Trio for Rio Trio for Rio

Interview Trio for Rio

Mit dem Rad zu den Olympischen Spielen

Kristian Bauer am 06.08.2016

Julian und Nico Schmieder sowie Sandro Reiter sind mit dem Rad von München zu den Olympischen Spielen in Rio geradelt. Gestartet sind sie am 1. Mai 2015 und haben seitdem rund 27.000 Kilometer bewältigt.

TOUR: Wir haben gehört die Brasilianer fragen ständig warum Ihr das macht?

Schmieder: Nicht nur die Brasilianer fragen ständig wieso, weshalb machen wir die Tour. Diese Frage bekommen wir schon auf der gesamten Reise gestellt und wir antworten immer das Gleiche: Das Bereisen von Nord- und Südamerika war schon immer unser Traum. Mit dem Fahrrad ist es eine sehr schöne Reisegeschwindigkeit bei der man alles links und rechts der Straße intensiv wahrnimmt. Mit Gaskocher, Zelt und Isomatte ist so eine Reise wesentlich günstiger und man kommt mehr mit den Leuten in Kontakt als in einem Bus oder mit dem Auto. Und wenn wir nicht ausführlich antworten wollen oder können dann fragen wir "Wieso nicht?" und die Leute sagen "stimmt wieso nicht".

Es gab wohl auf der Reise ziemlich gefährliche Momente mit Bären?

In Alaska und Kanada haben wir viele Bären gesehen. Mehr als zweimal sind die Schwarzbären und auch einmal ein Grizzly uns sehr nahe gekommen.
Bei der einen Situation in Kanada als der Schwarzbär in Richtung meines Bruders Julian losgerannt ist war es sehr eng und wir hatten viel Glück.
Ein Auto was in diesem Moment zum Überholen angesetzt hatte und den Bar nicht hat kommen sehen prallte direkt neben meinem Bruder mit dem Bären unabsichtlich zusammen! Ergebnis: Bär tot, Auto kaputt und wir mussten tief durchatmen und einen Schnaps trinken...

Wie waren denn Verkehr und Straßenzustand auf der Route?

Der Straßenzustand war in Alaska und Kanada sehr gut und von Verkehr war teilweise tagelang weit und breit keine Spur! Man kann dort die Natur ohne Gehupe und Gebrumme der Autos genießen! Deshalb hat uns dort das Radeln besonders gut gefallen. Viel Verkehr hatten wir wiederum auf den eher schlechten, schmalen und kurvigen Straßen in den Anden von Peru. Ein ständiges Gehupe und Gedrängel hat uns beinahe zur Verzweiflung gebracht. Auch als wir auf Seitenstraßen und somit oft Schotterstraßen ausgewichen sind hat der Verkehr kaum abgenommen. Vor allem die Busfahrer nehmen unser Ansicht nach überhaupt keine Rücksicht auf Fahrradfahrer.

Fotostrecke: Trio for Rio

Wie wurde Eure Reise in Brasilien aufgenommen?

In Brasilien sind die Leute sehr interessiert an unsrer Reise! Wir wurden schon von einer Zeitung und zwei Radiosendern interviewt. Leider ist unser Portugiesisch noch sehr ausbaufähig sodass wir auf Spanisch antworten durften.

Schlaft Ihr in Brasilien überwiegend im Zelt?

In Brasilien haben wir bisher mehr als 34 Nächte verbracht und erst zweimal in einem Hotel geschlafen, sprich bezahlt. Wir wurden in Brasilien besonders häufig eingeladen und haben viele Nächte bei Familien, in Tankstellen, Kirchen und sogar einmal in einer Leichenhalle verbracht, doch genauso gerne und häufig schlafen wir auch in Brasilien in unseren eigenen vier Wänden, in unserem Zelt.

Tickets hattet Ihr ja bis vor kurzem nicht – wie sieht es jetzt aus?

Gestartet sind wir ohne Tickets, denn bei so einer langen Reise weiß man nicht was passiert: gibt man auf, versagen die Nerven, klappt es nicht im Trio, technisches Versagen - sprich erreichen wir unser Ziel Rio-Olympia 2016 oder nicht? Nun sind wir kurz vorm Ziel und auf unser Facebook Seite "Trio for Rio" hat uns DER-Tour kontaktiert und uns Tickets angeboten. Wir haben für zwei Sportarten je drei Tickets bekommen: Tischtennis Frauen-Finale und Volleyball. Da freuen wir uns drauf!

Hier geht es zur Website der Olympia-Radler: trioforrio.com

Kristian Bauer am 06.08.2016