Gravelbikes 2021 Gravelbikes 2021

Test 2021: Günstige Gravelbikes um 1.000 Euro

Auf Sparkurs? Drei günstige Gravelbikes im Test

Jens Klötzer am 25.05.2021

Gravelbikes gibt es schon für rund 1.000 Euro. Doch unser Test von drei ausgewählten Modellen zeigt: In dieser Preisklasse muss man sehr genau hinschauen, welche Qualität man für sein Geld bekommt

Wer das Graveln erst ausprobieren will und mit der Welt der Fahrräder noch nicht so vertraut ist, dürfte eine Investition von mehreren Tausend Euro in ein Rad eher scheuen. Da liegt es nahe, sich mal um­zuschauen, ob und wie man für weniger Geld seine ersten Fahrversuche auf Schotter unternehmen kann. Ist die Liebe dann entflammt, kann man ja auch später noch in besseres Material investieren. Markenhersteller bieten ihre günstigsten Gravel­bikes ab etwa 1.000 Euro an – und die stammen dann nicht zwangsläufig von den vermeintlich im­mer billigeren Versandherstellern wie Rose oder Canyon; diese haben zu dem Preis nichts im Ange­bot. Die Lücke füllen Anbieter wie Serious, Eigen­marke des Versandhändlers fahrrad.de, oder die Triban­Bikes des französischen Sportdiscounters Decathlon. Fachhandelsmarken, die zu diesem Preis Gravelbikes anbieten, sind eher rar, aber es gibt sie: Stellvertretend in diesem Test tritt das Giant Revolt 2 für 1.049 Euro an.

>>>Technik-Training: Gravelbike Fahrtechnik im Gelände - ein muss für jeden Gravel-Rider!<<<

Gravelrahmen aus Aluminium - günstig und gut

Alle Räder sehen auf den ersten Blick hochwertig und sportlich aus. Aber bringen sie auch ähnlich viel Fahrspaß wie die mehr als doppelt so teuren Modelle? Leichte Carbonrahmen sucht man in dieser Preisklasse natürlich vergebens. Alle drei Kandidaten basieren auf Alu­rahmen; bei Serious besteht auch die Gabel aus Alu, in den Modellen von Triban und Giant führen immerhin Carbon­gabeln die Vorderräder. Klar, dass sich das zusam­men mit den günstigen Ausstattungen im Gewicht niederschlägt: Giant und Triban bringen gut zehn Kilogramm auf die Waage, das Serious wiegt glatt elf Kilo. Zur Einordnung: Das ist ein gutes Kilo­gramm mehr als bei den meisten Gravelbikes der Mittelklasse, die leichtesten Gravelbikes kommen sogar auf knapp unter acht Kilo. Das Handicap lässt sich auch im Sattel nicht wegdiskutieren, die Räder wirken viel behäbiger und beschleunigen nur zaghaft. Findet man sich damit ab, muss man die Unterschiede aber schon in Ausstattungsdetails suchen.

Getarnter Straßenrenner

Die mechanischen Scheibenbremsen, mit denen alle drei Räder verzögern, fühlen sich zwar nicht so knackig an wie die hydraulischen Modelle, ihr Druckpunkt ist durch den Bowdenzug mehr oder weniger teigig. Aber Bremskraft ist ausreichend vorhanden. Auch die Schaltungen – bei Giant und Triban von Shimano, bei Serious eine SRAM – arbeiten tadellos. Das Triban begeisterte uns bei der Testfahrt sogar mit einer hochwertigen Shimano 105­ Schaltung mit 22 Gängen, die kaum Wünsche offen lässt. Allerdings sind die 33 Millimeter schmalen, unprofilierten Reifen des Rades nicht wirklich geländetauglich; erst recht nicht bei Nässe. Dass das Rad eigentlich ein Straßen­Rennrad ist, merkt man dann, wenn man breitere Reifen montieren möchte: Mehr als 35 Milli­meter breite Pneus passen nicht durch den Hinter­bau. Ansonsten gibt es nichts zu me­ckern, aber das Rad ist eben kein richtiges Gravelbike.

