Rennrad-Rechner: Auf der Suche nach dem Optimum

Rennradfahren ist eine Wissenschaft für sich. Besonders, wenn Sie den Sport mit einem gewissen Ehrgeiz und Anspruch betreiben, sollten Sie immer auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen sein. Die korrekte Auswahl des Bikes ist auch in ergonomischer und gesundheitlicher Hinsicht entscheidend. Rechner helfen dabei, das optimale Rad, die besten Einstellungen und eine effiziente Trainingssteuerung zu finden.

Was machen Radgrößen-Rechner?

Rad-Rechner bestimmen Idealwerte. Rennräder gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Radfahrer gibt es in noch mehr Ausführungen. Jeder Sportler ist individuell. Körpergröße und einzelne Körpermaße unterscheiden sich, dazu kommen noch Parameter wie das Gewicht, das Geschlecht und die individuelle Leistungsfähigkeit. Um an die Leistungsgrenzen heranzukommen, müssen Fahrrad und Fahrer beim Bikefitting zunächst mechanisch und biomechanisch aufeinander abgestimmt werden.

Dafür gibt es Radgrößenrechner, Reifenrechner und Rechner zur Bestimmung der besten Sitzposition auf dem Rad. Danach geht es in die Trainingssteuerung. Aus einem Leistungstest wird der Leistungsstand des Radsportlers ermittelt und daraus lassen sich Trainingspläne und Trainingsparameter ableiten. Auch hier kommen Tools und Rechner zum Einsatz, die das beste Verhalten auf dem Rad vorgeben. Nicht zuletzt sind Fahrradcomputer, die Fahrzeit, Strecke, Geschwindigkeit und Leistungsdaten aufnehmen, auch Bike-Rechner, die die Vorgaben der Trainingspläne kontrollieren können.

Welche Rahmengröße ist die richtige?

Es ist wie beim Schuhkauf, es gibt passende und unpassende Fahrradrahmen. Daher sollten Sie sich vor dem Kauf eines Rennrads ein paar Gedanken über die korrekten Abmessungen und auch Ihre Ansprüche an die Rahmengeometrie machen. Fahrradtypen- und Größen, speziell bei Rennrädern, bewegen sich in der Größenordnung 44 bis 64. Die meistverkaufte Größe ist 57. Um zu entscheiden, ob ein Rennrad zu Ihnen passt, müssen Sie zunächst das Fahrrad vermessen und damit den Radgrößenrechner füttern. Dabei gibt es einige entscheidende Parameter.

Das STR-Verhältnis (Stack to Reach) gibt an, wie sich die effektive (senkrechte) Rahmenhöhe (stack) und die reale Länge (reach) zueinander verhalten. Je kleiner das STR-Verhältnis ist, desto gestreckter ist der Rahmen und desto sportlicher. Kleinere Rahmen neigen eher zu sportlicheren STR-Werten. Der Lenkwinkel und die Gabelvorbiegung bestimmen den Nachlauf und damit das Lenkverhalten. Der Radstand ist der Abstand von Vorderrad- zur Hinterradachse. Je kürzer er ist, desto agiler ist das Fahrverhalten. Je länger er ist, desto besser das Geradeausverhalten. Die Länge der Kettenstreben bestimmt die Last auf dem Hinterrad und die Absenkung des Tretlagers determiniert die Bodenfreiheit und fahrbare Kurbellänge.

Die nächsten Daten, die Sie zum Füttern des Bike-Rechners brauchen, sind Ihre Körpermaße bzw. Ihre Körperproportionen. Aus dem Verhältnis von Schrittlänge und Körpergröße ergibt sich, ob sie ein sogenannter Langbeiner oder Sitzriese sind oder dazwischen liegen.

TOUR stellt Ihnen einen Rad-Rechner zur Verfügung, mit dem Sie die passende Rahmengröße für Ihre Statur finden können. Außerdem gibt es Anweisungen, wie Sie die einzelnen Parameter der Radgröße und Ihrer Körpermaße genau zu messen haben.

Wie wird die Sitzposition bestimmt?

