Spanien

Spanien: Gran Canaria

Anne Zuber am 13.12.2003

Sie denken darüber nach, Ihren Radurlaub auf Gran Canaria zu verbringen? Sie haben gehört, dass hier ganzjährig mildes Klima herrscht, dass es eine abwechslungsreiche Landschaft gibt und viele günstige Flüge? Stimmt alles. Die einzigen Spaßverderber könnten Ihre Beine sein. Für die ist die Insel keine leichte Aufgabe. (TOUR 11/2003)

Um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, was Sie auf Gran Canaria erwartet, stellen Sie sich bitte eine kleine Straße vor. Sie schlängelt sich durch eine einsame Landschaft von karger Schönheit, vorbei an ein paar Palmen links, an einem weiß getünchten Haus rechts. Sie haben sich mit Sonnenschutzfaktor 15 eingerieben, weil Sie sonst auch mitten im November eine rote Nase bekämen. Das Rad schnurrt auf dem Asphalt, und Sie würden am liebsten auch schnurren, weil es Ihnen hier so gut gefällt.
Lenken Sie jetzt den Blick auf den Verlauf der Straße vor Ihnen, auf die Steigung, die zu dem Bergdorf San Bartolomé im Inselinneren führt. Sie sehen Serpentinen. Sie sehen 13 Prozent. Instinktiv greifen Sie zur Trinkflasche. Aber Sie haben noch nicht alles gesehen. Legen Sie jetzt bitte den Kopf sehr tief in den Nacken. Noch weiter. Sehen Sie die Straße dort oben? Sehr gut. Dort müssen Sie hinauf.
Ein Anstieg wie dieser ist keine Ausnahme. Er ist die Regel. Gran Canarias Form erinnert an einen kegelförmigen Spielstein aus „Fang den Hut“: Wann immer man die Küstenstraße um die annähernd runde Insel verlässt, um das Hinterland zu entdecken, ist man schon auf dem Weg nach oben. Die Kegelspitze bildet der Pico de Las Nieves, ein 1.949 Meter hoher Vulkan in der Inselmitte. Von hier aus ziehen sich von der Erosion zerklüftete Täler, die Barrancos, sternförmig bis zu den Küsten.

Die Routen in diesem PDF-Download:

1. Kurvenfahrt
(79 Kilometer, 1.350 Höhenmeter, maximal 13 Prozent Steigung)
Maspalomas – Fataga – San Bartolomé – Santa Lucía – Temisas – Agüimes – Era del Cardon – El Doctoral – Maspalomas

2. Zum Weißen Riesen
(78 Kilometer, 1.500 Höhenmeter, maximal 15 Prozent Steigung)
Maspalomas – El Doctoral – Sardina – Santa Lucía – Taidía – Risco Blanco – San Bartolomé – Fataga – Maspalomas

3. Schneegipfel
(112 Kilometer, 2.500 Höhenmeter, maximal 15 Prozent Steigung)
Maspalomas – Arquineguín – Cercado de Espino – Soria – Cruz de San Antonio (zwei Kilometer Schotter) – Ayacata – Roque Nublo – Cruz Llano de la Paz – Pico de las Nieves – Casadores – Pasadilla – Ingenio – Agüimes – Cruce de Arinaga – Maspalomas

4. Durchs Tal der Tränen
(165 Kilometer, 4.000 Höhenmeter, max. 18 Prozent Steigung)
Maspalomas – Puerto Rico – Puerto Mogán – Pueblo Mogán – San Nicolas – Artenara – Tejeda – Ayacata – San Bartolomé – Fataga – Maspalomas

Anne Zuber am 13.12.2003