Vuelta Femenina - 2. EtappeKoch übernimmt als Tageszweite hinter Bossuyt die Gesamtführung

Sebastian Lindner

 · 04.05.2026

Vuelta Femenina - 2. Etappe: Koch übernimmt als Tageszweite hinter Bossuyt die GesamtführungPhoto: Getty Images / Szymon Gruchalski
Franziska Koch führt nach der 2. Etappe der Vuelta Femenina die Gesamtwertung an.
Shari Bossuyt (AG Insurance - Soudal Team) hat die 2. Etappe der Vuelta Femenina gewonnen. Die Belgierin gewann den Sprint aus einer großen Gruppe heraus, die es gemeinsam über den letzten Anstieg geschafft. Sie siegte vor Franziska Koch (FDJ United - Suez), die damit das Rote Trikot der Gesamtführenden übernahm.

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In die Karten spielte der Deutschen Meisterin dabei, dass Noemi Rüegg (EF Education-Oatly) knapp zwölf Kilometer vor dem Ziel selbstverschuldet stürzte und das Rennen aufgeben musste. Somit war im Finale Lotte Kopecky (SD Worx - Protime) die größte Konkurrentin um die Spitzenposition im Klassement. Zwar konnte auch Koch ihren Sprint nach kurzen 110 Kilometern von Lobios nach San Cibrao das Viñas in Galizien nicht wie geplant fahren, doch Kopecky hatte auf den letzten Metern offenbar technische Probleme und konnte nicht wirklich eingreifen.

Dafür siegte ihre Landsfrau Bossuyt. Für die 25-Jährige war er der dritte und gleichzeitig größte Sieg ihrer Karriere, über der allerdings auch ein Schatten liegt. Bossuyt wurde, damals für Canyon//SRAM fahrend, im März 2023 positiv auf das verbotene Medikament Letrozol getestet und in der Folge für zwei Jahre gesperrt. Sie legte keine Berufung gegen das Urteil ein, verwies jedoch darauf, dass eine Lebensmittelverunreinigung Grund für die Substanz in ihrem Blut gewesen sei. Nach Ablauf ihrer Sperre fuhr sie ab Juni 2025 für ihr aktuelles Team.

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“Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich hier gewinnen kann”, sagte eine sichtlich perplexte Bossuyt, die zuvor auch schon ein paar Tränen vergossen hatte. “Ich war zwischezeitlich weit zurück, hatte am Ende auch kein gutes Gefühl. Das ist schon Wahnsinn, ich muss das erstmal sacken lassen.”

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Bei Koch überwiegt die Freude: Kein Tagessieg, aber Rot

Koch dagegen wusste sehr wohl, was ihr gelangen war. Freudestrahlend war ihr direkt nach Überquerung der Ziellinie bewusst, dass die das Gesamtklassement nun mit sechs Sekunden Vorsprung auf die Tagessiegerin und zehn auf Kopecky anführen würde. “Ich hätte eigentlich gedacht, dass ich in einer guten Position für den Sprint war, aber dann haben die vor mir einfach aufgehrt zu sprinten. Das war ein bisschen Pech, aber das hatte auch Kopecky. Kein Finale ist perfekt”, sagte sie und freute sich viel mehr über Rot als der verpasste Tagessieg für mögliche Ernüchterung sorgte, nachdem sie schon zum Auftakt aufs Podium gesprintet war.

Dritte wurde Kochs Teamkollegin Evita Muzic, in Liane Lippert (Movistar Team) schaffte es zudem eine zweite Deutsche in die Top 10 des Tages. Weil unterwegs keine Bergpunkte vergeben wurden, behielt Maeva Squiban (UAE Team ADQ) auch ihr Bergtrikot, da sie in der Addition der Tagesergebnisse weiterhin besser abschneidet als Asleigh Moolman-Pasio (AG Insurance - Soudal Team), die Fünfte wurde. Durch Lore De Schepper übernahm dieses Team auch die Führung in der Nachwuchswertung, denn Rüegg hatte bei ihrem Sturz auch Eleonora Ciabocco (Team Picnic PostNL) mit abgeräumt, die das Rennen zwar beendete, aber weit hinter der Spitze das Ziel erreichte.

Vuelta Femenina 2026 - Ergebnisse der 2. Etappe


2026:

Stage 2: Lobios - San Cibrao das Viñas

04/05/2026 | 110.517 km
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So lief die 2. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Das Profil der 2. Etappe der Vuelta Femenina 2026Photo: UnipublicDas Profil der 2. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Ohne Marianne Vos (Team Visma | Lease a Bike), die sich am Vortag bei einem Sturz das Schlüsselbein brach und trotzdem noch im Bergaufsprint auf Rang sieben flog, sowie Lea Lin Teutenberg (Lotto Intermarché Ladies), die den Auftakt nicht beendet hatte, machte sich das Peloton auf den Weg auf kurze 109 Kilometer. Doch trotz eines moderaten Tempos dauerte es lange, bis sich eine Spitzengruppe formierte.

Erst nach mehr als 50 Kilometern löste sich dann ein Quintett im Carina Schrempf (Fenix-Premier Tech) aus Österreich und die Belgierin Julie Van De Velde (AG Insurance - Soudal Team), das sich knapp anderthalb Minuten Vorsprung herausfahren konnte. Doch relativ zügig fiel die Gruppe auch wieder auseinander, die letzten drei Frauen der Gruppe wurden 27 Kilometer auf Initiative von Lidl-Trek wieder gestellt.

In der Folge gab es weitere Ausreißversuche, unter anderem reagierte auch Franziska Koch (FDJ United - Suez). Das Tempo schnellte durch Aktionen wie diese in die Höhe und hinten im Feld fielen einige Fahrerinnen zurück. Doch nach vorne konnte zunächst keine mehr wegfahren.

Knapp zwölf Kilometer vor dem Ziel stürzte Rüegg ohne ersichtlichen Grund. Sie nahm dabei Ciabocco mit. Für Rüegg ging es nicht weiter. Kurz davor hatte sich Katrine Aalerud (Uno-X Mobility) heimlich davon gestohlen. Im Finale begann es zudem zu regnen. Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte die Norwegerin einen 20-Sekunden-Abstand herausgefahren, doch ein Teil der Schlusskilometer war ansteigend.

SD Worx - Protime arbeitete daran, den Abstand zu verringern. Bei drei Kilometern wurde aus dem Feld attackiert, damit war Aaleruds Versuch gescheitert. Bis zum höchsten Punkt wurde die Gruppe klein. Paula Blasi (UAE Team ADQ) riss kurz zuvor noch ein Loch, doch die fünf Frauen, zu denen auch Niewiadoma und Lippert gehörten, zogen nicht durch. Und so kam es zum Sprint aus einer großen Gruppe, aus dem Bossuyt heraus am Ende mit mehr als einer Radlänge Vorsprung auf Koch gewann.

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