Alles rund um die Radhose

RatgeberAlles rund um die Radhose

Unbekannt

 9/11/2007, Lesezeit: 1 Minute

Dass das „Sitzleder“ in der Hose schon lange kein Leder mehr ist, wissen TOUR-Leser. Doch die wichtigste Radklamotte birgt auch für Kenner noch Geheimnisse: Hier gibt‘s Antworten auf viele Fragen rund um Radlers Beinkleider. (TOUR 7/2007)

Haben sich die Radhosen seit zehn Jahren weiterentwickelt?
Ja, vor allem beim Sitzpolster. Die Materialien der Einsätze haben sich so weit entwickelt, dass wohl niemand mehr das einstige Rehleder vermisst. Meist trocknen die modernen Sitzpolster schnell, sie bleiben geschmeidig und haltbar. Wichtige Neuerung sind elastische Einsätze, die sich vor allem bei teuren Modellen finden. Sie können den Sitzkomfort steigern, belasten die Nähte weniger, und am Rand solcher Sitzpolster reibt man sich nicht so leicht wund.

Muss man synthetisches Sitzleder fetten?
Jein. Als die Sitzleder noch aus echtem Leder bestanden, wurden sie nach jeder Wäsche hart wie ein Fensterleder. Sie mussten mit Sitzcreme geschmeidig gemacht werden. Das ist bei modernen Polstern unnötig – sofern es um das „Leder“ geht. Dennoch wird heute noch geschmiert: Sitzcremes schützen nicht das Hosenleder, sondern die eigene Haut. Vor allem auf langen Strecken steigert das den Sitzkomfort. Ob man dazu den Körper oder die Hose einschmiert, ist egal.
Muss man synthetisches Sitzleder fetten? Jein. Als die Sitzleder noch aus echtem Leder bestanden, wurden sie nach jeder Wäsche hart wie ein Fensterleder. Sie mussten mit Sitzcreme geschmeidig gemacht werden. Das ist bei modernen Polstern unnötig – sofern es um das „Leder“ geht. Dennoch wird heute noch geschmiert: Sitzcremes schützen nicht das Hosenleder, sondern die eigene Haut. Vor allem auf langen Strecken steigert das den Sitzkomfort. Ob man dazu den Körper oder die Hose einschmiert, ist egal.
Zudem bestehen die Einsätze inzwischen häufig aus stark vorgeformten Mehrkomponenten-Polstern (Bild) mit verschieden dicken und harten Materialien. Sie sind eine Reaktion auf die immer spartanischeren, härteren Leichtsättel. Sie machen den Einsatz tatsächlich zum „Sitzpolster“ – was er lange Zeit nur im Sprachgebrauch war. Solche Einsätze polstern die Sitzknochen, manche entlasten zusätzlich den Dammbereich. Fraglich wird die Polsterfunktion, wenn (wie bei Gel-Einlagen oder Luftpolstern üblich) die Geschmeidigkeit des Einsatzes stark nachlässt. Je spezifischer der Einsatz einer Radhose gestaltet ist, desto besser muss er passen und an der richtigen Stelle sitzen. Allgemein ist es günstig, wenn die Größe des Einsatzes mit der Größe der Hose variiert.
Zudem bestehen die Einsätze inzwischen häufig aus stark vorgeformten Mehrkomponenten-Polstern (Bild) mit verschieden dicken und harten Materialien. Sie sind eine Reaktion auf die immer spartanischeren, härteren Leichtsättel. Sie machen den Einsatz tatsächlich zum „Sitzpolster“ – was er lange Zeit nur im Sprachgebrauch war. Solche Einsätze polstern die Sitzknochen, manche entlasten zusätzlich den Dammbereich. Fraglich wird die Polsterfunktion, wenn (wie bei Gel-Einlagen oder Luftpolstern üblich) die Geschmeidigkeit des Einsatzes stark nachlässt. Je spezifischer der Einsatz einer Radhose gestaltet ist, desto besser muss er passen und an der richtigen Stelle sitzen. Allgemein ist es günstig, wenn die Größe des Einsatzes mit der Größe der Hose variiert.
Woran erkennt man gutes Material?
Viele Materialdebatten beginnen mit dem Irrtum, das Grundmaterial der Radhosen sei „Lycra“. Doch Lycra ist der Markenname einer Elasthanfaser der Firma Invista und in Radhosen lediglich für die Elastizität zuständig. Der Produktname „Lycra“ ist als Gattungsbegriff für derartige Elasthanfasern verbreitet, doch der Lycra- oder Elasthananteil einer Radhose liegt nur um die 20 Prozent. Der Rest ist Polyamid (auch gerne mit seinem Markennamen „Nylon“ bezeichnet). Seit 1976, als Assos die erste „Lycra“-Hose auf den Markt brachte, haben sich die Polyamid-Elasthan-Gestricke rasch durchgesetzt. Die technische Qualität eines solchen Gestricks lässt sich zum Teil per Hand überprüfen: Es sollte gleichzeitig weich und geschmeidig, andererseits aber dicht gestrickt sein und straff zurückfedern. Der rückfedernde Stoff ermöglicht nicht nur einen faltenarmen Sitz, sondern dämpft Muskelvibrationen und soll so die Ermüdung hinauszögern. Auch die Nähte sollten mit der Elastizität des Materials mithalten.
Woran erkennt man gutes Material? Viele Materialdebatten beginnen mit dem Irrtum, das Grundmaterial der Radhosen sei „Lycra“. Doch Lycra ist der Markenname einer Elasthanfaser der Firma Invista und in Radhosen lediglich für die Elastizität zuständig. Der Produktname „Lycra“ ist als Gattungsbegriff für derartige Elasthanfasern verbreitet, doch der Lycra- oder Elasthananteil einer Radhose liegt nur um die 20 Prozent. Der Rest ist Polyamid (auch gerne mit seinem Markennamen „Nylon“ bezeichnet). Seit 1976, als Assos die erste „Lycra“-Hose auf den Markt brachte, haben sich die Polyamid-Elasthan-Gestricke rasch durchgesetzt. Die technische Qualität eines solchen Gestricks lässt sich zum Teil per Hand überprüfen: Es sollte gleichzeitig weich und geschmeidig, andererseits aber dicht gestrickt sein und straff zurückfedern. Der rückfedernde Stoff ermöglicht nicht nur einen faltenarmen Sitz, sondern dämpft Muskelvibrationen und soll so die Ermüdung hinauszögern. Auch die Nähte sollten mit der Elastizität des Materials mithalten.
Kann man beschädigte Hosen reparieren?
Ja, aber normalerweise nicht selbst. Für die Verarbeitung von Stretchmaterialien und den notwendigen Spezialgarnen sind Techniken nötig, die eine normale Haushalts-Nähmaschine nicht an Bord hat. Gute Änderungs-Schneidereien können es. Daneben bieten manche Hersteller (z.B. Assos und Löffler) einen Reparaturservice.
Kann man beschädigte Hosen reparieren? Ja, aber normalerweise nicht selbst. Für die Verarbeitung von Stretchmaterialien und den notwendigen Spezialgarnen sind Techniken nötig, die eine normale Haushalts-Nähmaschine nicht an Bord hat. Gute Änderungs-Schneidereien können es. Daneben bieten manche Hersteller (z.B. Assos und Löffler) einen Reparaturservice.
Warum sind Radhosen meistens schwarz?
Dafür gibt’s mehrere Gründe: Um nach einer Pannenreparatur unterwegs nicht allzu schmutzig auszusehen, empfiehlt sich die Kleidung in Schmutzfarbe. Auch abfärbende Sättel versauen regelmäßig die „saubere“ Optik. Zudem heizt Schwarz in der Sonne schnell auf, was der Muskulatur der Oberschenkel bei der Arbeit helfen kann und außer dem die Hose nach Regenschauern schneller trocknen lässt. Apropos trocknen: Hält mann nach längerer Fahrt zum „Boxenstopp“, kommt es (insbesondere bei kühler Witterung) gelegentlich zum „Nachtropfen“. Diesen Umstand kaschiert nur eine schwarze Hose. Besonders pikant wirken helle Hosen bei einer Regenfahrt, denn sie werden rundherum ausgesprochen durchsichtig. Aus guten Gründen ist daher Schwarz die Hauptfarbe der allermeisten Radhosen – und zwar seit mehr als 100 Jahren.
Warum sind Radhosen meistens schwarz? Dafür gibt’s mehrere Gründe: Um nach einer Pannenreparatur unterwegs nicht allzu schmutzig auszusehen, empfiehlt sich die Kleidung in Schmutzfarbe. Auch abfärbende Sättel versauen regelmäßig die „saubere“ Optik. Zudem heizt Schwarz in der Sonne schnell auf, was der Muskulatur der Oberschenkel bei der Arbeit helfen kann und außer dem die Hose nach Regenschauern schneller trocknen lässt. Apropos trocknen: Hält mann nach längerer Fahrt zum „Boxenstopp“, kommt es (insbesondere bei kühler Witterung) gelegentlich zum „Nachtropfen“. Diesen Umstand kaschiert nur eine schwarze Hose. Besonders pikant wirken helle Hosen bei einer Regenfahrt, denn sie werden rundherum ausgesprochen durchsichtig. Aus guten Gründen ist daher Schwarz die Hauptfarbe der allermeisten Radhosen – und zwar seit mehr als 100 Jahren.
Braucht man „antibakterielle“ Einsätze?
An vielen Radhosen baumelt beim Kauf ein Hinweis auf „antibakterielle“ Sitzpolster, die mittels bakteriostatisch wirkender Chemikalien das weitere Wachstum von Bakterien in diesem Treibhausklima verhindern sollen. Die Wirkung verringert sich nach vielen Wäschen. Einige wenige Hersteller setzen zum gleichen Zweck metallisches Silber oder Aktivkohle ein, die länger wirken sollen. Nützlich sind diese Eigenschaften vor allem bei infektionsanfälligen Frauen und Radlern, die zu Furunkeln im Sitzbereich neigen.
Braucht man „antibakterielle“ Einsätze? An vielen Radhosen baumelt beim Kauf ein Hinweis auf „antibakterielle“ Sitzpolster, die mittels bakteriostatisch wirkender Chemikalien das weitere Wachstum von Bakterien in diesem Treibhausklima verhindern sollen. Die Wirkung verringert sich nach vielen Wäschen. Einige wenige Hersteller setzen zum gleichen Zweck metallisches Silber oder Aktivkohle ein, die länger wirken sollen. Nützlich sind diese Eigenschaften vor allem bei infektionsanfälligen Frauen und Radlern, die zu Furunkeln im Sitzbereich neigen.
Ist die Anzahl der Stoffbahnen ein Qualitätskriterium?
Nein. Zwar ist es kaum möglich, eine gute Radhose aus lediglich zwei Stücken Stoff zu nähen, aber der Umkehrschluss – je mehr Bahnen, desto besser – ist nicht zulässig. Er stammt noch aus der Zeit der Wollhosen. Das Material ist mittlerweile so elastisch, dass sich bei überlegtem Materialeinsatz und Schnitt auch mit weniger Einzelteilen eine perfekt sitzende Hose schneidern lässt. Die früheren Schnittformen mit weitgehend parallel angeordneten Stoffbahnen wurden abgelöst durch Schnitte mit gebogenen und gerundeten Bahnen. Gut ist eine Hose, die in der gebeugten Radhaltung nirgendwo zwickt, beult und keine störenden Falten wirft.
Ist die Anzahl der Stoffbahnen ein Qualitätskriterium? Nein. Zwar ist es kaum möglich, eine gute Radhose aus lediglich zwei Stücken Stoff zu nähen, aber der Umkehrschluss – je mehr Bahnen, desto besser – ist nicht zulässig. Er stammt noch aus der Zeit der Wollhosen. Das Material ist mittlerweile so elastisch, dass sich bei überlegtem Materialeinsatz und Schnitt auch mit weniger Einzelteilen eine perfekt sitzende Hose schneidern lässt. Die früheren Schnittformen mit weitgehend parallel angeordneten Stoffbahnen wurden abgelöst durch Schnitte mit gebogenen und gerundeten Bahnen. Gut ist eine Hose, die in der gebeugten Radhaltung nirgendwo zwickt, beult und keine störenden Falten wirft.
Sind Flachnähte besser als innen verlaufende Nähte?
Nein – zumindest nicht grundsätzlich. Bei Flachnähten stoßen die Stoffbahnen überlappungsfrei aneinander, was die Wülste üblicher Nähte verhindert. Wer sich an einer konventionellen Naht einmal wundgerieben haben sollte (Passte die Hose wirklich? War die Naht elastisch genug?), kann mit einer flach verarbeiteten Short besser dran sein. Das Gleiche gilt für Hosen, bei denen die Stoffbahnen genau zwischen den Beinen aufeinanderstoßen. Flachnähte bilden keine Knubbel, die den Sitzkomfort beeinträchtigen können. Allerdings ist die Garnqualität besonders wichtig, da der Nähfaden im Sitzbereich direkt am Sattel scheuert. Vorsicht bei kantigen oder bestickten Sätteln! In den vergangenen Jahren sind farblich auffällige Flachnähte beliebt, weil sie schwarze Hosen aufpeppen.
Sind Flachnähte besser als innen verlaufende Nähte? Nein – zumindest nicht grundsätzlich. Bei Flachnähten stoßen die Stoffbahnen überlappungsfrei aneinander, was die Wülste üblicher Nähte verhindert. Wer sich an einer konventionellen Naht einmal wundgerieben haben sollte (Passte die Hose wirklich? War die Naht elastisch genug?), kann mit einer flach verarbeiteten Short besser dran sein. Das Gleiche gilt für Hosen, bei denen die Stoffbahnen genau zwischen den Beinen aufeinanderstoßen. Flachnähte bilden keine Knubbel, die den Sitzkomfort beeinträchtigen können. Allerdings ist die Garnqualität besonders wichtig, da der Nähfaden im Sitzbereich direkt am Sattel scheuert. Vorsicht bei kantigen oder bestickten Sätteln! In den vergangenen Jahren sind farblich auffällige Flachnähte beliebt, weil sie schwarze Hosen aufpeppen.
Wie sinnvoll sind spezielle Frauen-Hosen?
Genau wie bei Trikots gilt: Spezielle Frauen-Modelle kommen häufig dem weiblichen Geschmack näher als Männerhosen – anatomisch notwendig sind sie nicht immer. Doch vor allem, wenn sich Hüft- und Taillenweite stark unterscheiden, sitzen Männerhosen nicht mehr ideal. Manche Modelle haben breitere und weichere Elastikabschlüsse an den Hosenbeinen, um weniger ins Fleisch zu schneiden. Das schadet ebenso wenig wie der Einsatz von Flachnähten, die sich (nach dem Radfahren) weniger deutlich auf der Haut abdrücken. Die übrigen Merkmale typischer Frauen-Radhosen wie ein möglichst kleines Sitzpolster oder verkürzte Hosenbeine sind im Sporteinsatz nicht praxisgerecht. Bei den sehr stark ausgeformten Sitzeinsätzen vor allem hochwertiger Hosen sind Frauen – genau wie Männer – mit einer gründlichen Anprobe gut beraten.
Wie sinnvoll sind spezielle Frauen-Hosen? Genau wie bei Trikots gilt: Spezielle Frauen-Modelle kommen häufig dem weiblichen Geschmack näher als Männerhosen – anatomisch notwendig sind sie nicht immer. Doch vor allem, wenn sich Hüft- und Taillenweite stark unterscheiden, sitzen Männerhosen nicht mehr ideal. Manche Modelle haben breitere und weichere Elastikabschlüsse an den Hosenbeinen, um weniger ins Fleisch zu schneiden. Das schadet ebenso wenig wie der Einsatz von Flachnähten, die sich (nach dem Radfahren) weniger deutlich auf der Haut abdrücken. Die übrigen Merkmale typischer Frauen-Radhosen wie ein möglichst kleines Sitzpolster oder verkürzte Hosenbeine sind im Sporteinsatz nicht praxisgerecht. Bei den sehr stark ausgeformten Sitzeinsätzen vor allem hochwertiger Hosen sind Frauen – genau wie Männer – mit einer gründlichen Anprobe gut beraten.
Was tun, damit die Hose lange hält?
Abgesehen von (reparablen) Nahtschäden kommt das Ende einer Radhose häufig durch Auflösungserscheinungen des Grundmaterials. Es leiert aus und wird durchsichtig. Aggressiver Schweiß, häufig in Verbindung mit Sitzcreme, Muskelöl und Sonnenschutz, greifen das Material an. Hermann Grundner, Verkaufsleiter bei Löffler, sagt: „Es gehen mehr Hosen durch zu seltenes Waschen kaputt als durch zu häufiges Waschen! “ Das lässt sich ändern. Stoffkiller sind auch die Klettriemen von Werkzeugtäschchen (um die Sattelstütze), Rucksack-Bauchgurte sowie bestickte oder scharfkantige Sättel.
Was tun, damit die Hose lange hält? Abgesehen von (reparablen) Nahtschäden kommt das Ende einer Radhose häufig durch Auflösungserscheinungen des Grundmaterials. Es leiert aus und wird durchsichtig. Aggressiver Schweiß, häufig in Verbindung mit Sitzcreme, Muskelöl und Sonnenschutz, greifen das Material an. Hermann Grundner, Verkaufsleiter bei Löffler, sagt: „Es gehen mehr Hosen durch zu seltenes Waschen kaputt als durch zu häufiges Waschen! “ Das lässt sich ändern. Stoffkiller sind auch die Klettriemen von Werkzeugtäschchen (um die Sattelstütze), Rucksack-Bauchgurte sowie bestickte oder scharfkantige Sättel.
Träger oder Elastikbund?
Die Vertreter dazu befragter Hersteller liefern eine klare Trendmeldung: Je hochwertiger das verkaufte Hosenmodell, desto höher ist der Anteil an Trägerhosen. Im Top-Segment gibt es mehr Hosen mit Träger als ohne, im Profisport praktisch nur Modelle mit Trägern. Idealerweise sind die Träger aus elastischem (bei der Anprobe Radhaltung einnehmen!), besonders luftdurchlässigem Material genäht. Besitzer heller Trikots achten auf weißes Material – das sieht man weniger durch. Bewährt hat sich ein Trägerschnitt, bei dem sich ein breiter, rückseitiger Träger erst auf Höhe der Schulterblätter teilt. So rutschen die Träger unterwegs nicht von der Schulter. Bei Frauen sind die Trägerhosen weniger beliebt. Das liegt nicht nur am meistens ungünstigen Verlauf der Träger über der Brust, sondern auch an den Umständen, die eine Trägerhose in der Pinkelpause bereitet. Daran ändert auch ein spezieller Schnitt mit „Damenträger“, der zwischen den Brüsten verläuft, nichts. Bei trägerlosen Modellen muss der Bund deutlich höher reichen als bei einer normalen Jeans – bei der Anprobe unbedingt Radhaltung einnehmen!
Träger oder Elastikbund? Die Vertreter dazu befragter Hersteller liefern eine klare Trendmeldung: Je hochwertiger das verkaufte Hosenmodell, desto höher ist der Anteil an Trägerhosen. Im Top-Segment gibt es mehr Hosen mit Träger als ohne, im Profisport praktisch nur Modelle mit Trägern. Idealerweise sind die Träger aus elastischem (bei der Anprobe Radhaltung einnehmen!), besonders luftdurchlässigem Material genäht. Besitzer heller Trikots achten auf weißes Material – das sieht man weniger durch. Bewährt hat sich ein Trägerschnitt, bei dem sich ein breiter, rückseitiger Träger erst auf Höhe der Schulterblätter teilt. So rutschen die Träger unterwegs nicht von der Schulter. Bei Frauen sind die Trägerhosen weniger beliebt. Das liegt nicht nur am meistens ungünstigen Verlauf der Träger über der Brust, sondern auch an den Umständen, die eine Trägerhose in der Pinkelpause bereitet. Daran ändert auch ein spezieller Schnitt mit „Damenträger“, der zwischen den Brüsten verläuft, nichts. Bei trägerlosen Modellen muss der Bund deutlich höher reichen als bei einer normalen Jeans – bei der Anprobe unbedingt Radhaltung einnehmen!
Muss man synthetisches Sitzleder fetten?
Jein. Als die Sitzleder noch aus echtem Leder bestanden, wurden sie nach jeder Wäsche hart wie ein Fensterleder. Sie mussten mit Sitzcreme geschmeidig gemacht werden. Das ist bei modernen Polstern unnötig – sofern es um das „Leder“ geht. Dennoch wird heute noch geschmiert: Sitzcremes schützen nicht das Hosenleder, sondern die eigene Haut. Vor allem auf langen Strecken steigert das den Sitzkomfort. Ob man dazu den Körper oder die Hose einschmiert, ist egal.
Muss man synthetisches Sitzleder fetten? Jein. Als die Sitzleder noch aus echtem Leder bestanden, wurden sie nach jeder Wäsche hart wie ein Fensterleder. Sie mussten mit Sitzcreme geschmeidig gemacht werden. Das ist bei modernen Polstern unnötig – sofern es um das „Leder“ geht. Dennoch wird heute noch geschmiert: Sitzcremes schützen nicht das Hosenleder, sondern die eigene Haut. Vor allem auf langen Strecken steigert das den Sitzkomfort. Ob man dazu den Körper oder die Hose einschmiert, ist egal.
Zudem bestehen die Einsätze inzwischen häufig aus stark vorgeformten Mehrkomponenten-Polstern (Bild) mit verschieden dicken und harten Materialien. Sie sind eine Reaktion auf die immer spartanischeren, härteren Leichtsättel. Sie machen den Einsatz tatsächlich zum „Sitzpolster“ – was er lange Zeit nur im Sprachgebrauch war. Solche Einsätze polstern die Sitzknochen, manche entlasten zusätzlich den Dammbereich. Fraglich wird die Polsterfunktion, wenn (wie bei Gel-Einlagen oder Luftpolstern üblich) die Geschmeidigkeit des Einsatzes stark nachlässt. Je spezifischer der Einsatz einer Radhose gestaltet ist, desto besser muss er passen und an der richtigen Stelle sitzen. Allgemein ist es günstig, wenn die Größe des Einsatzes mit der Größe der Hose variiert.
Zudem bestehen die Einsätze inzwischen häufig aus stark vorgeformten Mehrkomponenten-Polstern (Bild) mit verschieden dicken und harten Materialien. Sie sind eine Reaktion auf die immer spartanischeren, härteren Leichtsättel. Sie machen den Einsatz tatsächlich zum „Sitzpolster“ – was er lange Zeit nur im Sprachgebrauch war. Solche Einsätze polstern die Sitzknochen, manche entlasten zusätzlich den Dammbereich. Fraglich wird die Polsterfunktion, wenn (wie bei Gel-Einlagen oder Luftpolstern üblich) die Geschmeidigkeit des Einsatzes stark nachlässt. Je spezifischer der Einsatz einer Radhose gestaltet ist, desto besser muss er passen und an der richtigen Stelle sitzen. Allgemein ist es günstig, wenn die Größe des Einsatzes mit der Größe der Hose variiert.
Zudem bestehen die Einsätze inzwischen häufig aus stark vorgeformten Mehrkomponenten-Polstern (Bild) mit verschieden dicken und harten Materialien. Sie sind eine Reaktion auf die immer spartanischeren, härteren Leichtsättel. Sie machen den Einsatz tatsächlich zum „Sitzpolster“ – was er lange Zeit nur im Sprachgebrauch war. Solche Einsätze polstern die Sitzknochen, manche entlasten zusätzlich den Dammbereich. Fraglich wird die Polsterfunktion, wenn (wie bei Gel-Einlagen oder Luftpolstern üblich) die Geschmeidigkeit des Einsatzes stark nachlässt. Je spezifischer der Einsatz einer Radhose gestaltet ist, desto besser muss er passen und an der richtigen Stelle sitzen. Allgemein ist es günstig, wenn die Größe des Einsatzes mit der Größe der Hose variiert.
Woran erkennt man gutes Material?
