Frauenräder

Rennräder für Frauen 2010

Manuel Jekel am 22.05.2010

Immer mehr Frauen entdecken das Rennrad als ideale Fitness-Maschine. Klar, dass auch die Radhersteller auf diesen Zug aufspringen und mit speziellen Modellen um die weibliche Klientel buhlen. Im Test: acht Rennmaschinen für Frauen – von 1.000 bis 2.600 Euro.

Luft in die Lungen saugen, Glückshormone freisetzen, überflüssige Pfunde abschmelzen, Form aufbauen für den Radmarathon – die Gründe, sich aufs Rennrad zu schwingen, sind vielfältig. Und längst sind es nicht mehr nur Männer, die der Rennradsucht frönen. Steil und stetig steigt die Frauenquote unter den Rennradlern in den vergan genen Jahren. Laut der jährlichen TOUR-Leserumfrage liegt sie inzwischen bei 27 Prozent.

Für die Radhersteller ist damit längst die Schwelle erreicht, ab der es sich lohnt, spezielle Rennräder für Frauen anzubieten. Zu den Pionieren gehört die US-Marke Specialized. Schon seit 2003 widmet sich ein Team von Ingenieuren und Marketingleuten ausschließlich der Entwicklung von Frauenrädern und frauenspezifischem Zubehör. Mittlerweile bieten die Amerikaner vom günstigen Rad für Einsteigerinnen bis zum sündteuren High-End-Boliden eine breite Palette. Dazu kommt ein umfang reiches Sortiment an Sätteln, Schuhen, Helmen und Lenkern – alles speziell auf “ihre” Bedürfnisse ab gestimmt. Weil Specialized mit diesem Gleichstellungsprogramm offensichtlich Erfolg hat, haben sich rennräder für frauen mittlerweile zahlreiche andere Firmen an den Trend angehängt. Fast alle großen Radhersteller haben heute mindestens ein Frauenrennrad im Programm.

Andere Proportionen?

Doch was macht ein Rennrad überhaupt zum Frauenrennrad? Wichtigstes Gattungsmerkmal, darüber herrscht unter den Herstellern weitgehend Konsens, ist eine im Vergleich zu Männerrädern geringere Sitzlänge. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Frauen – auch solche mit Rennambitionen – meist aufrechter sitzen wollen als Männer. Diese Vorliebe hat jedoch nichts damit zu tun, dass Frauen andere Körperproportionen hätten als Männer – diese Legende haben Statistiker längst widerlegt. Vielmehr leiden Rennradlerinnen aufgrund ihrer Anatomie wesentlich häufiger unter Sitzproblemen als Männer. Ein kürzerer Abstand zwischen Sattel und Lenker kann helfen, weil das Becken weniger stark nach vorne gekippt und der sensible Intimbereich entlastet wird.

KURZ & KNAPP

Mit “femininen” Farben, vor allem aber mit Ausstattungen, die auf eine geringere Körpergröße abgestimmt sind, versuchen die acht Hersteller im Test, die Wünsche von Rennradlerinnen zu treffen. Das klappt in den meisten Fällen gut. Die besten Gesamtpakete liefern Canyon und Scott. Frauen, die sich vor einer betont sportlichen Sitzposition scheuen, werden am ehesten bei Giant und Specialized fündig. Sportlich ambitionierte Fahre rinnen sollten sich die Räder von Red Bull und Scott genauer anschauen. Insgesamt fällt auf: Oft sind Frauenrenner etwas teurer als vergleichbar ausgestattete Modelle für Männer.

Die Testergebnisse aller Frauen-Rennräder finden Sie unten im PDF-Download.

Die Optik täuscht: Hier passt alles. Der Lenker mit engem Radius ist eine ideale Basis, um auch mit kleinen Händen die Schaltbremshebel sicher bedienen zu können.

Schön darf es auch sein: Beim Scott-Renner sind Satteldekor und Rahmendesign aufeinander abgestimmt.

Manuel Jekel am 22.05.2010
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