Cannondale Super Six Evo HiMod Dura-Ace Cannondale Super Six Evo HiMod Dura-Ace

Neuheiten 2020: Cannondale Super Six Evo

Neues Cannondale Super Six Evo: vielversprechender Alleskönner

Manuel Jekel am 28.06.2019

Der Name stammt vom Vorgänger, sonst ist alles neu: Schneller, besser gedämpft, vielseitiger und überhaupt viel besser und moderner als das alte Modell soll das neue Super Six Evo sein, verspricht Cannondale. Wir sind das Rad schon gefahren.

Lange ließ das neue Super Six Evo* auf sich warten. Sein Vorgänger kam 2011 auf den Markt und erhielt zuletzt 2015 eine größere Auffrischung. Auf dem Rennradmarkt sind derart lange Modelllaufzeiten eine Ewigkeit. Dafür wirkt das neue Modell nun umso moderner. Mit Blick aufs Design könnte man fast von einem Quantensprung sprechen. War das alte Super Six Evo mit klassischen Proportionen und außen am Rahmen verlaufenden Zügen eines der letzten Rennräder mit klassischem Diamantrahmen, mutet das neue Modell auf den ersten Blick wie ein Aero-Renner an. Mit aerodynamisch geformten Rohren, eigens für das Rad entwickelten 45 Millimeter hohen und sehr breiten Carbon-Felgen und einer windschnittigen Lenker-Vorbau-Kombination, durch die alle Leitungen in den Rahmen laufen, verfügt das Rad über alle Merkmale, die Rennräder schnell machen. Cannondale selbst spricht von einer aerodynamischen Verbesserung von 30 Prozent gegenüber dem Vorgänger.

Fotostrecke: Cannondale Super Six Evo

Ausgewogener Alleskönner

Daneben lag der Fokus der Entwickler auf den Fahreigenschaften, traditionell eine Stärke von Rennrädern der US-Marke. Anders als das 2018 vorgestellte radikale Aero-Geschoss System Six, das zwar aerodynamisch überragend, allerdings recht hart und schwer ist, präsentiert sich das Super Six Evo als wohltuend ausgewogener Alleskönner. Ein Gewicht unter sieben Kilo für das komplette Rad ist mit der aus extrem zugfesten Hochmodul-Carbonfasern gefertigten HiMod-Variante des Rahmens leicht zu realisieren. Das klingt erst mal nicht sonderlich beeindruckend, gewinnt aber an Bedeutung vor dem Hintergrund, dass die Hi-Mod-Varianten des Super Six Evo ausschließlich mit Scheibenbremsen zu haben sind. Allzu groß ist das Angebot an Disc-Rennern unter sieben Kilo noch immer nicht. Entsprechend agil und antrittsfreudig verhält sich das neue Rad auf der Straße. In Verbindung mit der sportlich gestreckten Sitzposition bietet das Rad genau die Performance, die man von einem Profirenner erwartet. Auf Antritte reagiert es wie mit der Zwille geschossen, bergab vermittelt es durch hohe Laufruhe und Fahrstabilität viel Vertrauen. Außerdem fährt es sich wunderbar gedämpft, wofür sich Cannondale einiger Tricks bediente. So verfügt der Rahmen über ein auffallend kleines Hinterbaudreieck, wie es bei neuen Rennrädern Trend ist. Diese Bauweise lässt mehr vertikalen Flex des Rahmens zu als ein herkömmlicher Diamantrahmen – und ist daneben auch aerodynamisch vorteilhaft. 

Cannondale SystemSix

Der Aero-Renner aus dem Hause Cannondale: Das 2018 auf den Markt gebrachte System Six.

Mehr Komfort 

Auch die aerodynamisch geformte Sattelstütze ist für hohen Flex konzipiert. Der ist in geringerem Maß auch am so genannten Hollow-Gram-Save-Lenker zu spüren. Der Carbon-Bügel weist über die gesamte Breite ein flaches Profil auf, verzichtet auf den dicken Klemmbereich und verhält sich  wie eine straff abgestimmte Blattfeder. Statt wie üblich geklemmt liegt der Lenker auf dem Spezialvorbau auf und wird mit zwei Schrauben fixiert. Über eine Kreisbahn ist dabei eine Winkelverstellung von acht Grad möglich. Die Konstruktion erlaubt es zudem, die Leitungen von Bremsen und Schaltung durch den Vorbau direkt in den Rahmen zu leiten, wie es derzeit bei teuren Rennrädern Trend ist. Wie es um die Montagefreundlichkeit dieser Lösung bestellt ist, lässt sich vor einem Test des Rades allerdings nur schwer einschätzen. Vom System Six, das einen vergleichbar aufgebauten Lenker besitzt, ist aber bekannt, dass die Erstverlegung der Leitungen selbst versierten Schraubern einige Probleme bereitet. Umso einfacher geht beim Super Six Evo dafür der Laufradwechsel vonstatten. Wie derzeit immer mehr Anbieter von Disc-Rennern versucht Cannondale diesen so einfach und schnell wie möglich zu gestalten. Dabei setzt die Marke auf das so genannte Speed-Release-System, das bisher vor allem durch den Laufradhersteller Mavic bekannt und mit den meisten Laufrädern mit 12-Millimeter-Steckachsen-Standard kompatibel ist. Dem Trend zu breiteren Reifen folgend ist das Super Six Evo für bis zu 30 Millimeter breite Pneus freigegeben.

Variantenreich und mit Powermeter

Erhältlich ist das neue Super Six Evo in sieben Größen von 44 bis 62 Zentimeter und in 18 Ausstattungsvarianten. Bei den vier Hi-Mod-Ausführungen sind nicht nur Discs Standard, sondern auch ein vorinstallierter kurbelbasierter Leistungsmesser des deutschen Anbieters Power2Max, der sich gegen eine zusätzlich zum Kaufpreis zu zahlende einmalige Gebühr von 490 Euro online freischalten lässt. Unterhalb der Hi-Mod-Modelle gibt es 14 weitere Varianten, deren Rahmen aus einfacheren Carbonfasern gefertigt werden. Hier finden sich neben sechs Modellen, deren Ausstattungen auf die Wünsche von Rennradfahrerinnen abgestimmt sind, auch vier Varianten mit Felgenbremsen. Die Preise liegen zwischen 2.299 Euro für das günstigste Super Six Evo 105* mit Shimano-105-Gruppe und Felgenbremsen und 10.499 Euro für das Top-Modell Super Six Evo Hi-Mod Dura-Ace Di2* mit Discs und Carbon-Laufrädern.

Mehr Infos: www.cannondale.com


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Manuel Jekel am 28.06.2019
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