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Wer auffährt, hat Schuld!

Dr. Winfried Born am 10.06.2013

Dies musste die Erbin eines Radfahrers erfahren, der auf das – nach Abbremsen zum Stillstand gekommene – Rad seines Vordermanns aufgefahren, gestürzt und am Kopf so schwer verletzt worden war, dass er später verstarb.

Der Vordermann hatte gebremst, weil von links zwei Mädchen, die Zeitungen austrugen, einen Schritt auf die Fahrbahn getreten waren. Nach Ansicht des Gerichts hätte der Hintermann genügend Zeit gehabt, entweder links an seinem Vordermann vorbeizufahren oder noch hinter ihm zum Stillstand zu kommen, weil die Geschwindigkeit mit 14 km /h recht gering gewesen sei. Ein eventuelles Fehlverhalten der Mädchen trat nach Ansicht des Gerichts gegenüber dem überwiegenden Verschulden des Hintermanns vollständig zurück. Deshalb wurde die Schmerzensgeldklage seiner Erbin, die vom Landgericht noch zu 40 Prozent für gerechtfertigt erklärt worden war, in der Berufungsinstanz vollständig abgewiesen (OLG Koblenz, Urt. v. 24.10.2012– 5 U 583/12).

Dr. Winfried Born am 10.06.2013
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