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Unfallbilanz 2015

Jeden Tag stirbt ein Radfahrer auf deutschen Straßen

Kristian Bauer am 12.07.2016

Im Jahr 2015 zählte die Polizei insgesamt 2,5 Millionen Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen. Das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei starben 3.459 Menschen, 2,4 Prozent mehr als 2014.

Auf einer Pressekonferenz hat das Statistische Bundesamtes in Berlin neue Daten zu der Unfallentwicklung auf deutschen Straßen 2015 vorgestellt. In den 25 Jahren seit der deutschen Vereinigung konnten überdurchschnittliche Rückgänge bei der Zahl der Verkehrstoten bei Pkw-Insassen und Fußgängern erreicht werden. Bei Fahrrad- und Kraftradnutzern fielen die Rückgänge dagegen deutlich geringer aus. Die mit Abstand meisten Fahrradfahrer (61,6 Prozent) und Fußgänger (70,2 Prozent) starben 2015 innerorts.

Bei 88 Prozent aller Unfälle war Fehlverhalten von Fahrzeugführern die Unfallursache. Zu hohe Geschwindigkeit ist für jeden dritten Todesfall im Straßenverkehr verantwortlich. 383 Fahrradfahrer starben im vergangenen Jahr – davon rund zwei Drittel innerhalb einer Ortschaft.

Die häufigsten Ursachen von Kollisionen mit Kraftfahrzeugen sind fahrlässiges Abbiegen von Auto- und LKW-Fahrern, die Missachtung der Vorfahrt der Radfahrer, zu enges Überholen und das fahrlässige Öffnen von Autotüren. Bei von Radfahrern selbst verursachten Unfällen ist die falsche Straßenbenutzung die häufigste Ursache - also das verbotene Fahren gegen die Fahrtrichtung oder auf dem Gehweg. Die dritte große Ursachengruppe sind Hindernisse auf dem Radweg: Aufbrüche, Schlaglöcher, Falschparker, Baustellen, Poller und vieles mehr.

"Ein getöteter Radfahrer pro Tag – diese Bilanz bleibt beunruhigend. Fahrrad und Pedelec werden als Verkehrsmittel für alle Altersgruppen immer populärer. Aber die Städte kommen beim Ausbau der Infrastruktur nur schleppend oder gar nicht voran. Bei zunehmender Mobilität wird es immer enger auf den Straßen und Radwegen. Weil sich die Unfallbilanz nicht weiter verschärfen darf, müssen alle etwas tun: Politik und Verwaltung, Automobilindustrie – und auch die Verkehrsteilnehmer selbst", kommentierte ADFC-Bundesvorsitzender Ulrich Syberg die Zahlen.

Kristian Bauer am 12.07.2016