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Fahrradbekleidung waschen, imprägnieren, pflegen

Tipps zur Pflege von Regenjacken und Radbekleidung

Armin Herb am 15.12.2021

Wenn Funktionskleidung zuverlässig gegen Wind und Regen schützen soll, dann benötigt sie die richtige Pflege. TOUR gibt Tipps zum Waschen, Imprägnieren und Reparieren

Das Rad muss funktionieren, regelmäßige Kontrolle und Pflege verstehen sich von selbst: Luft prüfen, Kette ölen, Bremsen checken, Schaltung justieren. Aber wie halten wir es mit unserer Sportbekleidung? Dass verschwitzte Trikots, Unterhemden und Radhosen nach jeder Ausfahrt in die Waschmaschine wandern und bei 30 Grad gewaschen werden, zählt (hoffentlich) zu den Standardritualen jedes Radsportlers und jeder Radsportlerin.

Bei Wetterschutzkleidung ist das Prozedere nicht ganz so eindeutig, zumal diverse Jacken, Trikots und Hosen mit Membranen und Imprägnierungen unterschiedlich behandelt werden wollen. „Gute Pflege erhält nicht nur die dauerhafte Funktionalität, sondern erhöht die Lebensdauer der Bekleidung, schont damit den Geldbeutel und die Umwelt. All das sind Gründe, sich intensiver mit der richtigen Pflege der Produkte zu beschäftigen“, meint dazu Chris Eisenmann, Experte für Bekleidungstechnologien beim Hersteller Gore.

Genau das machen wir auf den folgenden Seiten. Wir zeigen, welche Kleidungsstücke wie gewaschen, imprägniert und repariert werden können, und nennen Dienstleister für alles, was man selbst nicht hinbekommt beziehungsweise nicht selbst machen möchte. Mit dieser Fülle an Tipps dürften Ihre Funktionskleidungsstücke unzählige Radsaisons heil überstehen.

Das bedeuten Pflege-Symbole in Etiketten:

  • Der Bottich steht fürs Waschprogramm, die Zahl darin für die maximale Waschtemperatur. Funktionstextilien werden in der Regel mit 30 oder maximal 40 Grad gewaschen. Ein Strich unter dem Zuber bedeutet: schonend waschen und schleudern bei maximal 600 Umdrehungen proMinute; zwei Striche: sehr schonend waschen ohne schleudern.
  • Das Dreieck bedeutet Bleichen. Bei Funktionstextilien ist es meist durchgestrichen, das heißt: Nicht bleichen.
  • Das Quadrat mit Kreis steht für die Trocknereignung. Ist das Quadrat durchgestrichen, sollte das Textil nicht in den Trockner. Ein Punkt im Inneren des Kreises bedeutet Trocknen nur bei niedrigen Temperaturen bis 60 Grad.
  • Ist das Bügeleisen durchgestrichen, sollte man aufs Bügeln verzichten.Bei Funktionstextilien findet sich oft ein Punkt im Bügeleisen. Das bedeutet besonders schonendes Bügeln bei maximal 110 Grad.
  • Der Kreis steht für chemische Reinigung, sie ist bei Funktionstextilien meist ausgeschlossen.
  • Ein verdrehtes Stück Stoff bedeutet Auswringen. Es findet sich eher selten und ist bei Funktionstextilien in der Regel durchgestrichen.
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Radbekleidung waschen:

Wie oft eine Wäsche notwendig ist, hängt davon ab, wie oft wir ein Kleidungsstück tragen und wie schmutzig es ist – außerdem von der Art der Membran. Wer zum Beispiel seine Wind- oder Regenjacke intensiv oder gar täglich nutzt, darf sie ruhig einmal pro Woche waschen. Bevor die Funktionstextilien in die Waschmaschine kommen, sollte man einen Blick auf das Pflegeetikett werfen, denn nicht jedes Laminat macht alles mit.

Hersteller von mikroporösen Membranen (z.B. Gore-Tex, eVent etc.) weisen darauf hin, dass Schweiß, Salzkristalle, Schmutz und Hautfette Atmungsaktivität und Lebensdauer verklebter Nähte sowie der Membran beeinträchtigen können. Deshalb empfehlen sie regelmäßiges Waschen der Kleidung. Die Produzenten von porenlosen Membranen (z.B. Sympatex, Dermizax) betonen, dass ihre Membranen nicht verstopfen können und deshalb deren Funktion erhalten bleibt, unabhängig davon, wie häufig man sie wäscht.

