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Radfahren in Zeiten von Corona

Radfahren trotz Verbot – diese Strafen drohen in Europa

Stefan Loibl, Konstantin Rohé am 22.03.2020

In Frankreich, Spanien, Italien und Tirol gelten strikte Ausgangssperren, in Bayern und Österreich sind sie (noch) beschränkt. Welche Strafen drohen Radfahrern, wenn Sie die Regeln nicht befolgen?

Nach Ausgangssperren in Italien, Frankreich und Spanien gelten seit Ende der Woche auch in einigen deutschen Städten wie Freiburg oder Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth strikte Regeln. Auch in ganz Bayern wurden Ausgangsbeschränkungen umgesetzt. Andere Bundesländer wie das Saarland oder Nordrhein-Westfalen werden wahrscheinlich dem Vorbild Bayerns folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden von der Polizei und Ordnungsämtern kontrolliert. Wer in Bayern gegen die Vorgaben verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 25000 Euro rechnen. Davor müssen sich aber Radfahrer nicht fürchten. Denn Mountainbiken und Rennradfahren bleibt erlaubt, solange man alleine oder mit Leuten aus derselben Wohngemeinschaft fährt! >> Mehr zur Regelung für Radfahrer in Bayern

Österreich

Im Nachbarland Österreich ist die Lage ähnlich, wenn auch etwas strikter. Mountainbiken abseits asphaltierter Straßen, insbesondere in den Bergen, ist untersagt. Auch auf mehrstündige Einzelfahrten, Radfahrten in der Gruppe und intensives Training soll man verzichten. Im Bundesland Tirol gilt eine strikte Ausgangssperre. Radfahren ist dort nur erlaubt, wenn es der Grundversorgung dient. Sportliches Mountainbiken und Rennradfahren sind verboten. Wer sich in Tirol nicht an die Regeln hält, muss mit Geldstrafen bis 3600 Euro rechnen.

Frankreich

Während zu Beginn der Ausgangssperren in Frankreich Sport an der frischen Luft – also auch das Radfahren – erlaubt war, hat sich dort das Blatt nun gewendet. In einer Pressemitteilung stellte der französische Radsportverband FFC am 19. März klar, dass klassisches Radsporttraining und mehrstündige Ausfahrten verboten sind. Man dürfe nur in der Nähe seines Wohnorts aufs Rad steigen und auch nur eine "relativ begrenzte Zeit". Lange Bike-Touren oder ausschweifende Rennradrunden seien eine Straftat. Dazu twitterte der französische Sportminister: "Ein oder zwei Kilometer maximal. Von zu Hause wegzukommen ist kein Thema. Das gilt für alle! Sie sollten nur für Notfälle das Haus verlassen." Profi-Radfahrern war die Ausübung ihres Berufs bereits am 17. März untersagt worden. Profis wie Lilian Calmejane halten sich unterdessen in den eigenen vier Wänden mit Rollentraining und Kraft-Einheiten fit. 

Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss mit einer Geldstrafe von 135 Euro rechnen. Sogar über die Strava-App soll die französische Polizei das Verbot und Nutzern, die entsprechend lange Radfahrten hochladen, nachspüren.    

Italien

In Italien wurden die Ausgangssperren am 21. März nochmals verschärft. Laut einem Erlass von Gesundheitsminister Roberto Speranza sei jeglicher Sport in der Öffentlichkeit zu unterlassen. Doch bereits zuvor war das sportliche Radfahren stark eingeschränkt. Einzig Radprofis dürfen mit einer schriftlichen Erlaubnis noch im Freien mit dem Mountainbike oder Rennrad trainieren.

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Spanien

In Spanien gelten seit einer Woche strikte Ausgangssperren. Das spanische Sportministerium hat explizit darauf hingewiesen, dass diese Einschränkungen auch das sportliche Radfahren einschließen. Bereits am vergangenen Sonntag wurden Radfahrer, die sich nicht an das Verbot hielten, angehalten und mit Geldstrafen belegt. Die Strafen für  "Unnötige Outdoor-Aktivitäten" sollen zwischen 500-3000 Euro liegen. Im Gegensatz zu italienischen Radprofis sind die spanischen Kollegen unsicher, ob sie weiterhin ihrem Beruf nachgehen können, weil sie vom spanischen Radsportverband keine schriftliche Erlaubnis zum Mitführen erhalten haben.

Stefan Loibl, Konstantin Rohé am 22.03.2020