Rennräder

Rennräder 2010 um 4000 Euro

Matthias Borchers am 22.04.2010

Top-Räder auf Top-Niveau – nichts anderes darf man von Rennrädern für 4.000 Euro erwarten. Diesen Anspruch erfüllen auch die meisten der 16 Modelle in diesem Test – kleine Überraschungen inklusive.

Fast nichts ist unmöglich. Unter den Rennrädern, die um die 4.000 Euro kosten, findet man mit kleinsten Einschränkungen die komplette Palette dessen, was der Rennrad-Markt zu bieten hat: High-End-Carbonrahmensets mit extrem niedrigen Gewichten ab 1.400 Gramm bei gleichzeitig hohen Werten für Kraftübertragung und Fahrstabilität in bester Verarbeitung. Marken wie Haibike, Red Bull, Simplon oder Storck führen das Feld an. Die intelligentesten Konstruktionen bieten sogar Federkomfort an Rahmen UND Gabel.

Ein erfreulicher Trend ist, dass viele Hersteller wieder mehr Mut zur Farbe beweisen und in Kauf nehmen, dass ihre Rahmen dadurch schwerer werden. Dabei muss man wissen, dass die Farbe Weiß am schwersten wiegt, da erst mehrere Schichten Farbe die volle Deckkraft bringen. Bei Bulls und Principia beispielsweise wiegt so ein komplett weißes Farbkleid gut und gerne 150 Gramm gegenüber einem nur mit Klarlack überzogenen Carbonrahmen.

Für die Konstrukteure liegen derzeit offensichtlich voluminöse Tretlager-Gehäuse und Steuerrohre sowie extrem hoch-profilierte Kettenstreben im Trend – gut zu erkennen an den Modellen von Cannondale und Principia. Einerseits wollen sie damit eine dem Werkstoff Carbon angemessene, möglichst kantenfreie Faserbelegung erreichen, andererseits eine möglichst steife Konstruktion nach einfachem Prinzip: Viel Volumen bringt hohe Steifigkeit bei geringem Materialeinsatz. Filigran sind dagegen Sitz streben und Sattelstützen – die sollen schließlich federn, wenn man Schlaglöcher und Kanaldeckel überfährt. Anbieter wie Bianchi, Lynskey, Red Bull, Storck und Van Nicholas liegen beim Sattelkomfort ganz vorn.

Bei den Gabeln wiederum zeigt sich, dass die Ingenieure das Komfortproblem – ideal wäre möglichst seitensteif, dafür längs möglichst nachgiebig – bisher kaum lösen konnten: Die meisten “Forken” auch in diesem exklusiven Testfeld sind bocksteif.

KURZ & KNAPP

Vielfältig und auf Top-Niveau präsentieren sich die 16 Kandidaten in der 4.000-Euro-Klasse. Dominierend als Rahmen-Werkstoff ist Carbon, doch auch Exoten aus Stahl oder Titan sind im Angebot. Erfreulich ist, dass die Hersteller wieder mehr Mut beweisen und das schwarze Rahmen-Einerlei mit Farbe auffrischen, ohne dabei aufs letzte Gramm Gewicht zu achten. Bei der Ausstattung bieten fast alle Hersteller Top-Antriebsgruppen, -Laufräder und -Komponenten. Entsprechend eng geht’s in dieser Wertung zu.

Nachtrag

Im Carbonrahmen-Test in TOUR 3/10 war der mittlere der drei getesteten “Serum”-Rahmen von Simplon als 55er angegeben worden. Tatsächlich handelt es sich um einen 58er-Rahmen. Im großen Radtest- Spezial mit 60 Rädern in der April-Ausgabe ist uns bei der Berechnung der Ausstattungsbewertungen bei einigen Rädern leider ein Fehler unterlaufen. Die Note der folgenden Räder ändert sich damit um jeweils ein Zehntel. Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen.

Matthias Borchers am 22.04.2010
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren