Europa sonstige

Griechenland: Peloponnes

Klaus Tödt-Rübel am 10.03.2004

Für die meisten Touristen ist der Peloponnes mit Orten wie Olympia oder Sparta ein Sinnbild griechischer Mythologie. Dass die Halbinsel aber auch ein Paradies für Rennradfahrer ist, war bisher ein wohl gehütetes Geheimnis. (TOUR 1/2004)

Nicht nur der Hirte schaut verwundert. Auch seine Ziegen wirken erstaunt angesichts der seltsam ausstaffierten Wesen, die ihnen den griechischen Gruß „Kalimera“ zurufen: Bunte Kleidung, Sonnenbrillen und Helme, dazu auf Dingern unterwegs, die nur noch entfernt Ähnlichkeit mit dem guten alten Fahrrad haben – das sieht man nicht alle Tage auf dem Peloponnes. Selbst die Hunde vergessen das Kläffen. Dass sich jemand ohne Not auf einem Rennrad durch die raue Bergwelt der griechischen Halbinsel quält, verursacht nur freundliches Kopfschütteln bei dem Hirten. Sein Alltag verläuft im Rhythmus der Jahreszeiten, besteht aus Tätigkeiten, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Freizeit ist für ihn ein Fremdwort, Urlaub sowieso, Radfahren erst recht.

Kaum ein Einheimischer fährt Rennrad. So sucht man vergebens den Windschatten eines Radprofis, der aus dieser Gegend stammt, findet keine legendären Passhöhen, auf denen Kletterkönige gekrönt wurden, sieht keine Fan-Graffiti auf dem Asphalt. Dabei finden Rennradfahrer paradiesische Bedingungen auf dem Peloponnes: Mittelmeerklima, abwechslungsreiche Landschaften, die Nähe zum Meer, freundliche Menschen und ein gut ausgebautes, nahezu autofreies Straßennetz. Außerhalb der Sommermonate jedenfalls. Landkarten weisen zwar in vielen Gegenden Sandwege und Pisten aus, aber die meisten davon sind inzwischen asphaltiert. Wer sich nicht sicher ist, braucht nur im nächsten Kafenion, wie Café auf Griechisch heißt, oder an einer Tankstelle fragen: „Dromos“ ist das Wort für Straße, und „Asphalt“ versteht jeder.

Diese Routen finden Sie im PDF-Download:

Route 1: Theater-Besuch
(135/148 Kilometer, 2.200 Höhenmeter, maximal 14 Prozent)
Nafplion – Drepano – Iria – Karnezeika – Trachia – Palea Epidaurus
(Theater-Variante: Theater von Epidaurus – Ligourio – Aghia Andreas) Nea Epidavros – Dimena – Angelokastro – Arachneo – Aghia Triada – Laloukas – Tyrins – Nafplion

Route 2: Ab ins Kloster
(116 Kilometer, 1.600 Höhenmeter, maximal acht Prozent)
Nafplion – Mili – Achladokambos – Agiorgitika – Partheni – Prosilia Kato Doliana – Kloster Loukous – Astros – Paralio Astros – Kiveri – Mili– Nafplion

Route 3: Ruhmesstätte von Byzanz
(160 Kilometer, 2.400 Höhenmeter, maximal 14 Prozent Steigung)
Gythion – Petrina – Arna – Vasiliki – Gorani – Dafni – Xirokambi – Kalivia Sochas – Aghia Ioannis – Mistras –Sparta – Skoura – Goritsa – Geraki – Mirtia – Skala – Gythion

Route 4: Entlegene Mani-Halbinsel
(135/151 Kilometer, 2.000/2.650 Höhenmeter, maximal 19 Prozent Steigung)
Gythion – Platanos – Konaki – Karvelas – Skoutari – Kotronas – Lagia – Alika (Abstecher Cap Tenaro und zurück) – Gerolimenas – Mina – Pirgis Dirou – Areopolis – Gythion

Klaus Tödt-Rübel am 10.03.2004
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