Auch für die Sitzposition gibt es Rechner, anhand derer sich die besten Einstellungen am Rad ermitteln lassen. Für das sogenannte Bikefitting stehen auch Apps zur Verfügung, mittels derer Sie sich an Ihre optimale Sitzposition herantasten können. Aber mit simplen Rechenformeln und Excel-Rechnern können Sie sich bereits relativ einfach Ihre Sitzposition einstellen. Dazu braucht es zunächst wieder ein paar Körpermaße, nämlich die Innenbeinlänge, die Rumpflänge und die Armlänge. Aus diesen Größen wird die Sitzhöhe bestimmt, also der Abstand zwischen der Tretlagermitte und der Satteloberkante. Danach geht es an die Ermittlung der Sitzlänge (Abstand zwischen Mitte des Oberlenkers und Sattelspitze). Dazu müssen Sie noch die Sattellänge vermessen und Ihre gewünschte Rückenneigung angeben. Bei der Rückenneigung gibt es die sehr sportliche, die sportliche und die Tourenradhaltung. Je flacher, desto sportlicher. Unabhängig von der Neigung ist es physiologisch am besten, den Rücken zu strecken. Eine gestreckte Sitzposition entspricht einer physiologisch korrekten Haltung, die Nacken und Lendenwirbel entlastet. Wenn Sie die Sitzlänge kennen, geht es an die Einstellung des Vorbaus. Nicht bei allen Rennrädern lassen sich hier gleich viele Einstellungen verändern. Über die gewünschte Überhöhung (Sattelstand über Lenkerhöhe) und diverser Parameter zum Vorbau wie Vorbauhöhe, Winkelstellung und Vorbaulänge kommen Sie schließlich zur passenden Rahmenhöhe, die mit der Ihres Rades übereinstimmen sollte.

Die korrekte Sitzposition fühlt sich zu Beginn vielleicht noch unbequem an, besonders wenn die Umstellung von einer vorher benutzten Position mit erheblichen Änderungen einhergeht. Daher ist ein langsames Herantasten angesagt und auch ein wenig Experimentieren. Nicht immer muss die Theorie zu 100 Prozent mit der Praxis übereinstimmen. Aber die Suche nach der ergonomischsten Sitzposition lohnt sich, die Übertragung der Kraft auf Ihr Hinterrad wird effizienter und Sie werden schneller werden oder länger durchhalten.

Wie wird die Reifengröße berechnet?

Meist lässt sich die Reifengröße über die Angaben auf einem alten Reifen bestimmen und muss gar nicht berechnet werden. Der Reifengrößenrechner ist in der Regel nur eine Tabelle. Früher waren die Größen von Fahrradreifen uneinheitlich, bis die Europäische Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) ein Einsehen hatte. Neben den Angaben in Zoll gibt es nun eine ETRTO Nummer, die aus fünf Ziffern besteht, mit einem Bindestrich nach der zweiten Stelle. Ein Fahrradreifen mit der ETRTO Größe 28-622 ist demnach 28 Millimeter breit und hat einen Innendurchmesser von 622 Millimetern. Mithilfe dieser eindeutigen Angaben können Sie entsprechend der Felge Ihres Rennrads passgenau einen Reifen aussuchen. Daneben gibt es immer noch die Angaben in Zoll. Im gewählten Beispiel hat der Reifen einen Durchmesser von 28 Zoll und eine Breite 1 1/8 Zoll. Eine weitere Alternativbezeichnung für diesen Reifen ist 700C28. Bei der ETRTO-Dimensionierung der Reifen wird grundsätzlich von einer breiten Felge ausgegangen. Eine schmale Felge kann einen Reifen daher stärker einschnüren und schmaler ausfallen lassen. Zusammen mit Fertigungstoleranzen kann es somit immer zu Abweichungen zwischen der realen und der ETRTO Reifenbreite kommen. Darüber hinaus dehnen sich Reifen während der Nutzung meist noch ein wenig aus.

