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Gesetz: Führer des Fahrrades auch bei rollendem Rennrad

Ohne Tritt hilft nicht bei zuviel Promille auf dem Rad

Dr. Winfried Born am 31.05.2016

Wer auf einem rollenden Fahrrad sitzt, wird rechtlich als "Führer" des Fahrrades angesehen – und zwar auch dann, wenn er nicht in die Pedale tritt.

Dies wurde einem Radfahrer bescheinigt, der sich gegen eine behördliche ­Anordnung wandte, durch die ihm das Führen von Fahr­rädern im Straßenverkehr verboten worden war. Der Radfahrer hatte zu tief ins Glas geschaut; die Blutprobe ergab 2,41 Promille. Die Befugnis zum Radfahren war ihm wichtig, weil ihm kurz zuvor, ebenfalls wegen Alkoholisierung, schon die Fahrerlaubnis ­ent­zogen worden war. Sein ­Einwand, er habe auf dem nur rollenden Rad nicht in die ­Pedale getreten, überzeugte das Gericht nicht. Wer auf einem rollenden Fahrrad sitze, müsse das Rad führen, unabhängig davon, ob das Fahrrad nur aufgrund der Schwerkraft rolle oder durch das Treten der Pedale. Da der Radfahrer das von ihm geforderte Eignungsgutachten nicht vorgelegt habe, sei die Behörde berechtigt gewesen, auf die Nichteignung zum Führen von Fahrrädern zu schließen und ihm das Radfahren zu ver­bieten (VGH München, Beschl. v. 17.11.2014 – 11 ZB 14.1755, NZV 2015, 409).

Dr. Winfried Born am 31.05.2016