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Südafrika-Reise: Die schönsten Rennradtouren der Kap-Region

Südafrikas Kap-Region: Zwischen Tafelbergen und Ozean

Jörg Spaniol am 18.01.2019

Ist das beliebte Winter-Trainingsziel auch ein ­Sehnsuchtsziel für Hobbyradler? Die vier schönsten Rennradtouren am Kap – und ihre Schattenseiten. GPS-Daten gibt's hier, die ganze Geschichte in TOUR 2/2019

Südafrika liegt in 9.000 Kilometern Luftlinie fast direkt südlich von Deutschland; die Zeitverschiebung beträgt nur eine Stunde, auch deshalb ist die Region bei Radsportlern und Triathleten ein beliebtes Trainingsziel. Mit anderen Winterzielen wie den Kanarischen Inseln ist sie dennoch schwer vergleichbar: Auch nach dem Ende der Rassentrennung sind die Lebensverhältnisse zwischen Arm und Reich extrem unterschiedlich; das Einkommen eines Weißen beträgt durchschnittlich etwa das Zehnfache eines Schwarzen. Auch zwischen benachbarten Wohngebieten sind die Unterschiede eklatant. Entsprechend hoch ist die Kriminalität. Wer sich als Tourist in und um Kapstadt wohlfühlen will, darf kein Problem mit sichtbarem Elend, Elektrozäunen, Video­überwachung und sicherheitsbedingten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit haben. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) klingen beängstigend. Die Gefahr, als Radfahrer auf den hier beschriebenen Routen Opfer eines Überfalls zu werden, schätzen wir dennoch als minimal ein. Auch abseits des Sattels lässt sich das Risiko minimieren.

Im südafrikanischen Straßennetz sind nur touristisch oder logistisch wichtige Straßen asphaltiert. Entsprechend stark und bisweilen gefährlich ist dort der motorisierte ­Verkehr. Wo kein befestigter Randstreifen vorhanden ist, kann ein Rückspiegel vor rücksichtslosen Fahrern warnen. Die von uns vorgestellten Routen sind sorgfältig aus­gewählt, doch (bis auf den West Coast National Park) abschnittsweise auch stärker befahren. Wer die angenehme Ruhe ­mitteleuropäischer Provinz­sträßchen erwartet, ist dort verkehrt. Der Asphalt hat ­selten größere Löcher, ist aber meist grob. Reifenbreiten ab 25 Millimeter vergrößern den Fahrspaß, Aero-Laufräder sind wegen heftiger Winde ungeeignet. Sehr angenehm ist das insgesamt mäßige ­Gefälle. Die deutlichen Höhenmeter sammeln sich nur selten  mit zweistelligen Steigungs­prozenten. Die Alternative zum Rennrad sollte nicht ­unerwähnt bleiben: In der Kapregion existieren diverse gut gepflegte Mountainbikestrecken auf privatem Farmland, oft mit Bikeverleih. Ein beliebter "Trailpark" liegt etwa nahe Stellenbosch auf der Boschendal-Farm.

Jörg Spaniol am 18.01.2019