Spanien

Spanien: Madrids Hausberge

Martin Roos am 08.11.2005

Bei der Straßen-WM Ende September jagen die Radprofis dreizehnmal über den Rundkurs in Madrid – mit Sicherheit in flirrender Hitze. Radsportfans, die selbst in den Sattel steigen wollen, haben es viel besser. Vor den Toren der spanischen Hauptstadt können sie durchatmen. Hier erheben sich zwei ausgewachsene, angenehm temperierte Gebirge: die Sierra de Gredos und die Sierra de Guadarrama. Ideale Reviere, um den WM-Besuch mit einem Radurlaub zu kombinieren. (TOUR 9/2005)

Oscar Freire hat so seine Probleme mit Madrid. „Der Straßenkurs überzeugt mich nicht recht“, maulte der dreifache Weltmeister, als er im Mai aus Mailand anreiste, um sich erstmals mit dem Parcours im Westen der Stadt vertraut zu machen. Freire, der in den Bergen unweit der nordspanischen Küste aufwuchs, fand vor allem den steilsten Part wenig beeindruckend: fünf Prozent auf weniger als einem Kilometer. Aber nicht nur der Weltmeister tut sich schwer mit Madrid. Angesichts von rund fünf Millionen Einwohnern, dichtem Verkehr und der im Sommer oft unerträglichen Hitze, gibt es auch für einheimische Hobby sportler nur einen Ausweg: Raus aus dem Stadtkessel und rein in die Berge!
In die Sierra de Gredos zum Beispiel, westlich von Madrid, wo Adler und Gänsegeier über Steineichenwäldern und bizarren Sandsteinfelsen ihre Kreise ziehen. Wo der Bauer noch auf dem Esel auf die Weide reitet, um dort sein Vieh zu versorgen. Eine einsame Gegend, in der viele Menschen seit Jahrhunderten von der Viehzucht leben. Ortsnamen wie Navaluenga, Navalmoral, Navadijos, Navalacruz belegen das. „Nava“ ist keltischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „kleines Weideland im engen Gebirgstal“. Hinterwäldlerisch geht es dennoch nicht zu. Das Outfit und die Renner der Radsportler, die hier über die Passstraßen kurbeln, sind vom Feinsten. In den Dörfern kennen sich die Leute mit dem Radsport aus, und jeder ist stolz auf die Profis, die aus ihrer Region stammen.

Diese Routen finden Sie im PDF-Download:

1. Vuelta-Pässe
92 (182) Kilometer, 1.200 (2.200) Höhenmeter, maximal sieben Prozent Steigung
Ávila (1.128 m) – Puerto de Navalmoral (1.514 Meter) – Navalmoral – Navarredondilla – Navalacruz – Puerto de Menga (1.566 Meter) – Ávila. Erweiterung: Navalacruz – Cepeda de la Mora – San Martín de la Vega – Herguijuela – Puerto de la Peña Negra (1.909 Meter) – Piedrahita – Ávila

2. Königliche Runde
134 Kilometer, 2.200 Höhenmeter, maximal acht Prozent Steigung
Ávila (1.128 Meter) – Puerto del Boquerón (1.315 Meter) – San Bartolomé de Pinares – Puerto de Arrebatacapas (1.068 Meter) – Ce breros – Robledo de Chavela – Puerto de Cruz Verde (1.256 Meter) (Varianten: Silla de Felipe II und/oder Klosterresidenz San Lorenzo el Real de El Escorial) – Puerto de la Paradilla (1.342 Meter) – Navas del Marqués – Alto de Valdelavía (1.448 Meter) – Puerto de las Pilas (1.334 Meter) – Ávila

3. Im stillen Winkel
62 Kilometer, 1.230 Höhenmeter, maximal 14 Prozent Steigung
Buitrago – Manjirón – Embalse de El Villar – Robledillo de la Jara – Collado de la Fragüela (1.143 Meter) – Collado Grande (1.085 Meter) – Puebla de la Sierra – Puerto de la Puebla (1.636 Meter) – Prádena del Rincón – Embalse de Puentes Viejas – Manjirón – Buitrago

4. Lombardis Trainingsstrecke
130 Kilometer, 2.100 Höhenmeter, maximal zehn Prozent Steigung
Buitrago – Villavieja de Lozoya – Gargantilla – Lozoya – Rascafría (Abkürzung: Puerto de la Morcuera, 1.796 Meter – Mira flores) – Puerto de Cotos (1.830 Meter) – Puerto de Navacerrada (1.860 Meter) – Mataelpino – Manzanares el Real – Soto del Real – Miraflores – Puerto de Canencia (1.505 Meter) – Gargantilla – Buitrago

Martin Roos am 08.11.2005
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