Ab in die Berge: Von Cefalù an Siziliens Nordküste führen fast alle Wege zu den knapp 2.000 Meter hohen Gipfeln der Madonie. Ab in die Berge: Von Cefalù an Siziliens Nordküste führen fast alle Wege zu den knapp 2.000 Meter hohen Gipfeln der Madonie.
Italien

Italien: Sizilien (mit GPS-Daten)

Jörg Spaniol am 22.02.2010

Siebenmal so groß wie Mallorca, aber als Radrevier nicht halb so bekannt: Sizilien belohnt Entdecker mit sanften Steigungen, rauer Schönheit und tiefer Ruhe.

Stefan Bressel ist überzeugter Teilzeit-Sizilianer. Der Künstler hat vor Jahren die Insel für sich entdeckt, wegen der Lebensart, des Lichts – und der großartigen Rennradstrecken. Seither nistet sich der 45- Jährige immer wieder wochenlang dort ein. Gegen die schnieke Toskana, das Sehnsuchts-Italien vieler Deutscher, hat er eine handfeste Allergie entwickelt. Unvergessen sein lauter Klageruf in der Gegend von Siena: “Ich kann diesen ganzen Terrakotta-Sch... nicht mehr sehen!” Und das hat er jetzt davon: Wir haben uns in Sizilien getroffen, um “seine” Berge zu inspizieren. Keine adretten Zypressenreihen, nirgends. Und Terrakotta-Schalen stehen höchstens mal auf den Sonnenterrassen der Hotels in Cefalù.

Würde man einen Norditaliener nach dem Leben in Sizilien befragen, käme vermutlich die abwertende Auskunft: “Da unten? Das ist Afrika!” In der Tat liegt Siziliens Hauptstadt Palermo wesentlich näher an Tunis als an Turin: 300 Kilometer Luftlinie sind es zur einen, 900 Kilometer zur anderen Stadt. Von Afrika trennt die Insel das Mittelmeer, von Norditalien eine lange Historie. Sizilien, den Fußball an Italiens Stiefelspitze, kickten schon viele Besatzer in die ihnen genehme Richtung. Die Griechen hinterließen Tempel, die Araber verfeinerten die Landwirtschaft; Normannen, Staufer und Römer vermachten der Insel Architektur, Kultur und ihre Gene. Erst seit 1860 ist Sizilien durchgängig italienisch – auf dem Papier zumindest.

Den gesamten Reisebericht gibts als PDF und diese Routen finden Sie unten als GPS-Daten zum Download:

TOUR 1:Warmfahren

114 Kilometer, 1.750 Höhenmeter, maximal zehn Prozent Steigung

TOUR 2: Kurze Spezialität

46 Kilometer, 900 Höhenmeter, maximal sieben Prozent Steigung

TOUR 3: Ins Herz der Madonie

120 Kilometer, 2.100 Höhenmeter, maximal acht Prozent Steigung

TOUR 4: Um den Ätna

122 Kilometer, 2.500 Höhenmeter, maximal zehn Prozent Steigung Der Höhepunkt einer Sizilienreise

GPS-DATEN: TOUR bietet die Daten der Touren zum kostenlosen Download an. Die Tracks im GPX-Format können Sie zum Nachfahren direkt auf ein GPS-Gerät laden oder am Computer in Google Earth oder Google-Maps betrachten.

Grünes Sizilien: In der Madonie (hier bei Scláfani Bagni, Tour 1) wachsen Kork- und Steineichen, Ulmen und Stechpalmen.

Auf den fruchtbaren Vulkanböden des Ätna (Tour 4) wachsen Zitronen, Orangen, Weinstöcke und Oliven.

Bergdorf mit Patina: Geraci Siculo, tausend Meter hoch gelegen (Tour 3), ist zu schön, um schnell durchzurauschen.

Jörg Spaniol am 22.02.2010
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