Hüttentour 2018 Hüttentour 2018

Auf Pässen übernachten: Etappenfahrt in den Alpen

Hüttentour: Zwölf Alpenpässe in fünf Tagen

Dres Balmer am 14.09.2018

Dass es eine Freude ist, auf hohen Pässen zu übernachten, durften wir auf einer Tour im Dreiländereck Österreich-Schweiz-Italien erfahren. GPS-Daten gibt's hier, die ganze Geschichte in TOUR 10/2018

Der fünftägige Pässereigen über österreichisches, schweizerisches, italienisches und wieder österreichisches Staatsgebiet beginnt und endet in Landeck, Tirol. Von dort geht es nach Graubünden, dort über Flüela-, Albula- und Berninapass. In der Lombardei warten Passo del Mortirolo, Passo di Gavia, Passo di Foscagno und Passo d’Eira, danach, wieder in Graubünden, Ofen- und Umbrailpass, bevor es nach Südtirol geht zu Stilfser Joch, Reschenpass und Norbertshöhe. Der nördlichste Pass ist Flüela, der südlichste Mortirolo, der westlichste Albula, der östlichste Reschen. Die Tour führt auch durch ein europäisches Wasserschloss: Der Inn (Tag 1) fließt in die Donau und ins Schwarze Meer, das Landwasser (Tag 2) mit dem Rhein in die Nordsee, die Adda (Tag 3 und 4) geht auf im Po;
der ergießt sich in die Adria, und das tut auch die Etsch (Tag 5), etwas weiter nörd­lich.

Auf dieser Reise sind ein Dutzend Alpenpässe zu genießen, von leichten wie der Norbertshöhe über mittlere wie dem Berninapass bis hin zu den harten Brocken wie Mortirolo und Stilfser Joch. Besonders die bis zu 18 Prozent steilen Rampen am Passo del Mortirolo sind mit Gepäck eine harte Prüfung. Kleine Bergübersetzungen erleichtern das Tun. Die rund 100 Kilometer langen Etappen überwinden 2.000 bis knapp über 3.000 Höhenmeter. Die Radler übernachten nicht in den Tälern, sondern auf den Passherbergen. Also beginnt der Tag auf der Talfahrt mit klammen Fingern, und er endet im Schlussaufstieg mit viel Schweiß. Im Sommer wärmen auf morgendlicher Abfahrt Arm-, Knielinge und Regenjacke. Im Herbst kommen lange Handschuhe, Helmmütze, Unterhemd und Weste dazu. Für Tunnels (besonders den Tunnel vor Wiesen, Tag 2) und Galerien empfehlen sich Front- und Rücklicht.

Dres Balmer am 14.09.2018