Windschatten bei der Tour Windschatten bei der Tour

Tour de France 2018: Die Aero-Tricks der Profis

So wichtig sind Aerodynamik und Windschatten bei der Tour

Robert Kühnen, Konstantin Rohé am 14.06.2018

Windschatten-Fahren und Aero-Bekleidung helfen den Tour de France-Profis Luftwiderstand zu minimieren und Kraft zu sparen. Wir haben aktuelle Aero-Suits im Windkanal getestet

Je geringer der Luftwiderstand, desto weniger Leistung muss man aufs Pedal bringen, um die Geschwindigkeit beizubehalten. Dieser Logik folgend versucht moderne Aero-Kleidung die Tour de France-Profis bei ihrer Tempo-Hatz zu unterstützen. Unsere Windkanal-Messungen belegen, dass das Tuning-Potenzial von Aero-Kleidung riesig ist. Doch die getesteten Aero-Outfits unterscheiden sich in ihrer Perfomance teils deutlich voneinander. Im Windkanal konnten wir gigantische Unterschiede von bis zu 10% zwischen den Zeitfahranzügen unterschiedlicher Hersteller feststellen.

Windschatten-Effekt bei der Tour de France

Wenn die Radprofis mit einem 45er Schnitt durchs Flachland zwischen den Bergen eilen, gelten für sie die gleichen Gesetze wie für Hobby-Fahrer. Aber ein Viertel mehr Beinpower und intelligentes Schwarmverhalten verschieben die Grenzen des Machbaren gegenüber uns Normalradfahrern um satte zehn Kilometer pro Stunde. Den größten Unterschied macht das gekonnte und konsequente Windschattenfahren. Der hohe Anteil des Windschattenfahrens hat sogar Auswirkungen auf die Energiebilanz der Tour-de-France-Fahrer.  Bei dem hohen Durchschnittstempo müsste eigentlich die Energie zur Überwindung des Luftwiderstands dominieren. Indem die Arbeit gegen den Wind auf viele Köpfe verteilt wird, dominiert tatsächlich aber die zum Klettern aufgebrachte Energie, die sogenannte Hubarbeit, um Rad und  Fahrer aus den Tälern auf die Berge zu hieven.

Energiebilanz bei der Tour de France

Energiebilanz Tour de France

Am meisten Energie verbraucht ein Tour-de-France-Fahrer durchs Klettern, nämlich knapp die Hälfte der 74 Megajoule, die er während der drei Wochen umsetzt. Das wird auch durch Windschattenfahren nicht weniger – treten muss man trotzdem. Ein gutes Drittel Energie verbraucht der Fahrer, um den Luftwiderstand zu überwinden. Das zu reduzieren, ist Aufgabe der Aerodynamiker  

Robert Kühnen, Konstantin Rohé am 14.06.2018