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Erste Hilfe für Rennradfahrer

Bei Radunfällen: Erste Hilfe-Tipps

Stefanie Weinberger, Konstantin Rohé am 05.05.2011

Bei einem Sturz oder Unfall kommt es auf schnelle Hilfe an. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Handgriffe.

Für viele ist es ein Alptraum, als Erste zu einem Unfall zu kommen – aus Furcht, nicht helfen zu können oder alles noch schlimmer zu machen. Denn der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt bei den meisten schon lange zurück. Wüssten Sie noch die Handgriffe für richtige Wundversorgung, Herz-Lungen- Wiederbelebung oder die stabile Seitenlage? Nein? Haben Sie Verband, Pflaster oder Desinfektionsmittel in der Trikot- oder Satteltasche dabei? Wieder nein? Höchste Zeit, etwas zu ändern. 

Packliste - das sollten Sie auf Tour immer mit dabei haben

  • Smartphone – bei Notruf die fünf W-Fragen beachten: Wer, Was, Wo, Wieviele, Warten auf Rückfragen? Bei mehrtägigen Fahrten kann eine Powerbank hilfreich sein.
  • Notfallkärtchen mit persönlichen Daten und Mobilnummer einer Kontaktperson.
  • Eine Radflasche nur mit klarem Wasser, um schmutzige Wunden vorsichtig ausspülen zu können.
  • Wenn Sie in der Gruppe unterwegs sind, ­können Sie das Erste-Hilfe-Equipment aufteilen. Alles sollte steril verpackt sein!
  • Nehmen Sie bei mehrtägigen Touren unbedingt ein vollständiges Erste-Hilfe-Set (rechts) mit. Packen Sie es ganz oben in die Radtasche. 
Erste Hilfe Atmung prüfen 0511

Reagiert der Verletzte nicht, überprüfen Sie die Atmung: Hals nach hinten überstrecken, Unterkiefer vorziehen. Atemzüge sind an der Wange spürbar.

Erste Hilfe Herzmassage 0511

Der Verletzte atmet nicht: Beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen wie der Herzdruckmassage und der Beatmung.

Erste-Hilfe-Set - das sollte drin sein

  1. Kompressen
  2. Verbandspäckchen aus Kompresse und Fixierbinde
  3. Heftpflaster-Rolle
  4. Selbstschutzhandschuhe
  5. Pflaster-Set
  6. Schere
  7. Splitterpinzette
  8. Rettungsdecke 

Abgesehen davon, dass man von Rechts wegen verpflichtet ist zu helfen, sind die wichtigsten Handgriffe gar nicht so schwierig. „Viele wissen aber nicht so recht, womit sie beginnen sollen und werden verständlicherweise nervös“, sagt Dr. Sebastian Zimatschek, Notarzt und ärztlicher Leiter des Rescue-Teams bei der TOUR-Transalp. „Dann setzen sie, wenn überhaupt, nur einen Notruf ab – auch aus Angst, etwas falsch zu machen“. Dadurch können jedoch im Falle lebensbedrohlicher Verletzungen wertvolle Minuten vergehen – entscheidende Minuten: „Auch bei einem gut Trainierten reicht der Sauerstoff im Blut bei Kreislaufstillstand nur für zirka ein bis zwei Minuten, danach tragen Gehirn und andere lebenswichtige Organe bereits Schäden davon“, gibt Zimatschek zu bedenken. „Dann reicht es nicht, nur auf den Notarzt zu warten, auch wenn der in den meisten europäischen Ländern innerhalb kürzester Zeit eintrifft.“ Er könne nur jeden ermutigen, auch selbst so gut und bald wie möglich zu helfen. 

Dabei hilft es, sich einen klaren Ablauf vor Augen zu halten – auch professionelle Helfer richten sich in lebensbedrohlichen Fällen danach. Am besten, man macht in regelmäßigen Abständen einen Erste-Hilfe-Kurs, dann vergisst man die Handgriffe nicht so schnell und ist immer auf dem Laufenden.

Im PDF-Download unten finden Sie  lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie man die Unfallstelle sichert und weitere Tipps.

Stefanie Weinberger, Konstantin Rohé am 05.05.2011