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Radbekleidung richtig pflegen!

  • Vor dem Waschen alle Reißverschlüsse, Abdeckleisten, Klettverschlüsse und Bänder vollständig schließen.
  • Hinweise im Pflegetikett beachten
  • Waschmaschine: geringe Lademenge, Schonwaschgang bei 30 Grad einstellen (einige moderne Waschmaschinen haben ein spezielles Programm für Outdoor-Textilien).
  • Möglichst kleine Menge flüssiges Feinwaschmittel oder spezielle Waschmittel für Funktionsbekleidung verwenden. Die Menge ist abhängig von der Verschmutzung und der Wasserhärte.
  • Kein Vollwaschmittel mit Aufhellern oder Bleichmittel verwenden! Auch Weichspüler ist tabu, er schadet der Imprägnierung!
  • Nicht schleudern (oder nur mit sehr niedriger Drehzahl).
  • Trocknen im Wäschetrockner empfehlen einige Hersteller, weil das die Imprägnierung reaktiviert. Wichtig sind dabei niedrige Temperaturen und kurze Dauer (zirka 20 Minuten).
  • Bügeln reaktiviert auch die Imprägnierung. Die Bügeltemperatur sollte aber maximal 110 Grad betragen (1 Punkt/Stufe 1). Zur Sicherheit ein dünnes Baumwolltuch (z.B. Geschirrhandtuch) auf das Funktionstextil legen.
  • Chemische Reinigung ist bei einigen Textilien möglich, aber nicht notwendig.
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Das bedeutet...

...Wassersäule:

Sie gibt an, welchem Wasserdruck zum Beispiel das Obermaterial einer Regenjacke standhalten kann, bevor es durchlässig wird. Das heißt, je höher der Wert in Millimeter, desto wasserdichter ist das Material. 1.000 Millimeter Wassersäule entsprechen dabei etwa dem Druck von 0,1 Bar. Die Aussagekraft der Wassersäule wird oft etwas überbewertet, denn für deren Bestimmung existieren verschiedene Normen, Messverfahren und Testmethoden. Außerdem kommt es auch sehr darauf an, wie etwa eine Regenjacke verarbeitet ist, wie dicht Nähte und Reißverschlüsse sind.

...Wasserdicht:

Nach EU-Richtlinien gilt ein Stoff bereits ab einer Wassersäule von 800 Millimetern als wasserdicht. In Deutschland gilt ein Material ab 1.300 Millimetern wasserdicht, in der Schweiz erst ab 4.000 Millimetern. Im Outdoor-Bereich hat sich bei Regenjacken zum Radfahren und Wandern eine Wassersäule von 10.000 Millimetern als Richtwert etabliert, bei Regenhosen, mit denen man auch auf nassem Untergrund kniet oder sitzt, 15.000 Millimeter. Für Touren mit schwerem Rucksack und anderen anspruchsvollen Bedingungen bieten Hardshell-Jacken mit einer Wassersäule von 20.000 Millimetern die nötigen Reserven.

...Wasserabweisend:

Wasserabweisend bedeutet, dass bei leichtem Regen Wasser an der Oberfläche der Jacke oder Hose abperlt und nicht nach innen dringt. Bei stärkerem Regen muss man jedoch damit rechnen, dass man irgendwann nass wird.

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Sonderfall: Gore-Tex Shakedry

Die einlagige, besonders dünne und leichte Wetterschutzmembran von Gore ist etwas sensibler als andere, unter anderem weil sie weder Futter noch Außenstoff hat. Textilien aus diesem Material dürfen deshalb nicht in die chemische Reinigung, nicht in den Wäschetrockner und nicht gebügelt werden! Gore-Tex Shakedry benötigt allerdings aufgrund der Technologie auch keine Imprägnierung.

‘ Lese-Tipp Alle wichtigen Infos zur richtigen, schonenden Pflege von Funktionsbekleidung etc. stehen auf 60 Seiten in »Waschzeit – Ein Pflegeguide für Deine Outdoor-Ausrüstung« (auch als PDF), 7,95 Euro; www.bergzeit.de*

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Armin Herb am 15.12.2021
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