Ratgeber

Beinlinge

Kristian Bauer am 31.03.2009

Beinlinge schützen die Muskeln vor Auskühlung. Ihr größter Vorteil liegt in ihrer Flexibilität: Wird es während der Ausfahrt wärmer, sind sie schnell in der Trikottasche verstaut. Wir erklären, was Sie beim Kauf beachten sollten.

Schnitt

Grundvoraussetzung für angenehmen Tragekomfort ist, dass die Beinlinge richtig sitzen. Sie sollten deshalb nicht gerade geschnitten, sondern auf das abgewinkelte Bein ausgerichtet sein. Man sollte Beinlinge unbedingt vor dem Kauf anprobieren, denn die Größenangaben geben nur eine grobe Orientierung. Jeder Hersteller schneidet anders, die verschiedenen Modelle fallen unterschiedlich aus – und ein schlecht sitzender Beinling ist ziemlich unangenehm. Ist er zu kurz, blitzt das nackte Bein heraus. Ist die Stoffröhre zu lang, bilden sich störende Falten; reicht sie gar bis zum Schritt, können beim Treten lästige Reibungspunkte entstehen. Noch schlimmer sind zu enge Beinlinge: Auch wenn Kompressionsstrümpfe im Trend liegen – ein einschneidender Gummi am Oberschenkel ist sicher nicht leistungsfördernd. Ebenso störend kann eine Naht in der Kniekehle sein. Materialien, die vor Kälte und Nässe schützen können den Tragekomfort beeinträchtigen, weil sie etwas steif sind. Daher bestehen nur Teilbereiche der Beinlinge aus winddichtem Material.

Material

Am häufigsten verwenden die Hersteller angerautes Polyamid mit Elasthanfäden. Es trägt sich angenehm auf der Haut und wärmt. Während die Außenseite ganz glatt ist, fühlt sich die Innenseite wie weicher Fleece an. Es handelt sich aber um das gleiche Material, nur wurden innen die Fäden gebürstet, um den gewünschten Flaumeffekt zu erhalten. Schwarz ist die häufigste und praktischste Farbvariante – wer hingegen passende Beinlinge zur weißen Radhose sucht, wird selten fündig.

Reißverschlüsse

Damit das An- und Ausziehen nicht zum Kraftakt wird, sollten die Beinlinge mit einem Reißverschluss ausgestattet sein. Nur dann lassen sie sich leicht über die Schuhe ziehen; ansonsten muss man die Schuhe ausziehen – das ist lästig.

Abschluss

Damit sie auch bei passender Größe nicht rutschen, sind die Beinlinge am oberen Ende mit einem Gummi ausgestattet. Perfekt: Ein Silikonband am inneren Rand haftet gut, ohne einzuschneiden.

Mollig: Windstopper schützt bei schlechtem und kaltem Wetter, beeinträchtigt aber die Passform. Beispiel: Gore „WS Leg Warmer“, 55,90 Euro, Größen S–XL; Bezug: Gore Bike Wear, Telefon 00800/46732667, www.gorebikewear.com

Kurvig: Für eine gute Passform sind die Beinlinge auf das abgewinkelte Bein zugeschnitten. Beispiel: Specialized „Leg Warmer“, 39,90 Euro, Größen S–XL; Bezug: Specialized Europe, Telefon 0031/314/676600, www.specialized.com

Klebrig: Ein Silikonstreifen am oberen Beinabschluss innen verhindert zuverlässig, dass der Beinling rutscht. Beispiel: VAUDE „Beinlinge III“, 39 Euro, Größen S–XL; Bezug: VAUDE Telefon 07542/5306-0, www.vaude.com

Hilfreich beim An- oder Ausziehen sind Reißverschlüsse – solch passende Beinlinge zum weißen Trikot sind jedoch rar. Beispiel: Castelli „Thermoflex Legwarmer“, 42,95 Euro, Größen S–XXL; Bezug: Castelli, Telefon 0039/043/9571, www.castelli-cycling.com

Kristian Bauer am 31.03.2009