BeratungKurzarm-Trikots

Unbekannt

 · 26.06.2007

Beratung: Kurzarm-Trikots

Ist es das Rote, das Glatte, das Dünne, das vom Marathon? Fast jeder hat ein Lieblingstrikot. Oft ist es ein Erinnerungsstück, oder es passt einfach gut zum Rad. Doch wenn man gar nicht weiß, was gerade dieses Trikot zum Star macht, könnte es an der Summe vieler Kleinigkeiten liegen. Aus der Nähe betrachtet, ist das vermeintlich banale Kurzarmtrikot nämlich ein sehr ausgefuchstes Kleidungsstück. Achten Sie auf die Feinheiten – damit es beim nächsten Kauf gleich ein Lieblingstrikot wird. (TOUR 3/2007)

DAS MATERIAL

Fast immer vermerkt das Kragenetikett „100% Polyester“ oder „100% PES“ – was das Gleiche bedeutet. Polyesterfasern werden zu Garn versponnen und in verschiedene Gestricke verarbeitet. Deren Eigenschaften unterscheiden sich je nach Faserdicke, Faserstruktur (Coolmax-Fasern etwa haben Furchen in Längsrichtung) und Strickart. Welche Faserstärke oder -struktur ein Trikot hat, lässt sich per Augenschein nicht feststellen, eher schon die Art des Gestricks. Stoffe, die als „zweiflächig“ bezeichnet werden, unterscheiden sich auf Innen- und Außenseite: Die Struktur auf der Innenseite ist etwas grober als auf der Außenseite. Durch die Kapillarkräfte saugt sich der Schweiß so besonders schnell von den groben in die feinen Zwischenräume – weg von der Haut und hin zur Außenfläche, wo er im Fahrtwind kühlend verdunstet, statt klatschnass auf der Haut zu liegen.

Verlagssonderveröffentlichung
Bekannte Stoffe dieser Art sind „Fieldsensor“ oder „Ultra sensor“. Mit Funktions-Unterhemd sind die feinen Unterschiede zwischen Polyester-Gestricken allerdings kaum spürbar. Außer Polyester erscheinen vor allem „Elasthan“ (PU) und „Polyamid“ (PA) auf den Etiketten. Elasthan, die elastische Beimischung aus Polyurethan (Markennamen: Lycra oder Spandex), bewirkt den körpernahen Sitz. Bei Radhosen beträgt dessen Anteil oft 15 bis 20 Prozent, bei Trikots meist weniger. Vor allem bei Damentrikots wird es mit Polyamid (Nylon) kombiniert. Eine verbreitete Mischung trägt den Markennamen „Meryl“. Durch seine seidige Oberfläche und Geschmeidigkeit schmeichelt es im „Fühltest“, doch die Trageeigenschaften überzeugen weniger: Trikots aus Polyamid/Spandex trocknen im Allgemeinen ähnlich schlecht wie Baumwolle. Und in trikot-üblicher Mischung sind sie so elastisch, dass volle Trikottaschen immer weiter Richtung Boden wandern. Eine etwas stabilere Variante dieses Gemischs ist allerdings das Standardmaterial fast aller Radhosen – da ist Reiß- und Scheuerfestigkeit wichtiger als die Trocknungseigenschaft.