Felgenbremse_Scheibenbremsen Felgenbremse_Scheibenbremsen

Scheibenbremse oder Felgenbremse - welches Rennrad ist besser?

Drei Rennradmodelle im Bremssystem-Vergleich

Kristian Bauer am 28.03.2019

Wer jetzt den Kauf eines Rennrads plant, muss eine Entscheidung treffen: Felgen- oder Scheibenbremsen? Anhand von drei Bestseller-Modellen, die mit beiden Bremssystemen angeboten werden, zeigen wir, welches der Modelle die bessere Wahl ist.

Noch ist es so, dass viele Rennräder parallel mit beiden Bremssystemen angeboten werden. Und so stellt sich die Frage, welches der attraktivere Kauf ist. Um das herauszufinden, baten wir die drei deutschen Direktvertreiber Canyon, Rose und Storck, uns ihre Rennrad-Bestseller mit Shimanos Ultegra-Gruppe mit beiden Bremssystemen für einen Vergleich zu schicken. Wir haben dabei Marathonräder von Canyon und Rose sowie zwei Wettkampfmodelle von Storck untersucht.

Marathonräder

Canyon Endurace CF 8.0 oder Endurace CF SL Disc 8.0?

Fotostrecke: Canyon Endurace CF 8.0

Obwohl Felgenbremsrad und Disc-Renner zum Verwechseln ähnliche Modellbezeichnungen tragen, handelt es sich um unterschiedliche Räder. Der Carbonrahmen des Endurace CF für Felgenbremsen ist seit 2014 auf dem Markt, das Endurace CF SL Disc dagegen wurde in seiner Grundform 2016 präsentiert. Nicht nur die Tatsache, dass das Rahmen-Set trotz der konstruktiven Anforderungen an die Montage der Scheibenbremsen einen Tick leichter ist, weist es als die jüngere der beiden Konstruktionen aus.

Fazit: Die fabelhafte Dämpfung lässt die 400 Gramm Mehrgewicht des Disc-Renners vergessen, der im direkten Vergleich als deutlich attraktiveres Rad erscheint. Allerdings muss man sich die 600 Euro Preisdifferenz leisten wollen und können

Rose Team GF Four Ultegra oder Team GF Four Disc Ultegra?

Fotostrecke: Rose Team GF Four Ultegra

Team GF Four und Team GF Four Disc teilen sich eine identische Rahmengeometrie. Dass trotz vieler Parallelen ein überraschend deutlicher Unterschied zwischen den Rädern zu spüren ist und sich das Disc-Modell deutlich gedämpfter fährt, liegt daran, dass hier 28 Millimeter breite, am Felgenbremsrad dagegen 25 Millimeter breite Reifen montiert sind.

Fazit: Bei immerhin 500 Euro Preisvorteil erscheint das 700 Gramm leichtere Team GF Four mit Felgenbremsen, das auch etwas besser federt, als das etwas bessere von zwei sehr guten Rädern

Wettkampfräder

Storck Fascenario.3 Comp Ultegra oder Fascenario.3 Comp Disc Ultegra

Fotostrecke: Storck Fascenario.3 Comp Ultegra

Die beiden Fascenarios wurden als Wettkampfräder getestet – Windkanaltest inklusive. Die Testnoten (siehe TOUR 04/2019) sind deshalb nicht mit den Marathonmodellen von Rose und Canyon, die ohne Aeromessung getestet wurden, vergleichbar. Bemerkenswert ist, wie es Storck hier gelungen ist, den Gewichtsnachteil der Disc zu kompensieren. Obwohl die Carbonsattelstütze auf dem Prüfstand super federt, empfanden wir die Räder als eher hart. Gründe sind die steife Lenker-Vorbau-Einheit aus Carbon, der unnachgiebige Sattel und die schmalen Reifen.

Fazit: Leichter Vorteil für das Scheibenbremsenrad: Storck schafft es, den Gewichtsnachteil der Disc auf 200 Gramm zu drücken – in der Praxis so gut wie irrelevant. Bleiben 400 Euro Mehrpreis für die moderne Bremstechnik

Den kompletten Test lesen Sie in TOUR 04/2019

Kristian Bauer am 28.03.2019