Trainingssteuerung durch Leistungstests

Trainingspläne werden häufig aus dem aktuellen Leistungsstand abgeleitet. Die Ermittlung von Leistungsdaten kann auf einer Trainingsfahrt oder auf dem Ergometer erfolgen. Letzteres ist eine bevorzugte Möglichkeit, weil sich neben der Messung von Herzfrequenz, Trittfrequenzen und Wattzahlen auch Parameter wie die maximale Sauerstoffaufnahme VO2max, die maximale Leistungsfähigkeit PPO (Peak Power Output) sowie die Leistungsfähigkeiten bei den beiden ventilatorischen Schwellwerten bestimmen lassen. Die ventilatorischen Schwellwerte kennzeichnen den Übergang vom aeroben zum gemischt-aerob-anaeroben Energiestoffwechsel und von dort zum anaeroben Bereich. Auch die Laktatschwellen können bei gleichzeitiger Blutabnahme bestimmt werden. Die Bedeutung des Laktatstufentests zur Ermittlung der metabolischen Schwellen hat in der modernen Sportmedizin jedoch abgenommen. Die angesprochenen Atemgasanalysen unter Belastung in Kombination mit anaeroben Tests und numerischen Methoden (STAPS) liefern wichtigere Informationen über den Ursprung der Leistung und bieten mehr Präzision in der Trainingssteuerung.

Die Daten aus den Leistungstests umzurechnen, ist keine Sache, die mit einem händischen Rad-Rechner oder einer Excel-Mappe funktioniert. Grund dafür ist, dass jeder Sportler hier wirklich individuell zu betrachten ist. Für die Berechnung sind Algorithmen zuständig, die sich in Fahrradcomputern, Fitness-Apps und vor allen Dingen Trainingssteuerungs-Tools von Trainern und Sportmedizinern finden.

Als interessante Methode der Trainingssteuerung hat sich die Ausrichtung nach der Herzfrequenzvariabilität (HFV) herausgestellt. Grob gesagt, wird der Herzschlag bei steigender Belastung immer regelmäßiger. Die Frequenz steigt zwar, aber die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen werden immer gleichmäßiger. Im Ruhezustand hat jeder Mensch ein individuelles Muster der Abweichung von dieser Regelmäßigkeit, das ist die HFV. Die HFV kann ein Maß für den aktuellen Erschöpfungszustand sein. Wird sie morgens nach dem Aufstehen gemessen, kann aus ihrer Signatur abgeleitet werden, ob beispielsweise eine intensive Belastungseinheit wie geplant stattfinden kann oder ob nicht doch lieber eine moderate Einheit eingelegt werden sollte. Damit ist die HFV-Trainingssteuerung deutlich situativer angelegt als andere Trainingssteuerungen.

Was sind Trainingsbereiche?

Trainingsbereiche geben an, auf welchem Belastungslevel und mit welchen Intensitäten trainiert wird. In der Wettbewerbsvorbereitung wird in den Grundlagen-Ausdauer-Bereich (GA), den Entwicklungsbereich (EB) und den Spitzenbereich (SB) unterschieden. Unter GA-Bedingungen ist die Stoffwechselampel noch auf grün. Alles läuft im aeroben Bereich ab. Mit dem GA-Training wird das Fundament für spätere Höchstleistungen gelegt. Im nächsten Trainingsbereich EB wird das Herz-Kreislauf-System an höhere Belastungen gewöhnt. Schrittweise werden Intensitäten und Belastungsdauern erhöht. SB bedeutet, dass der Sportler an seine Belastungsgrenze geht und unter Wettbewerbsbedingungen trainiert. Er ist im Tunnel und alle Körperfunktionen stehen auf maximaler Leistung. In allen Trainingsbereichen werden Vorgaben und Ziele formuliert, mit deren Erreichung erfolgreich Wettkämpfe bestritten werden können.

Rad-Rechner ist nicht gleich Rad-Rechner

Von der Größentabelle über einen Excel-Rechner bis hin zur App oder zur PC-Software mit komplexen Algorithmen. Rund um das Rad gibt es viele Werte, die zu optimieren sind und individuell eingestellt werden können. Dabei helfen die unterschiedlichsten Rad-Rechner.

Radgrößenrechner

Leistungstest

Trainingsbereiche