Kaufberatung für Rennrad-Einsteiger: Rennrad und Zubehör Tipps Kaufberatung für Rennrad-Einsteiger: Rennrad und Zubehör Tipps

Kaufberatung für Rennrad-Einsteiger: Rennrad und Zubehör Tipps

Welches Rennrad ist für mich richtig? TOUR Kaufberatung 2018

TOUR Magazin am 05.03.2018

Die Auswahl an Rennrädern ist riesig – die Vielfalt ist ebenso beeindruckend wie verwirrend. Kein Wunsch muss unerfüllt bleiben, aber die Entscheidung kann schwierig sein, gerade für Einsteiger.

Rahmen aus Carbon oder Aluminium?

Aus technischer Sicht ist Carbon überlegen: Man kann daraus leichtere, steifere und zugleich komfortablere Rahmen bauen – aber dann sind sie teurer als Rahmen aus Metall. Auch konsequent aerodynamische Rahmen entstehen ausschließlich aus Carbon­fasern, die sich in (fast) jede Form bringen lassen. Die Formbarkeit von Aluminiumrohren ist in dieser Hinsicht recht beschränkt. Alu-Rahmen sind jedoch günstiger und im Alltag meistens ­robuster. Ein leichter Carbonrahmen hält zwar sehr viel aus, wenn das Rad gefahren wird, er kann aber bereits brechen, wenn es unglücklich umfällt. Auch wer sein Rad oft transportiert, hat mit einem Aluminiumrahmen weniger Sorgen. Stahl ist noch deutlich robuster, aber auch schwerer.
Bei Rädern bis 1.500 Euro erhält man mit einem Alu-Rahmen meist das stimmigere Gesamtpaket – mit besseren Teilen ausgestattet und dadurch leichter, denn Rahmen und Gabel machen nur etwa 20 Prozent des Gesamtgewichts aus. Ab 1.500 Euro gibt es bereits erstklassige Flitzer mit Carbonrahmen; deren Fahr­gefühl steht dem auf den besten Rädern kaum nach. Einen direkten Zusammenhang zwischen Preis und Leistung gibt es da nicht mehr. Renn­räder sind auch Trends unterworfen, für Markennamen und Image bezahlt man selbstverständlich mit.

Welche Übersetzung?

Nahezu alle neuen Rennräder sind mit zwei Kettenblättern ausgestattet. Dreifach-Antriebe finden sich nur noch vereinzelt an sehr günstigen Rädern. Antriebe mit nur einem Kettenblatt von SRAM verbreiten sich an Crossrädern und Gravelbikes; in diesem Jahr wird aber auch ein erstes Profi-Rennteam diese Technik an seinen Straßenrennrädern einsetzen. Am häufigsten anzutreffen ­ist eine Kurbel mit zwei Kettenblättern von 52 und 36 Zähnen sowie eine Kassette mit Ritzeln von 11 bis 28 Zähnen. Dieses ­Getriebe ist ein guter Kompromiss für ­welliges Terrain; es hält viele Gänge bereit, und die Sprünge ­zwischen den Gängen sind klein, was als biomechanisch günstig gilt und sich angenehm fährt. Besser ­gerüstet für die Berge ist man mit einer Kompaktkurbel mit Kettenblättern zu 50 und 34 Zähnen. An ­Anstiegen mit deutlich über sieben Prozent Steigung sind noch leichtere Gänge wünschenswert; das ist mit Kassetten möglich, die ­größere Ritzel mit bis zu 32 Zähnen bieten. Die neue Ultegra mit ­langem Schaltwerk bewältigt als einzige Straßengruppe ­sogar
34 Zähne große Ritzel, die allerdings noch kaum verfügbar sind.

Was macht schnell?
Wer schnell fahren will, muss vor allem flach und windschnittig auf dem Rad sitzen. Die ­Haltung des Fahrers macht mehrere km/h aus – bei gleicher Anstrengung. Wettkampfräder ­bieten für eine flache und damit schnelle Sitzposition beste Voraussetzungen. Der Preis dafür ist die weniger bequeme Haltung, für die Rücken und Rumpf besser trainiert sein müssen.
Aerodynamisches Material hilft auch: Laufräder und Rahmen zusammen können bei gleicher Haltung nochmal rund ­einen Kilometer pro Stunde schneller machen. Diese Vorteile müssen jedoch relativ teuer bezahlt werden. Aero-­Laufräder kosten ab 1.000 Euro aufwärts, ganz ähnlich ist der Preisaufschlag auch für aero­dynamische Rahmen. Günstiger ist das Tuning der Reifen. Schon ab 80 Euro bekommt man ein Paar richtig gute Reifen, die gegenüber einfachen Pneus etwa 0,5 km/h schneller rollen. Geringes Gewicht ist auch ein Optimierungsziel. Leichte Räder fühlen sich beim Beschleunigen spritziger an und sparen bergauf etwas Leistung. Der Effekt des Gewichtstunings wird aber meist dramatisch überschätzt. Räder bis 6,8 Kilogramm Gewicht findet man schon zu Preisen ab 2.000 Euro. Erst bei unter 6,8 Kilogramm wird es garantiert richtig teuer.

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Zeitfahrad

Erfahrung sammeln
Vor dem Radkauf steht das Ausprobieren.
Wer noch nie Rennrad gefahren ist, sollte sich unbedingt im Fachhandel, bei Ausstellungen, Events oder Freunden Räder ausleihen, sie ­erproben und sich beraten lassen. Große, ­spezialisierte Rennradhändler sind eine gute Adresse, um sich zu informieren und viele ­Räder anzuschauen. Auch die großen Versandhändler haben Läden mit großer Auswahl, in denen man sich beraten lassen und Räder ausprobieren kann. Sie können eine Reise wert sein. Bei sehr kleinen Händlern mit schmaler Auswahl besteht die Gefahr, den Ladenhüter auf­geschwatzt zu bekommen. Andererseits gibt es sehr serviceorientierte Händler, die Kunden vermessen (sogenanntes Bikefitting) und das passende Rad dann erst bestellen. Es gibt auch Bikefitter, die nicht an Radmarken gebunden sind, sodass sie nach der Vermessung das individuell passende Rad unter verschiedenen ­Marken wählen können. Diese Spezialisten sind für Neulinge im Metier eine gute Anlaufstelle. Wer jedoch genau weiß, was er will, und bereits Schrauber-­Basiswissen hat, findet im Versandhandel ­oftmals die günstigsten Angebote.

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TOUR Magazin am 05.03.2018