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Frankreich-Reise: Rennradtouren in den Alpes-de-Haute-Provence

Südfrankreich: Traumtouren zwischen Alpen und Provence

Klaus Tödt-Rübel am 14.06.2018

Mehr als 300 Sonnentage im Jahr, für jedes Niveau den passenden Parcours, den Ventoux nebenan und die Alpen im Blick. GPS-Daten für vier Touren gibt's hier, die ganze Geschichte in TOUR 7/2018

Das Département Alpes-de-Haute-Provence zählt mit 23 Einwohnern pro Quadratkilometer (zum Vergleich: In Brandenburg leben vier Menschen pro Quadratkilometer) zu den am wenigsten besiedelten Gegenden Frankreichs. Unser Ausgangsort Sisteron (7.000 Einwohner) liegt an der Stelle, wo sich der aus den Alpen kommende Fluss Durance auf spektakuläre Weise zwischen zwei Gebirgs­massiven hindurchzwängt. Das lebendige Städtchen mit seiner hübschen Altstadt, auch "Tor zur Provence" genannt, liegt gewisser­maßen auf halbem Wege zwischen der Mittelmeerküste (Marseille) und den Alpen (Gap, Briançon) mit den berühmten Pässen Col de Vars, Col d’Isoard, Col du Lautaret, Col du Galibier. Wem es beim Klang dieser Namen in den Waden zwickt, für den sei noch ein weiterer "Velo-Wallfahrtsort" in der Nähe genannt: Von Sisteron auf den Gipfel des Mont Ventoux via Sault sind es knapp 90 Kilometer!

Die meisten Menschen leben im Tal der Durance, wo auch die Hauptverkehrswege (Gap – Aix) verlaufen. Die  verkehrsreichsten Straßen folgen den Flüssen Bléone (Richtung ­Digne) und Buëch (Richtung Laragne, Grenoble), sind aber trotz gelegentlicher Radstreifen eher zu meiden. Seit In­betriebnahme der Autobahn 51 ist die parallel dazu ver­laufende, breite N85 Richtung Gap (Teil der berühmten Route Napoléon) nur wenig von Autos befahren und eignet sich prima zum Radfahren. Je weiter man in die Berge fährt, desto paradiesischer wird es. Das Bergland rund um Sisteron ist von einem lockeren Netz kleiner Straßen durchzogen, wo man über weite Strecken allein unterwegs ist. Im Osten warten die Voralpen mit den Pässen Col de Sagnes (1.176 m) und Col de Font Belle (1.306 m), nach Westen locken viele kleine Kalksteinmassive, allen voran die Montagne de Lure (1.826 m), wo sich ebenfalls hübsche Pässe verbergen. Die Qualität der Straßen ist durchweg gut. Viele Routen sind für Radfahrer ausgeschildert. Alle unsere Touren knacken die Tausendmeter-Höhenlinie. Wer keine Lust auf die Berge hat, kann sich wunderbar auf den nahezu ebenen Sträßchen in den Flusstälern vergnügen.
 

Klaus Tödt-Rübel am 14.06.2018