Wilier Zero SLR Wilier Zero SLR

Neuheiten 2020: Wilier Zero SLR 2019

Alles dran, trotzdem leicht

Manuel Jekel am 25.06.2019

Das Zero SLR ist Wiliers Antwort darauf, dass Rennräder zuletzt immer schwerer wurden – dank Trends wie Scheibenbremsen, integrierter Lenker und innen verlaufender Schalt-und Bremsleitungen. Der laut Wilier nur 780 Gramm leichte Rahmen bietet die Basis für eine betörend leichte Klettermaschine – und verzichtet trotzdem auf keines dieser Ausstattungsmerkmale.

Als erstes ultraleichtes Straßenrennrad mit Scheibenbremsen und integrierten Schalt-und Bremsleitungen preist Wilier das brandneue Zero SLR. Konkret heißt das: Der Carbonrahmen soll in Größe M samt mattschwarzem Lack nur 780 Gramm wiegen, die zugehörige Gabel 330 Gramm. Je nach Ausstattung sind damit Komplettradgewichte deutlich unterhalb des von der UCI für Wettkampfräder vorgeschriebenen Mindestgewichts von 6,8 Kilo möglich. Für ein Disc-Rennrad wäre das sehr leicht.

Mit dem Zero SLR will das Familienunternehmen aus Rossano Veneto den Trend umkehren, dass Rennräder zwar funktional und formal immer ausgeklügelter, zugleich aber auch immer schwerer werden. Scheibenbremsen, die mehr und mehr um sich greifende Integration von Anbauteilen wie Lenker und Sattelstütze und die Verlegung der Brems- und Schaltungen im Rahmen fordern ihren Tribut auf der Waage. Derzeit wiegen die meisten Disc-Rennräder auf Profi-Niveau über sieben Kilo, manche sogar über acht Kilo. Das war vor zehn Jahren noch anders. Gewichte nahe sechs Kilo und darunter waren damals für Toprennräder nicht unüblich. Manche Profis beschwerten ihre Räder sogar mit Zusatzgewichten, um damit in Rennen starten zu dürfen.

Fotostrecke: Die Ausstattungsvarianten des Wilier Zero SLR

Bei der Konstruktion des Rahmens griffen die Wilier-Ingenieure auf Erfahrungen mit früheren Leichtbaumodellen der Marke wie Zero.7 und Zero.6 zurück. Dank besonders zugfester Carbon-Fasern namens HUS-MOD, die Wilier laut eigener Aussage exklusiv verwendet, sowie eines speziellen Harzes soll der Rahmen des Zero SLR leichter sein als der des Zero.7 – bei gleichzeitig höherer Steifigkeit. Für den M-Rahmen verspricht der Hersteller eine Lenkkopfsteifigkeit von sagenhaften 120 Newtonmetern pro Grad.

Das Zero SLR soll sich aber nicht nur durch ein hervorragendes Verhältnis von Gewicht und Steifigkeit auszeichnen. Aerodynamische Kammtail-Profile an Gabel, Sitzrohr und Sattelstütze versprechen im Windkanal zumindest kein ganz schlechtes Ergebnis. Und auch funktional präsentiert sich das Rad ambitioniert. Die ultraleichte integrierte Segmentklemmung soll sogar leichter sein als herkömmliche Klemmungen für die Sattelstütze. So genannte Speed-Release-Steckachsen ermöglichen besonders schnelle Radwechsel. Der vom Laufradspezialisten Mavic eingeführte Speed-Release-Standard, der spezielle Radaufnahmen an Rahmen und Gabel erfordert, ist mit allen Laufrädern mit 12-Millimeter-Steckachsen kompatibel. Zudem sind die Speed-Release-Steckachsen vergleichsweise leicht (85 Gramm pro Paar).

Parallel zum Zero SLR führt Wilier ein neues Bike-Fitting-System namens Accu-Fit zur Anpassung des Rades an den Fahrer ein. Durch die Kombination aus sechs Rahmengrößen (XS bis XXL), fünf Lenker-Vorbau-Einheiten und sieben formal auf Rahmen und Vorbau abgestimmten Distanzstücken, durch die sich die Lenkerhöhe variieren lässt, ergeben sich insgesamt 210 mögliche Sitzpositionen. Die für die genaue Einstellung erforderlichen Koordinaten, die bei Rädern mit Lenker-Vorbau-Einheiten naturgemäß schwierig zu ermitteln sind, werden von geschulten Fachhändlern erfasst.

Das Zero SLR ist in den Farben rot, blau und mattschwarz erhältlich. Die Preise starten bei 7.700 Euro für einen Aufbau mit der neuen SRAM Red eTap AXS-Gruppe.

Mehr Info: www.wilier.com

Manuel Jekel am 25.06.2019
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