Das “Tor zu den Pyrenäen” eröffnet 2026 den Kampf um das Grüne Trikot. In Pau soll es nach knapp 160 Kilometern den ersten echten Sprint dieser Tour de France geben. Gestartet wird der Tag aber in Lannemezan. Die Kleinstadt mit 6000 Einwohnern liegt im Grunde noch näher an den Bergen, hat im Gegensatz zum mehr als zehn Mal so großen Pau auch bei der Tour noch nicht den besonderen Ruf. Während Pau auf 76 Male als Start- oder Zielort zurückblicken kann und insgesamt fast doppelt so oft Teil der Tour war, damit hinter Paris und Bordeaux auf Rang drei der am häufigsten angefahren Orte der Frankreich-Rundfahrt liegt, ist Lannemezan dieses Jahr zum sechsten Mal dabei.
Aus der Stadt heraus geht es zunächst 70 Kilometer Richtung Norden, ehe in Montesquiou die Richtung gewechselt wird. Bis dahin ist das Profil überwiegend leicht abschüssig, einzelne kleine Hügel bilden die Ausnahme. Nachdem die Strecke dann nach Südwest Richtung Pau abbiegt, bleiben die Hügel Bestandteil des Profils. Gut 25 Kilometer vor dem Ziel wird die einzige Bergwertung des Tages (3. Kategorie) an der letzten von drei aufeinanderfolgenden kleinen Wellen abgenommen. Hier wird es für einen Kilometer lang fast neun Prozent steil.
Der verbleibende Weg bis ins Ziel weist topografisch keine Schwierigkeiten mehr auf, die Zielanfahrt selbst ist gut befahrbar. Die letzte schärfere Kurve liegt vor dem Teufelslappen, danach folgen nur noch zwei leichtere Biegungen, wobei die letzten 600 Meter komplett geradeaus führen.
Selten dauert es bei einer Grand Tour bis zur 5. Etappe, dass ein echter Massensprint wahrscheinlich wird. Einfach nur den Gegebenheiten der Gastgeberstädte geschuldet oder ein bewusster Schritt, das auch von der A.S.O. befeuerte Aussterben klassischer Flachetappen und damit auch der reinen Sprinter weiter voranzutreiben? Zumindest auf der Zielgeraden in Pau wird das allen voran Tim Merlier (Soudal Quick-Step) und Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team), die wohl besten Musterbeispiele für klassische Sprinter im Peloton - reichlich egal sein.
Die Liste an Männern, die sich ins Geschehen einmischen will, wird aber deutlich länger sein. Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) steht mit drauf, Mads Pedersen (Lidl - Trek) und Biniam Girmay (NSN Cycling Team) ebenfalls. Und natürlich auch die drei deutschen Hoffnungen Max Kanter (XDS Astana Team), Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) und Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), die sich allesamt den Traum vom Etappensieg bei der Tour wahrmachen wollen. Eine viel bessere Gelegenheit als in Pau werden sie nicht bekommen.
Sicher wird es am Hügeltriple an der Bergwertung an der Bergwertung Attacken und Löcher im Feld geben, doch der Weg ins Ziel sollte ausreichen, um alles wieder zu ordnen.