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Rennradunfall wegen PKW

Gefährliche Nähe? Streitfall bei Crash: E-Bike und Auto

Dr. Winfried Born am 31.07.2016

Wer als Radfahrer behauptet, aufgrund der Fahrweise eines Pkw gestürzt zu sein, muss das im Streitfall auch konkret beweisen.

Dies wurde einer Radfahrerin bescheinigt, die mit ihrem E-Bike einen neben der Straße verlaufenden ­kombinierten Geh- und Radweg befahren hatte, der ­gegenüber der Querstraße bevorrechtigt ist. Vor dieser Einmündung stürzte sie und erlitt einen Knochenbruch, ihr E-Bike wurde beschädigt. Die auf Schmerzensgeld und Schadensersatz gerichtete Klage blieb erfolglos. Die Radfahrerin konnte ihre Behauptung nicht beweisen, der Pkw habe den bevorrechtigten Radweg gekreuzt, als sie nur noch wenige Meter entfernt gewesen und dann aufgrund der abrupten Bremsung gestürzt sei. Das Landgericht (LG) sah diese Behauptung nicht als erwiesen an; genauso plausibel er­scheine die Darstellung des Pkw-Fahrers, schon 25 bis 30 Sekunden an der Sichtlinie gestanden zu haben, als im rückwärtigen Bereich des Fahrzeugs die Radfahrerin gestürzt sei. Da die Beweislast bei der Radfahrerin als Anspruchstellerin liege, gehe die Unaufklärbarkeit des Unfallhergangs zu ihren Lasten (LG Kiel, Urt. v. 16.9.2015 – 6 O 75/15).

Dr. Winfried Born am 31.07.2016