Nordkap-Fahrt von Paralympicssieger Ablinger3.320 Kilometer nur mit Armkraft

Kristian Bauer

 · 04.07.2026

Nordkap-Fahrt von Paralympicssieger Ablinger: 3.320 Kilometer nur mit ArmkraftPhoto : Walter Ablinger
Mit Armkraft vom Nordkap nach Österreich - gelebte Inklusion bei N2N für Charity
Die Strecke quer durch Europa zum Nordkap ist eine Herausforderung für alle Radfahrer. Wie anstrengend muss es erst sein, die ganze Distanz nur mit Armkraft auf dem Handbike zu schaffen? Walter Ablinger, Mario Großfurtner und Gerald Bischof sind unter dem Motto ”Nordkap 2 Natternbach” 3.320 Kilometer durch sechs Länder gefahren. Die drei Sportler bewältigen 24.000 Höhenmeter in 32 Tagen ohne Ruhetag.

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Drei Sportler und drei Betreuer starteten am 27. Mai am Nordkap zur Charity-Aktion N2N (Nordkap 2 Natternbach). Walter Ablinger aus Rainbach fuhr im Handbike, während Mario Großfurtner und Gerald Bischof auf dem Rennrad die Strecke zurücklegen. Nach 32 Tagen erreichte das Team am 27. Juni sein Ziel in Natternbach. Die Route führte durch Norwegen, Finnland, Schweden, Deutschland, Tschechien und Österreich. Die Tour sammelte stand heute 40.000 Euro Spenden für zwei Familien mit beeinträchtigten Kindern aus den österreichischen Gemeinden Andorf und Natternbach. Ein Sponsor übernahm die Fixkosten, sodass alle Spenden direkt an die Familien gehen.

Extreme Bedingungen auf 3.320 Kilometern

Die Sportler fuhren täglich Etappen von rund 150 Kilometern. Temperaturunterschiede von 39 Grad prägten die Fahrt ebenso wie wechselnde Wetterbedingungen. Das Team durchquerte Schneefelder bei Kälte und kämpft sich durch Regentage. Sonnige Abschnitte wechselten sich mit schwierigen Passagen ab. Die Untergründe stellten besonders für das Handbike eine Herausforderung dar, weil häufig auf kleine Nebenstraße ausgewichen wurde. In einem Monat durchfuhr die Gruppe vier Jahreszeiten und alle europäischen Vegetationszonen.

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Die 24.000 Höhenmeter bewältigte Ablinger ausschließlich mit Armkraft. Der querschnittgelähmte Rollstuhlfahrer verbrachte insgesamt 160 Stunden im Handbike. Kein einziger Ruhetag stand auf dem Programm. Ablinger beschreibt die Reise als gelebte Inklusion mit hilfsbereiten Menschen und Unterstützern, die soziale Verantwortung mittragen. ”Die unglaubliche Distanz mit den vielen Höhenmetern, rein mit Armkraft zu bewältigen ist wieder mal eine Bestätigung, was wir Menschen tatsächlich in Stande sind zu leisten”, erklärte er. Das war “eine Erfahrung die mich bis an mein Lebensende begleiten wird.”

Erfolgreiche Karriere des Paralympicssiegers Ablinger

Walter Ablinger nahm dreimal an Paralympischen Spielen teil. In London 2012 gewann er Gold und Silber, in Rio 2016 Silber und in Tokio 2021 erneut Gold sowie Bronze. Insgesamt holte der Handbike-Athlet fünf paralympische Medaillen. Seine Erfolge umfassen den UCI-Weltmeistertitel 2013 und fünf weitere WM-Medaillen. Als UEC-Europameister 2021 und dreifacher Weltcup-Gesamtsieger 2012, 2013 und 2019 dominierte er seine Disziplin. Viermal führte er die UCI-Weltrangliste an. Der zweifache EHC-Gesamtsieger errang 18 österreichische Staatsmeistertitel.

Ablinger sammelt Spenden für zwei Familien

Die Aktion sammelt Gelder für zwei Familien aus Natternbach und Andorf. Beide Familien haben beeinträchtigte Kinder und benötigen finanzielle Unterstützung. Bis zum Zieleinlauf kamen bisher 40.000 Euro zusammen. Ein Sponsor übernahm sämtliche Fixkosten der Reise, sodass jeder gespendete Euro direkt an die beiden Familien ging. Die Spenden werden weiter über die Plattform engalgibtswiakle.at gesammelt.

Ablinger sieht die Hilfeleistung für die beiden Familien als Hauptmotivation. Diese Familien müssen täglich an ihre Grenzen gehen. Die Erfahrung wird ihn bis an sein Lebensende begleiten. Großfurtner und Bischof betonen, dass die Reise ihre Freundschaft extrem vertieft hat. Der Zusammenhalt im Team war grandios. Sie bewegten sich, um zu helfen, und haben dieses Ziel erreicht.

Grenzen verschieben und Zeichen setzen

Veranstalter Gerald Bischof erklärt, die Tour zeige, dass alle Träume in Erfüllung gehen können. Man müsse nur stark daran glauben und fest daran arbeiten. Für ihn war es die “gewaltigste Reise” seines Lebens. Es sei das Beste, wenn man durch sein eigenes Tun anderen so viel helfen könne. Die Aktion soll demonstrieren, dass die Welt besser wäre, wenn jeder ein wenig mehr auf seine Mitmenschen schauen würde.

Das Team möchte zeigen, dass alles möglich ist und Grenzen verschoben werden können. Bewegung und Sport seien sehr gesund. Gesunde Ernährung mit wissenschaftlichem Hintergrund helfe beim Fitbleiben und vitalen Altwerden. Die größten Herausforderungen waren das Wetter und das Fehlen von Ruhetagen. Der Zieleinlauf lässt sich nicht in Worte fassen - ein emotionaler Ausnahmezustand am Ende einer unglaublichen Reise mit Wertschätzung für diese Leistung.

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Kristian Bauer was born in Munich and loves endurance sports - especially in the mountains. He is a fan of the Tour de France and favours solid racing bike technology. He conducts interviews for TOUR, reports on amateur cycling events and writes articles about the cycling industry and trends in road cycling.

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