
Anatol Sostmann: “Gravel Racebikes sollten möglichst leicht sein – alles unter 8 Kilo (ohne Pedale) ist schon ein sehr guter Wert. In dem Bereich muss man in der Regel auch noch keine großen Abstriche bei der Robustheit machen. Klar, dicke Reifen schlagen beim Gewicht ordentlich zu Buche, aber je nach Rennen ist das absolut sinnvoll.
Bei Abenteuer- oder Bikepacking-Gravels sieht das ganz anders aus: Da spielt das reine Radgewicht eine deutlich kleinere Rolle. Ob du drei Tage oder zwei Wochen unterwegs bist, macht beim Gepäck oft kaum einen Unterschied – am Ende kommt ohnehin einiges zusammen. Ein Bike um die 10 Kilo (ohne Pedale) ist hier völlig okay.
Wichtiger ist eher das Gesamtpaket: Ein extrem leicht aufgebautes Rad, das dann mit schweren Taschen beladen wird, bringt dir oft weniger als gedacht. Das merkt man manchmal sogar im Handling und in der Stabilität - das Rad fühlt sich dann weich an und flext.
Mein Tipp: Lieber bei der Ausrüstung konsequent aussortieren und nur das Nötigste mitnehmen, statt den Fokus zu sehr auf das Gewicht des Bikes zu legen.”

Editor