Knackpunkt Reifen

Anders das Serious, das serienmäßig auf 37 Millimeter breiten Stollenrei­fen fährt. Aber auch die enttäuschen: Obwohl sie den gleichen Modell­namen tragen wie hochwertige Mo­delle, sind sie echte Spaßbremsen. Ihre steife Karkasse wird selbst bei wenig Reifendruck nicht geschmei­dig, das Rad bockt und springt im Ge­lände. Das dürfte zum Teil auch an der Basis liegen – Rahmen und Gabel sind überdurchschnittlich schwer und überdurchschnittlich hart. Dazu kommt ein unbequemer Sattel.

>>>Hier geht es zum Test aktueller Top-Gravelreifen!<<<

Am besten schlägt sich das Giant: Die Tubeless­-Reifen rollen ordentlich und haben im Gelände viel Grip. Dass die günstige Shimano Sora­ Schaltung nur neun Ritzel hat, merkt man erst, wenn man mitzählt: Sie arbeitet fast ebenso leichtgängig und präzise wie höher­wertige Exemplare. Am meisten er­staunt hat uns, wie komfortabel das Rad fährt, auch Sattel und Lenker sind bequem. Der Branchenriese aus Taiwan hat also an der richtigen Stelle gespart – und legt mehr Wert auf das Fahrerlebnis als auf namhafte Kom­ponenten. Relativ viel Spaß für wenig Geld gibt’s also – nur eben nicht von jedem Hersteller.

Giant Revolt 2

Giant Revolt 2

Giant Revolt 2

Ausstattung:

Antrieb: FSA Vero Pro (48/32, 11-34 Z.)

Bremsen: Tektro MD-C550 (160/160 mm)

Schaltung: Shimano Sora

Laufräder/Reifen: Giant S-X2 Disc/Giant Crosscut AT 2 38 mm

Gewicht: 10,3 Kilogramm

Preis: 1.049 Euro

Serious Gravix One

Serious Gravix One

Serious Gravix One

Ausstattung:

Antrieb: SRAM Apex 1 (40, 11-42 Z.)

Bremsen: TRP Spyre (160/140 mm)

Schaltung: SRAM Apex 1

Laufräder/ Reifen: Serious Gravix/WTB Riddler 37 mm

Gewicht: 10,9 Kilogramm

Preis: 1.199 Euro

Triban RC 520 Gravel

Triban RC 520 Gravel

Triban RC 520 Gravel

Ausstattung:

Antrieb: Shimano FC-RS510 (50/34, 11-32 Z.)

Bremsen: TRP HY/RD (160/160 mm)

Schaltung: Shimano 105

Laufräder/ Reifen: Triban TLR Light/Hutchinson Overide TLR Hard Skin 35 mm

Gewicht: 10,5 Kilogramm

Preis: 1.000 Euro >> z.B. hier erhältlich*

Den vollständigen Test mit detaillierten Noten, allen Gewichten und Beschreibungen finden Sie im Gravel-Spezial auf 48 Seiten aus TOUR 05/2021. Es ist unten im Download für 4,99 Euro oder in der TOUR App (für iOS und Android) erhältlich.

Warum nicht kostenlos? Weil Qualitätsjournalismus seinen Preis hat. Dafür garantieren wir Unabhängigkeit und Objektivität. Die Grundlage der TOUR-Tests sind standardisierte und reproduzierbare Testverfahren, die wir stets offenlegen. TOUR-Artikel kann man kaufen – TOUR-Testsiege nicht!


In einigen unserer Auftritte verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Diese sind mit Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn Sie auf so einen Affiliate-Link klicken und über diesen Link einkaufen, erhalten wir von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter (wie z.B. Rose oder Amazon) eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis dadurch nicht.

Jens Klötzer am 25.05.2021
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren