Prototyp des Scheibenbremsschutzes von Tune Prototyp des Scheibenbremsschutzes von Tune

Scheibenbremsen: neue Entwicklungen

UCI prüft Scheibenbrems-Schutz

Konstantin Rohé am 18.04.2017

Tune stellt einen neuen Scheibenbrems-Schutz vor und hofft auf die Unterstützung der UCI. Bringt die "Disc Steath" tatsächlich mehr Sicherheit und somit ein Ende der Diskussionen?

An Scheibenbremsen scheiden sich die Geister. Unter Hobbyfahrern wie Radprofis gehen die Meinungen zu Nutzen und Risiko der schmalen Scheiben weit auseinander. Mehrfach haben sich Radprofis kritisch über den Einsatz von Scheibenbremsen geäußert: Francisco Ventoso erlitt eigenen Angaben zufolge Schnittverletzungen durch den Kontakt mit Scheibenbremsen eines Konkurrenten (mehr dazu hier), im Februar gab Sky-Profi Owain Doull an, sein Schuh sei von einer Scheibenbremse zerschniten worden. 

In der Folge setzte die Fahrergewerkschaft CPA den Radsportweltverband UCI unter Druck und forderte ein allgemeines Verbot von Scheibenbremsen. Mehrere unabhängige Untersuchungen beschäftigten sich mit dem Thema (Auszüge finden Sie hier), doch eine endgültige Entscheidung der UCI gibt es nach wie vor nicht. Nun könnte mit den jüngst vorgestellten Schutzvorrichtungen für Scheibenbremsen neuer Schwung in die Angelegenheit kommen.

Der deutsche Komponentenhersteller Tune hat einen Prototypen produziert, der Schutz vor der scharfen Oberkante sowie der Seitenfläche der Scheibenbremse bieten soll. Entwickelt für 160 mm Bremsscheiben, wird der Schutz direkt mit der Bremssattelbefestigung verschraubt und soll so für viele Rahmen und Gabeln kompatibel bleiben. Auch ein schneller Laufradwechsel sei somit möglich. Ob und wann die Schutzvorrichtung in UCI-Rennen eingesetzt wird, steht allerdings noch in den Sternen, zumal Profiteams bislang nicht am Test beteiligt sind. 

Fotostrecke: Der Prototyp des Scheibenbremsschutzes von Tune

Die abgebildeten Fotos stammen vom 3D-gedrucktem Prototypen der "Disc Steath"; das finale Produkt wird aus Kohlefaser hergestellt. Ein Produktionsstart ist, anders als von bikeradar.com vermeldet, noch nicht zeitlich fixiert. Der Hobbyfahrer wird den Schutz wohl frühestens 2018 kaufen können.  

Konstantin Rohé am 18.04.2017
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