Portugal: Madeira mit dem Rennrad - Rennrad-Touren auf MadeiraFoto: Günter Standl

EuropaPortugal: Madeira mit dem Rennrad - Rennrad-Touren auf Madeira

Diese kleine, schmale Insel, die mehr als tausend Meter aus dem Atlantik ragt, kennt für Untrainierte kein Pardon: Flach gibt’s nicht, Rampe folgt auf Rampe. Belohnung: atemberaubendes Panorama.

Eines Tages hatte Gertrud Waschkewitz die Nase voll. Da hat sie kurzerhand eine große Tüte genommen, die gesammelten Pokale ihres Gatten Rainer hineingestopft und in den Keller verfrachtet. All jene ­Trophäen, die ihr Mann in vielen Jahren bei Radrennen auf Madeira gewonnen hatte. Der Pokalsammler grinst, als seine Frau davon erzählt. Es ist ziemlich lange her, dass der heute 62-Jährige so schnell auf dem Rennrad die Berge hochklettern konnte. Denn wer auf der portugiesischen Insel im Atlantik Rennen gewinnen will, muss klettern können wie Froome, Nibali und Quintana zusammen – so zahlreich und verdammt steil sind die Anstiege. Man kann Waschkewitz einen Madeira-Pionier nennen, vor 35 Jahren ist der ehemalige Amateurrennfahrer vom ­Niederrhein nach Madeira ausgewandert. Er hat eine Tauch­schule betrieben, einen Naturpark gegründet, ein Hotel geführt und mit dem Rennrad jedes Sträßchen der Vulkan­insel erkundet.

Noch eine schöne Küstenstraße – auf Tour 2Foto: Günter Standl
Noch eine schöne Küstenstraße – auf Tour 2
Traumhaft: Die Küstenstraße im Norden ist eine der schönsten der Welt. Und eine der anstrengendsten.Foto: Günter Standl
Traumhaft: Die Küstenstraße im Norden ist eine der schönsten der Welt. Und eine der anstrengendsten.
Fruchtig: Architektonische Kunstwerke aus exotischen Früchten auf dem Bauernmarkt in FunchalFoto: Günter Standl
Fruchtig: Architektonische Kunstwerke aus exotischen Früchten auf dem Bauernmarkt in Funchal
Happig: Auf jede rauschende  Abfahrt folgt ein langes Kletterstück – wie  hier bei SantanaFoto: Günter Standl
Happig: Auf jede rauschende Abfahrt folgt ein langes Kletterstück – wie hier bei Santana
Üppig: Für Pflanzen aller Art ist Madeira das reinste Paradies. Hier gedeiht fast allesFoto: Günter Standl
Üppig: Für Pflanzen aller Art ist Madeira das reinste Paradies. Hier gedeiht fast alles
Auf dem Mond? Im Naturschutzgebiet Ponta de São LourençoFoto: Günter Standl
Auf dem Mond? Im Naturschutzgebiet Ponta de São Lourenço
In Schottland? Auf der Hochebene Paúl da Serra (Tour 2) sieht es teil­weise aus wie in den schottischen HighlandsFoto: Günter Standl
In Schottland? Auf der Hochebene Paúl da Serra (Tour 2) sieht es teil­weise aus wie in den schottischen Highlands
Einwanderer: Die meisten Pflanzen­arten auf Madeira stammen gar nicht von der Insel – auch nicht die Aloe VeraFoto: Günter Standl
Einwanderer: Die meisten Pflanzen­arten auf Madeira stammen gar nicht von der Insel – auch nicht die Aloe Vera
Ausblick:  Der Penha de Aguira (Adlerfelsen, Tour 4) ragt 600 Meter aus dem AtlantikFoto: Günter Standl
Ausblick: Der Penha de Aguira (Adlerfelsen, Tour 4) ragt 600 Meter aus dem Atlantik
Tipp für einen Abendausflug: der Fischerort Câmara de LobosFoto: Günter Standl
Tipp für einen Abendausflug: der Fischerort Câmara de Lobos
Frischer Fisch auf dem Markt in FunchalFoto: Günter Standl
Frischer Fisch auf dem Markt in Funchal
Noch eine schöne Küstenstraße – auf Tour 2Foto: Günter Standl
Noch eine schöne Küstenstraße – auf Tour 2
Traumhaft: Die Küstenstraße im Norden ist eine der schönsten der Welt. Und eine der anstrengendsten.Foto: Günter Standl
Traumhaft: Die Küstenstraße im Norden ist eine der schönsten der Welt. Und eine der anstrengendsten.
Traumhaft: Die Küstenstraße im Norden ist eine der schönsten der Welt. Und eine der anstrengendsten.
Fruchtig: Architektonische Kunstwerke aus exotischen Früchten auf dem Bauernmarkt in Funchal
Happig: Auf jede rauschende  Abfahrt folgt ein langes Kletterstück – wie  hier bei Santana
Üppig: Für Pflanzen aller Art ist Madeira das reinste Paradies. Hier gedeiht fast alles
Auf dem Mond? Im Naturschutzgebiet Ponta de São Lourenço
In Schottland? Auf der Hochebene Paúl da Serra (Tour 2) sieht es teil­weise aus wie in den schottischen Highlands
Einwanderer: Die meisten Pflanzen­arten auf Madeira stammen gar nicht von der Insel – auch nicht die Aloe Vera
Ausblick:  Der Penha de Aguira (Adlerfelsen, Tour 4) ragt 600 Meter aus dem Atlantik
Tipp für einen Abendausflug: der Fischerort Câmara de Lobos
Frischer Fisch auf dem Markt in Funchal
Noch eine schöne Küstenstraße – auf Tour 2

Madeira, das sich seit Millionen von Jahren durch Erup­tionen aus den Tiefen des Atlantiks auftürmte, ist eine traumhaft schöne Insel: rau und karg, dann wieder grün und lieblich, mit schroffen, felsigen Steilküsten, gegen
die der Atlantik donnert. Mit einer Ebene hoch über dem Meer, die an die schottischen Highlands erinnert, mit ­einem immergrünen Regenwald, der durchzogen wird von kleinen, künstlichen Wasserstraßen, den Levadas. An den Küsten rauschen Wasserfälle in die Tiefe, ebenso im Naturschutzgebiet Rabaçal – in dem Baumheide und verschiedene Lorbeerbaumarten wachsen und das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Im Insel­innern ragen zackige Gipfel bis auf 1.862 Meter in den Himmel, im Winter tragen sie bisweilen eine zarte weiße Hülle, während wenige Kilometer entfernt, an der sub­tropischen Südküste, bei mehr als 20 Grad Hortensien, Strelitzien und Schmucklilien blühen. nur für bergziegen

Rainer Waschkewitz, der einstige Bergkönig von Madeira, quält sich heute nicht mehr selbst an den steilen Rampen seiner Wahlheimat. Er verleiht Rennräder – und warnt ­seine Kunden ausdrücklich, bevor er ihnen das Material aushändigt.

Den gesamten Artikel und die GPS-Daten zu diesen Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Paúl do Mar und Paúl do Serra (75 Kilometer, 3.000 Höhenmeter, max. 18 % Steigung)
• Tour 2: Meer und Berge (80 Kilometer, 2.600 Höhenmeter, max. 20 % Steigung)
• Tour 3: Krasse Küste (63 Kilometer, 2.500 Höhenmeter, max. 17 % Steigung)
• Tour 4: Durch den Lorbeerwald (62 Kilometer, 2.700 Höhenmeter, max. 15 % Steigung)

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