Viele Materialdebatten beginnen mit dem Irrtum, das Grundmaterial der Radhosen sei „Lycra“. Doch Lycra ist der Markenname einer Elasthanfaser der Firma Invista und in Radhosen lediglich für die Elastizität zuständig. Der Produktname „Lycra“ ist als Gattungsbegriff für derartige Elasthanfasern verbreitet, doch der Lycra- oder Elasthananteil einer Radhose liegt nur um die 20 Prozent. Der Rest ist Polyamid (auch gerne mit seinem Markennamen „Nylon“ bezeichnet). Seit 1976, als Assos die erste „Lycra“-Hose auf den Markt brachte, haben sich die Polyamid-Elasthan-Gestricke rasch durchgesetzt. Die technische Qualität eines solchen Gestricks lässt sich zum Teil per Hand überprüfen: Es sollte gleichzeitig weich und geschmeidig, andererseits aber dicht gestrickt sein und straff zurückfedern. Der rückfedernde Stoff ermöglicht nicht nur einen faltenarmen Sitz, sondern dämpft Muskelvibrationen und soll so die Ermüdung hinauszögern. Auch die Nähte sollten mit der Elastizität des Materials mithalten.
Kann man beschädigte Hosen reparieren?
Ja, aber normalerweise nicht selbst. Für die Verarbeitung von Stretchmaterialien und den notwendigen Spezialgarnen sind Techniken nötig, die eine normale Haushalts-Nähmaschine nicht an Bord hat. Gute Änderungs-Schneidereien können es. Daneben bieten manche Hersteller (z.B. Assos und Löffler) einen Reparaturservice.
Warum sind Radhosen meistens schwarz?
Dafür gibt’s mehrere Gründe: Um nach einer Pannenreparatur unterwegs nicht allzu schmutzig auszusehen, empfiehlt sich die Kleidung in Schmutzfarbe. Auch abfärbende Sättel versauen regelmäßig die „saubere“ Optik. Zudem heizt Schwarz in der Sonne schnell auf, was der Muskulatur der Oberschenkel bei der Arbeit helfen kann und außer dem die Hose nach Regenschauern schneller trocknen lässt. Apropos trocknen: Hält mann nach längerer Fahrt zum „Boxenstopp“, kommt es (insbesondere bei kühler Witterung) gelegentlich zum „Nachtropfen“. Diesen Umstand kaschiert nur eine schwarze Hose. Besonders pikant wirken helle Hosen bei einer Regenfahrt, denn sie werden rundherum ausgesprochen durchsichtig. Aus guten Gründen ist daher Schwarz die Hauptfarbe der allermeisten Radhosen – und zwar seit mehr als 100 Jahren.
Braucht man „antibakterielle“ Einsätze?
An vielen Radhosen baumelt beim Kauf ein Hinweis auf „antibakterielle“ Sitzpolster, die mittels bakteriostatisch wirkender Chemikalien das weitere Wachstum von Bakterien in diesem Treibhausklima verhindern sollen. Die Wirkung verringert sich nach vielen Wäschen. Einige wenige Hersteller setzen zum gleichen Zweck metallisches Silber oder Aktivkohle ein, die länger wirken sollen. Nützlich sind diese Eigenschaften vor allem bei infektionsanfälligen Frauen und Radlern, die zu Furunkeln im Sitzbereich neigen.
Ist die Anzahl der Stoffbahnen ein Qualitätskriterium?
Nein. Zwar ist es kaum möglich, eine gute Radhose aus lediglich zwei Stücken Stoff zu nähen, aber der Umkehrschluss – je mehr Bahnen, desto besser – ist nicht zulässig. Er stammt noch aus der Zeit der Wollhosen. Das Material ist mittlerweile so elastisch, dass sich bei überlegtem Materialeinsatz und Schnitt auch mit weniger Einzelteilen eine perfekt sitzende Hose schneidern lässt. Die früheren Schnittformen mit weitgehend parallel angeordneten Stoffbahnen wurden abgelöst durch Schnitte mit gebogenen und gerundeten Bahnen. Gut ist eine Hose, die in der gebeugten Radhaltung nirgendwo zwickt, beult und keine störenden Falten wirft.
Sind Flachnähte besser als innen verlaufende Nähte?
Nein – zumindest nicht grundsätzlich. Bei Flachnähten stoßen die Stoffbahnen überlappungsfrei aneinander, was die Wülste üblicher Nähte verhindert. Wer sich an einer konventionellen Naht einmal wundgerieben haben sollte (Passte die Hose wirklich? War die Naht elastisch genug?), kann mit einer flach verarbeiteten Short besser dran sein. Das Gleiche gilt für Hosen, bei denen die Stoffbahnen genau zwischen den Beinen aufeinanderstoßen. Flachnähte bilden keine Knubbel, die den Sitzkomfort beeinträchtigen können. Allerdings ist die Garnqualität besonders wichtig, da der Nähfaden im Sitzbereich direkt am Sattel scheuert. Vorsicht bei kantigen oder bestickten Sätteln! In den vergangenen Jahren sind farblich auffällige Flachnähte beliebt, weil sie schwarze Hosen aufpeppen.
