Für diese "Trampelpfade" ging der neu ausgelobte Sonderpreis an Hamburg Für diese "Trampelpfade" ging der neu ausgelobte Sonderpreis an Hamburg
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Und der "Pannenflicken 2007" geht an...

Weinberger am 06.03.2008

Die Radverkehrsinitiative Cycleride verleiht jährlich die Auszeichnung »Pannenflicken« an Städte, Gemeinden und Landkreise, die allzu offensichtlich praxisfremd oder sogar gefährdend in Bezug auf den Radverkehr handeln.

Die bundesweit aktive Radverkehrsinitiative Cycleride verleiht jährlich die Auszeichnung »Pannenflicken« an Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich in punkto Radverkehr allzu offensichtlich falsch und praxisfremd verhalten. Nicht zuletzt gefährdeten sie damit fahrlässig Gesundheit und Leben von Radfahrern, so die Initiative.

Die mit Pannenflicken ausgezeichneten Radwege befinden sich in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Ihnen ist nach Ansicht der Preisverleiher gemeinsam, dass sie ohne Notwendigkeit als benutzungspflichtige Radwege ausgeschildert wurden und dadurch Radfahrer eher gefährden als schützen. Laut § 45 Abs. 9 StVO dürfen Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs aber nur ausnahmsweise angeordnet werden.

Für 2007 wurde zusätzlich die Kategorie "Trampelpfad" als Sonderpreis eingeführt, um auch die vergleichsweise harmlosen, aber offensichtlich grotesken Radverkehrsanlagen auszuzeichnen. Für ein ganzes Sammelsurium an fehlgeplanten Radwegen geht der Sonderpreis 2007 an Hamburg. Trotz ihrer offensichtlichen Untauglichkeit sind die betreffenden Wege als gemeinsame Fuß- und Radwege für beide Richtungen ausgeschildert. Besonders deutlich sei hier erkennbar, dass Radwege häufig Verkehrswege zweiter Wahl sind.

Nicht zuletzt, so die Initiative, gehe es auch um Steuergelder. Weil die Straßenverkehrsbehörden trotz jahrelanger Aufforderung ihrer Pflicht nicht nachkämen, alle benutzungspflichtig ausgeschilderten Radwege zu überprüfen und gegebenenfalls die Benutzungspflicht aufzuheben, hat Cycleride-Mitarbeiter Sven Ledebrink eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag zur allgemeinen Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht eingereicht. Sie wurde von fast 17.000 Bürgern unterzeichnet und am 18. Februar 2008 vom Petitionsausschuss des Bundestags in Berlin erörtert (den aktuellen Stand der Diskussion um die Petition können Sie hier nachlesen).

Fast alles, was zum Thema Radwege und deren Planungen geschieht und wie damit umgegangen wird, wäre nach Ansicht von Cycleride auf einer Fahrbahn für Autos undenkbar oder würde zumindest heftigen Protest hervorrufen. Mit dem "Pannenflicken" wollen die Initiatoren das Recht der Radfahrer, als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer anerkannt zu werden, einfordern. Sie versuchen zu erreichen, dass zweitklassige Radwege bald der Vergangenheit angehören.

Eine Übersicht über alle "Gewinner" sowie die nominierten Radwege gibt es auf www.cycleride.de 

Cycleride ist eine Initiative von Radfahrern für eine praxistaugliche Radverkehrspolitik. Hauptanliegen ist es, mehr Sicherheit, Toleranz und Verständnis im deutschen Radfahreralltag zu erwirken. Die Initiative wurde 2005 gegründet, da sie diese Anliegen bei den etablierten Vereinen nicht ausreichend vertreten sah.

Weinberger am 06.03.2008
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