Ausprobiert: RadtransportFoto: Matthias Borchers

Rad TransportAusprobiert: Radtransport

Unbekannt

 6/22/2010, Lesezeit: 3 Minuten

Im Auto, am Heck oder auf dem Dach? Wir haben neun Radträger-Systeme für außen und innen ausprobiert und klären, mit welchem sich Rennräder am besten transportieren lassen.

TOUR-Testredakteur Jens Klötzer flitzt fast jedes Wochenende mit seinem Dreier-BMW zwischen München und Leipzig hin und her. Sein ständiger Begleiter: ein Simplon “Pride”, das mit demontierten Laufrädern, in Decken gehüllt und angeschnallt, auf der Rückbank mitreist. Trocken, sicher und schnell. Am Ostersamstag aber musste der Renner weichen. Geplant war ein Ausflug mit den Freunden Nico und Marek zum Sachsenring-Rennen. Drei Freunde, drei Räder – da wurde im Auto der Platz knapp. Wohin mit den Rennern?

Theoretisch bieten Autos bis zu vier Möglichkeiten für den Radtransport: innen, auf dem Dach sowie huckepack an der Heckklappe oder auf der Anhängerkupplung – sofern vorhanden. Der Innenraum ist sicher der komfortabelste und sicherste Ort; Fahreigenschaften und Spritverbrauch des Autos bleiben unverändert, nichts steht über, kann hängen bleiben oder abfallen. Zudem ist das Risiko gering, beim Einladen den Autolack zu zerkratzen oder das Blech zu verbeulen. Und normalerweise steht auch der Renner nach der Fahrt sauber und unversehrt am Start. Lediglich die Sicht durch den Innenspiegel nach hinten kann durch Lenker, Sattelstützen oder Sättel eingeschränkt sein.

Der Transport auf dem Dach bietet da schon weniger Vorteile. Zwar bleiben Sitzplätze und Kofferraum frei, doch allein das Beladen des Dachträgers wird zur Hürde, wenn beispielsweise kleine Menschen die Ladehöhe erreichen wollen, die bei einem normalen Auto etwa 1,60 Meter beträgt, bei Van oder Geländewagen aber schnell auf 1,80 Meter und mehr wachsen kann. Rutscht einem der Renner aus der Hand, prangen schnell Kratzer oder Beulen an Rad wie Auto. Außerdem erzeugen die Renner auf dem Dach lästige Windgeräusche, werden bei Regen nass und dreckig – und der Spritverbrauch erhöht sich selbst bei moderater Fahrt um 15 bis 20 Prozent. Tempolimits für Autos mit Dachträgern gibt’s keine, aber die Träger-Hersteller haben sich darauf verständigt, in ihren Bedienungsanleitungen eine Geschwindigkeit von etwa 120 bis 130 km/h zu empfehlen. Die Hersteller selbst testen ihre Träger im beladenen Zustand bei bis zu Tempo 250. Fahrradschrott und Schäden am Auto kann man aber auch bei Schrittgeschwindigkeit produzieren – etwa wenn man den Dachaufbau vergisst und in eine Tiefgarage oder die eigene Garage fahren will.

Fürs Heck hält der Markt zwei Systeme bereit. Zum einen die Heckklappen-Träger, die mit klappbaren Haltern montiert werden, überwiegend an Vans oder Kleinbussen. Vorteil: Die Räder reisen im Windschatten des Autos, der Spritmehrverbrauch hält sich in Grenzen. Auch bei dieser Variante können die Räder ordentlich einsauen, weil sie direkt in der Dreckschleppe des Fahrzeugs stehen; außerdem ist die Sicht nach hinten eingeschränkt und beim Einparken muss man die größere Fahrzeuglänge beachten. Da die Heckleuchten am Auto nicht verdeckt sein dürfen, kann es außerdem sein, dass der Träger so hoch angebracht werden muss, dass er deutlich übers Dach hinausragt. Der größte Nachteil dieses Systems ist allerdings, dass sich die Heckklappe voll beladen kaum noch ohne Hilfe öffnen lässt, was den Zugriff aufs Gepäck erschwert. Kurz & Knapp Die Auswahl an Rad-Trägersystemen fürs Auto ist riesig, und auf den ersten Blick unterscheiden sich die Lösungen der Hersteller kaum. Gerade für Besitzer dünnwandiger Carbonrahmen aber schrumpft die Auswahl rapide. Die hier vorgestellten Produkte von Atera, Bikeinside, Thule und RadFazz sind alle für Carbonrahmen geeignet.

KURZ & KNAPP

Die Auswahl an Rad-Trägersystemen fürs Auto ist riesig, und auf den ersten Blick unterscheiden sich die Lösungen der Hersteller kaum. Gerade für Besitzer dünnwandiger Carbonrahmen aber schrumpft die Auswahl rapide. Die hier vorgestellten Produkte von Atera, Bikeinside, Thule und RadFazz sind alle für Carbonrahmen geeignet.

Die Testergebnisse der oben genannten Transportsysteme finden Sie unten als PDF-Download.

  Die „Bike Tub“-Schutzhülle aus Nylon von B & W International ist einfach in der Handhabung und schützt den Fahrzeug-Innenraum vor Verschmutzung. Preis: etwa 20 EuroFoto: Matthias Borchers
Die „Bike Tub“-Schutzhülle aus Nylon von B & W International ist einfach in der Handhabung und schützt den Fahrzeug-Innenraum vor Verschmutzung. Preis: etwa 20 Euro
  Schutz vor Schmutz bietet der „Bikeschutz“ der Rose-Eigenmarke „Xtreme“ für 18,90 EuroFoto: Matthias Borchers
Schutz vor Schmutz bietet der „Bikeschutz“ der Rose-Eigenmarke „Xtreme“ für 18,90 Euro

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