Wie sinnvoll sind spezielle Frauen-Hosen?
Genau wie bei Trikots gilt: Spezielle Frauen-Modelle kommen häufig dem weiblichen Geschmack näher als Männerhosen – anatomisch notwendig sind sie nicht immer. Doch vor allem, wenn sich Hüft- und Taillenweite stark unterscheiden, sitzen Männerhosen nicht mehr ideal. Manche Modelle haben breitere und weichere Elastikabschlüsse an den Hosenbeinen, um weniger ins Fleisch zu schneiden. Das schadet ebenso wenig wie der Einsatz von Flachnähten, die sich (nach dem Radfahren) weniger deutlich auf der Haut abdrücken. Die übrigen Merkmale typischer Frauen-Radhosen wie ein möglichst kleines Sitzpolster oder verkürzte Hosenbeine sind im Sporteinsatz nicht praxisgerecht. Bei den sehr stark ausgeformten Sitzeinsätzen vor allem hochwertiger Hosen sind Frauen – genau wie Männer – mit einer gründlichen Anprobe gut beraten.
Was tun, damit die Hose lange hält?
Abgesehen von (reparablen) Nahtschäden kommt das Ende einer Radhose häufig durch Auflösungserscheinungen des Grundmaterials. Es leiert aus und wird durchsichtig. Aggressiver Schweiß, häufig in Verbindung mit Sitzcreme, Muskelöl und Sonnenschutz, greifen das Material an. Hermann Grundner, Verkaufsleiter bei Löffler, sagt: „Es gehen mehr Hosen durch zu seltenes Waschen kaputt als durch zu häufiges Waschen! “ Das lässt sich ändern. Stoffkiller sind auch die Klettriemen von Werkzeugtäschchen (um die Sattelstütze), Rucksack-Bauchgurte sowie bestickte oder scharfkantige Sättel.
Träger oder Elastikbund?
Die Vertreter dazu befragter Hersteller liefern eine klare Trendmeldung: Je hochwertiger das verkaufte Hosenmodell, desto höher ist der Anteil an Trägerhosen. Im Top-Segment gibt es mehr Hosen mit Träger als ohne, im Profisport praktisch nur Modelle mit Trägern. Idealerweise sind die Träger aus elastischem (bei der Anprobe Radhaltung einnehmen!), besonders luftdurchlässigem Material genäht. Besitzer heller Trikots achten auf weißes Material – das sieht man weniger durch. Bewährt hat sich ein Trägerschnitt, bei dem sich ein breiter, rückseitiger Träger erst auf Höhe der Schulterblätter teilt. So rutschen die Träger unterwegs nicht von der Schulter. Bei Frauen sind die Trägerhosen weniger beliebt. Das liegt nicht nur am meistens ungünstigen Verlauf der Träger über der Brust, sondern auch an den Umständen, die eine Trägerhose in der Pinkelpause bereitet. Daran ändert auch ein spezieller Schnitt mit „Damenträger“, der zwischen den Brüsten verläuft, nichts. Bei trägerlosen Modellen muss der Bund deutlich höher reichen als bei einer normalen Jeans – bei der Anprobe unbedingt Radhaltung einnehmen!
Muss man synthetisches Sitzleder fetten?
Jein. Als die Sitzleder noch aus echtem Leder bestanden, wurden sie nach jeder Wäsche hart wie ein Fensterleder. Sie mussten mit Sitzcreme geschmeidig gemacht werden. Das ist bei modernen Polstern unnötig – sofern es um das „Leder“ geht. Dennoch wird heute noch geschmiert: Sitzcremes schützen nicht das Hosenleder, sondern die eigene Haut. Vor allem auf langen Strecken steigert das den Sitzkomfort. Ob man dazu den Körper oder die Hose einschmiert, ist egal.